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Die Totenbeschwörer von Naat Gesammelte Erzählungen Band 5 von Smith, Clark Ashton (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2016
  • Verlag: Festa Verlag
eBook (ePUB)
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Die Totenbeschwörer von Naat

Clark Ashton Smith (1893-1961) ist H. P. Lovecrafts vergessener literarischer Gefährte aus den Tagen des Weird Tales Magazine. Seine Dark Fantasy ist von halluzinatorischer Intensität. Viele Fans halten Smiths Werk sogar für bedeutsamer als das von H. P. Lovecraft. Im Festa Verlag erscheinen Die gesammelten Erzählungen von Clark Ashton Smith in sechs Bänden. Geordnet nach Zyklen, jeder Zyklus mit einer Einführung des amerikanischen Fantastikexperten Will Murray. Dazu weitere Texte über Smiths Leben und Werk. Circa 120 Geschichten in neuer Übersetzung - von den ersten Schreibanfängen 1910 bis zur letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Story 1958. Mehr als 60 deutsche Erstveröffentlichungen. Inhalt: Will Murray: Der Zotique-Zyklus von Clark Ashton Smith Necropolis - Das Reich der Toten Die Seereise des König Euvoran Die Insel der Folterer Xeethra Die Zauber-Ränke der Prinzessin Ulua Der Zehrer in der Gruft Die Grabesbrut Der Leichengott Das dunkle Götzenbild Die letzte Hieroglyphe Die Totenbeschwörer von Naat Der schwarze Abt von Puthuum Ilalothas Tod Adomphas Garten Der Herr der Krabben Die Toten werden dich zum Hahnrei machen Morthylla Weitere Erzählungen: Chinoiserie Die dritte Episode des Vathek Schizophrener Schöpfer Der Spiegel im Ebenholzsaal Der Ghoul Das Geheimnis des Steinhügels Eine Sternenwandlung Scott Connors und Ron Hilgers: Anmerkungen zu den Erzählungen H. P. Lovecraft: Niemand schildert den kosmischen Schrecken so gut wie Clark Ashton Smith. Was echte dämonische Ausstrahlung und Ideenreichtum anbelangt, wird Mr. Smith wohl von keinem lebenden oder toten Schriftsteller übertroffen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 01.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865524652
    Verlag: Festa Verlag
    Größe: 954 kBytes
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Die Totenbeschwörer von Naat

Necropolis - Das Reich der Toten

Die Legende von Mmatmuor und Sodosma wird erst in den späten Umläufen der Erde aufkommen, wenn die fröhlicheren Sagen ihrer Jugendzeit bereits vergessen sind. Bevor sie erzählt werden kann, werden viele Zeitalter verstrichen, die Meere dann in ihrem Bett versickert sein und neue Kontinente sich erhoben haben. Vielleicht wird die Legende zu jener Zeit die finstere Erschöpfung eines sterbenden Volkes aufhellen, das sich außer dem Vergessen nichts mehr erhofft. So berichte ich die Sage, wie die Menschen sie sich in Zothique erzählen werden, dem letzten Kontinent unter einer trüben Sonne und einem düsteren Himmel, an dem die Sterne schon lange vor der Abendstunde in schrecklichem Glanz erstrahlen.

Mmatmuor und Sodosma waren Nekromanten, Totenbeschwörer, die von der finsteren Insel Naat kamen, um ihre scheußlichen Künste auf der anderen Seite des zurückgewichenen Meeres im Lande Tinarath auszuüben. Doch hatten sie in Tinarath nur wenig Glück: Denn die Menschen jenes grauen Landes erachteten den Tod als heilig; und die Nichtigkeit der Gruft wurde nicht ungestraft geschändet; und das Erwecken der Toten durch Nekromantie galt als Abscheulichkeit.

Also trieb der Zorn der Einwohner Mmatmuor und Sodosma schon binnen kurzer Frist aus dem Land, und sie mussten südwärts fliehen, in das Wüstenland Cincor, das lediglich von den Knochen und Mumien eines Volkes bewohnt war, das die Pest vor langer Zeit dahingerafft hatte.

Jenes Land, das ihr Ziel war, lag öde und verfallen und ausgedörrt unter der riesigen bernsteinfarbenen Sonne. Seine zerbröckelnden Felsen und todbringenden Sandwüsten hätten in die Herzen gewöhnlicher Menschen Schrecken gesenkt; und da die Zauberer ohne Nahrung oder andere Mittel an jenen öden Ort verjagt worden waren, mochte ihre verfängliche Lage sie wohl zur Verzweiflung getrieben haben. Indes zogen Sodosma und Mmatmuor mit heimlichem Lächeln wacker gen Cincor und wirkten dabei wie Eroberer, die sich einem seit Langem begehrten Reiche nähern.

Vor ihnen erstreckte sich, unterbrochen durch Felder, auf denen weder Baum noch Halm wuchs, und hinweg über die Kanalbetten ausgetrockneter Flüsse, die breite Straße, auf der einst Reisende sich zwischen Cincor und Tinarath bewegten. Nichts Lebendes trafen sie dort an; doch bald entdeckten sie mitten auf der Straße die Skelette eines Pferdes und seines Reiters, die immer noch das reich verzierte Sattelzeug und die prächtigen Gewänder trugen, die sie schon zu Lebzeiten getragen. Und Mmatmuor und Sodosma blieben bei den erbärmlichen Gebeinen stehen, an denen kein Fetzen verwesenden Fleisches mehr haftete; und sie lächelten einander boshaft zu.

"Das Ross soll dir gehören", sagte Mmatmuor, "dieweil du von uns beiden der um ein weniges Ältere bist und dir somit der Vortritt zusteht; und der Reiter soll uns beiden dienen und der Erste sein, der uns in Cincor den Lehnseid schwört."

Sodann zogen sie im aschgrauen Sand am Wegesrand einen dreifachen Kreis; und in dessen Mitte stehend vollführten sie die abscheulichen Riten, die Tote dazu zwingen, sich aus dem stillen Vergessen zu erheben und fortan in allen Dingen dem finsteren Willen des Nekromanten zu Diensten zu sein. Hiernach streuten sie eine Prise Zauberpulver in die Nasenhöhlungen von Ross und Reiter; und unter jämmerlichem Knarren erhoben sich die weißen Knochen und standen bereit, ihren Gebietern zu Willen zu sein.

Wie sie es zuvor besprochen hatten, bestieg Sodosma das Pferdeskelett, nahm die juwelenbesetzten Zügel auf und ritt in boshafter Verspottung des Todes auf seinem fahlen Pferd einher; Mmatmuor stapfte jedoch weiter durch den Sand und stützte sich dabei leicht auf einen Stab aus Ebenholz; und das Gerippe des Mannes, an dem die kostbaren Gewänder lose flatterten, folgte den beiden wie ein leibeigener Knecht.

Kurz darauf entdeckten sie in der grauen Wüste die Überreste eines weiteren Pferdes samt Reiter, die von d

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