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Die Wächter - Licht und Dunkelheit Roman von Lukianenko, Sergej (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Wächter - Licht und Dunkelheit

Der atemberaubende Auftakt zu Sergej Lukianenkos neuer Romanserie aus der Welt der Wächter Der junge Magier Dmitri Drejer arbeitet als Lehrer an einer Schule für die "Anderen ", auf der Vampire, Magier, Hexen und Gestaltwandler in gegenseitigem Respekt und Toleranz ausgebildet werden sollen. Sein alltägliches Leben gerät jedoch völlig aus den Fugen, als er eines Tages seltsame Vorgänge auf dem Schulhof beobachtet. Was er zunächst für einen harmlosen Streich seiner Schüler hält, entpuppt sich als gewaltige Verschwörung, die weit über die Grenzen Russlands hinausgeht. Eine Verschwörung, die das sensible Gleichgewicht zwischen den Mächten des Lichts und den Mächten der Dunkelheit für immer zerstören könnte ... Sergej Lukianenko, 1968 in Kasachstan geboren, studierte in Alma-Ata Medizin, war als Psychiater tätig und lebt nun als freier Schriftsteller in Moskau. Er ist der populärste russische Fantasy- und Science-Fiction-Autor der Gegenwart, seine Romane und Erzählungen wurden mehrfach preisgekrönt. Die Verfilmung von 'Wächter der Nacht' war der erfolgreichste russische Film aller Zeiten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 08.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641153632
    Verlag: Heyne
    Serie: The Watch Series Bd.1
    Originaltitel: School Watch - The Watch Series Book 1
    Größe: 1967 kBytes
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Die Wächter - Licht und Dunkelheit

Prolog

Bevor Fjodor Koslow das Gespräch begann, legte er bewusst eine Pause ein, ganz wie ein Tenor, der einen hohen Ton in Angriff nimmt.

"Wir haben da einen Gesetzesverstoß begangen, Anna", sagte er dann. "Das ist nicht schön. Überhaupt nicht schön."

"Sind Sie ..." Anna erschauerte. "... Staatsanwalt?"

Wollte Fjodor der Akte trauen, dann würde Anna in einem Monat ihren vierzehnten Geburtstag feiern.

Tatsächlich erinnerte nichts in seinem Zimmer an das Büro eines Staatsanwalts, wobei Fjodor freilich sein Lebtag noch nie im Büro eines Staatsanwalts gewesen war, von seiner Klientin ganz zu schweigen.

Die kunstvolle Wandmalerei katapultierte seine Besucher geradewegs an einen Lagunenstrand am blauen Meer. Der Teppich auf dem Fußboden war so weich, dass man sich nach wenigen Schritten unweigerlich entspannte. Fjodor und Anna saßen einander gegenüber, ohne dass ein Tisch sie trennte. Fjodors Sessel stand dabei so, dass er sich von rechts an seinen Gast wenden konnte. Angeblich flößte diese Anordnung Besuchern Vertrauen ein.

Die transparenten Bezüge der Sessel gewährten freie Sicht auf ihr Innenleben, wo sich statt Schaumstoff und Sprungfedern halb aufgeblasene Luftballons befanden. Solange diese Sitzmöbel niemand mit einem scharfen Gegenstand traktierte, war das eine recht stabile Angelegenheit. Und jeder Besucher entspannte sich in einem solchen Sessel sofort.

Scharfe Ecken und Kanten gab es in diesem Arbeitszimmer einzig und allein an dem Tablet-PC, den Fjodor auf seinen Oberschenkeln balancierte.

"Nein, ich bin kein Staatsanwalt", antwortete er ehrlich auf Annas Frage. Dann folgte jedoch eine Lüge: "Ich bin Psychologe."

"Ich habe nicht gewusst, dass es zu einem Psychologen geht." Anna richtete sich gerade auf. Sie war ein rothaariges Mädchen mit leicht verschmitztem Grinsen. "Ich bin nämlich ganz normal."

"Natürlich bist du das!", versicherte Fjodor. "Wäre das nicht der Fall, hättest du es nicht mit mir zu tun, denn ich bin, wie gesagt, Psychologe, sondern mit einem Psychiater. Ist dir dieser Unterschied klar? Nach unserem Gespräch werde ich allerdings entscheiden, wie es mit dir weitergeht. Und da könnte der Staatsanwalt dann durchaus ins Spiel kommen!"

"Ich habe nichts Verbotenes getan!", rief Anna. "Gestohlen habe ich schon gar nichts!"

"Du brauchst nicht gleich zu schreien", erwiderte Fjodor im Flüsterton und beugte sich leicht zu ihr vor.

Da er fast zwei Meter lang war, erinnerte dieses Vorbeugen ein wenig an das Manöver eines Turmkrans.

"Ich habe nichts gestohlen", wiederholte Anna nun leiser und beugte sich ebenfalls vor. "Es ist von selbst aufgetaucht, Ehrenwort! Nur glaubt mir das niemand."

Ihre Augen funkelten, was Fjodor verriet, dass Anna innerlich panisch und verzweifelt war, mochte sie sich auch noch so gefasst geben.

"Ich glaube dir", sagte er deshalb.

"Das ist doch eine glatte Lüge!" Anna ließ sich in ihrem Sessel zurückplumpsen, was ein unzufriedenes Quieken der Luftballons nach sich zog.

"O nein, ich glaube dir wirklich", sagte Koslow ruhig, während er im Stillen noch "gerade weil es so absurd ist" hinzufügte. "All diese Sachen hast du nicht gestohlen. Sie sind ganz von selbst bei dir aufgetaucht."

"Aber wieso glauben Sie mir?", fragte Anna. "Ich habe Ihnen doch noch gar nicht erzählt, was ..."

"Das brauche ich nicht zu wissen, denn ich sehe dir an, dass du nicht lügst. Deine Pupillen, deine Atmung und deine Gesichtsfarbe verraten mir, dass du die Wahrheit sagst."

Daraufhin sah sich das Mädchen aufmerksam im Raum um, vermutlich auf der Suche nach einem Spiegel. Sie hätte wohl gern einen Blick auf sich geworfen und anschließend darauf geachtet, dass im weiteren Verlauf des Gesprächs weder ihre Pupillen noch sonst ein Detail sie irgendwie verraten würde.

Der Spiegel war ziemlich weit weg - und aufzustehen traute sich Anna denn

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