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Die Träume des Jonathan Jabbok Fantastischer Roman - Teil 1 der Neschan-Trilogie von Isau, Ralf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2014
  • Verlag: hockebooks
eBook (ePUB)
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Die Träume des Jonathan Jabbok

Im ersten Teil der "Neschan"-Triologie von Ralf Isau dreht sich alles um Jonathan. Jonathan gilt als Einzelgänger, der sich am liebsten in seine Bücher vergräbt. Niemand ahnt, dass er in seinen Tagträumen in eine fantastische fremde Welt wandert, in der er unzählige Abenteuer erlebt: Die Welt Neschan ist ein geheimes, von erbarmungslosen Feinden bedrohtes Reich. Dort lebt er als Junge namens Yonathan. Nach und nach bemerkt er aber, dass er sich mit jeder Abenteuerreise in seiner anderen Existenz weiter von der Realität entfernt. Aber hat er eine Wahl? Schließlich ist Yonathan auserwählt, eine alte Prophezeiung zu erfüllen: Er soll den Haschevet, einen geheimnisvollen Stab, in den Garten der Weisheit bringen - und ist somit der Einzige, der es verhindern kann, dass die bösen Mächte Neschan in ewiger Finsternis versinken lassen ... "Wenn Freunde des fantastischen Genres großen Appetit haben, sind sie mit Ralf Isaus gewichtigem Dreiteiler gut bedient." (Süddeutsche Zeitung) Der Auftakt zu vielgelobten "Neschan"-Triologie von Autor Ralf Isau. Mit dem Schreiben begann Ralf Isau 1988, seiner Tochter wollte er eine selbst verfasste Geschichte schenken. 1992 überreichte er Michael Ende anlässlich einer Lesung ein kleines, eigenhändig gebundenes Märchenbuch. Davon angetan, vermittelte der berühmte Kollege es dem Thienemann-Verlag (Stuttgart). Das Märchen "Der Drache Gertrud" wurde zu einem großen Erfolg, auch als Theaterstück. Seitdem hat Ralf Isau 40 Bücher, zahlreiche Fachartikel und diverse Essays veröffentlicht. Seine Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt und sind mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. "Das Museum der gestohlenen Erinnerungen" erhielt 1998 den "Buxtehuder Bullen" für "das beste erzählende Jugendbuch im deutschsprachigen Raum". Allein in Japan haben seine Bücher innerhalb von 14 Monaten eine Auflage von 250 000 erreicht. Ralf Isau wurde 1956 in Berlin geboren. Im Westteil der bald geteilten Stadt verlebte er als Sohn eines Elektrikers und einer Pelznäherin eine "richtige Kindheit", wie er es selbst nennt. Fantastische Erzählungen begeisterten ihn früh. Nach dem Abitur, das er 1975 als Zweitbester seines Jahrgangs ablegte, absolvierte er eine Ausbildung zum Informatiker und arbeitete anschließend als Software-Spezialist. Seit 1982 lebt er mit Frau und Tochter in der Nähe von Stuttgart. Inzwischen hat Ralf Isau seinen IT-Beruf an den Nagel gehängt. Heute setzt er sich neben seinem literarischen Schaffen in seiner Textagentur Phantagon für die Förderung der deutschen Sprachkultur ein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 411
    Erscheinungsdatum: 20.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943824902
    Verlag: hockebooks
    Größe: 5665 kBytes
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Die Träume des Jonathan Jabbok

Kapitel 2
Der Träumer und ein höllischer Streit

Der Horizont streifte sein rosarotes Morgengewand über, als Jonathan erwachte. Er fühlte sich überhaupt nicht schlaftrunken, sondern lag mit offenen Augen im Bett, spielte gedankenverloren an seinem Ohrläppchen und vergegenwärtigte sich noch einmal den Traum der vergangenen Nacht. Obwohl hellwach, fühlte er sich erschöpft und ausgelaugt von der anstrengenden Hetzjagd durch die unterirdischen Höhlengänge.

Er wischte diese eigenartige Vorstellung beiseite, um den Kopf für Näherliegendes frei zu bekommen: Heute würde Mister Garson im Religionsunterricht die Jungen wieder mit seinen Höllengeschichten ängstigen. Es war Jonathan unbegreiflich, wie so viele Menschen an einen solchen Humbug glauben konnten. Konnte ein liebender Gott fähig sein, Menschen auf ewig den fürchterlichsten Qualen auszusetzen? Für ihn war diese Lehre nichts weiter als ein Trick der Kirche, sich das einfache Volk gefügig zu machen.

Nicht nur einmal hatte er sich tödlich gelangweilt, wenn Pastor Garson ein großartig angekündigtes, neues Unterrichtsthema mit gewohnt-routinierter Eintönigkeit bedeutungslos machte. Doch heute hatte sich Jonathan vorgenommen, dem feisten Religionslehrer ein wenig behilflich zu sein und die Stunde etwas unterhaltsamer zu machen. Deshalb hatte er sich auch den gestrigen Nachmittag über in der Bibliothek vergraben.

Vielleicht nicht nur deshalb. Als er gestern früh erwacht war, hatte er eine seltsame innere Unruhe gefühlt, die den ganzen Tag über nicht mehr von ihm weichen wollte. Schuld daran waren seine Träume von Yonathan. Noch nie zuvor hatte er ein so intensives Bedürfnis verspürt, bei diesem Yonathan zu bleiben, einfach in seinen Träumen zu verweilen und nicht mehr zu erwachen.

Auch andere Jungen erzählten gelegentlich von Träumen, die gerade an der spannendsten Stelle endeten und nach dem Erwachen zu Nichts zerfielen. Diese Träume waren eher Stippvisiten, die die Jungen ihrer Traumwelt mal hier, mal dort, ohne bestimmtes Ziel, abstatteten. Einige wurden auch von wiederkehrenden Alpträumen geplagt.

Jonathans Träume waren anders. Seit einer bestimmten Nacht während seiner schweren Erkrankung, als alle dachten, er würde vielleicht nie wieder erwachen, kannte er diesen Yonathan aus seinen Träumen. Damals träumte er, in einem kleinen Boot - hilflos und dem Kentern nahe - auf stürmischer See zu treiben. Wie durch ein Wunder legte sich dann aber der Sturm, die Sicht wurde klar, und Yonathan erblickte eine Bucht, in der sich ein kleiner Hafen befand. Die aufkommende Flut trieb ihn genau dorthin, und bald hatte er wieder festen Boden unter den Füßen.

Von diesem Tage an lebte er bei Navran Yaschmon, einem alten Fischer, der für ihn wie ein Vater wurde. Das Leben von Jonathans zweitem Ich war voller Abwechslung. Aufregende und alltägliche Erlebnisse reihten sich aneinander, und so wie Jonathan allmählich heranwuchs, so blieb auch der Yonathan seiner Träume nicht der kleine Achtjährige, als der er damals zum ersten Mal in seinem Bewusstsein aufgetaucht war. Äußerlich begannen sich die beiden Jungen immer mehr zu unterscheiden. Der Knabe in Jonathans Traumwelt hatte einen kräftigen Körper, was er dem einfachen Leben und gesunder körperlicher Arbeit verdankte. Jetzt mit fast vierzehn Jahren, hätte man ihn gut zwei oder drei Jahre älter schätzen können. Jonathan dagegen war klein, zart und kränklich. Seit er vor nun beinahe sechs Jahren die Fähigkeit zu laufen eingebüßt hatte, war sein Zustand noch schlechter geworden. Mit dem großen, starken Jungen aus seinen Träumen schien Jonathan nur noch das du

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