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Die zerschlagenen Reiche: Blutstolz Roman von Manieri, Evie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Die zerschlagenen Reiche: Blutstolz

Vor Jahrzehnten wurde das Wüstenreich Shadar von den kriegerischen Nordmännern erobert und das Volk der Shadari versklavt. Sie müssen das schwarze Gold fördern, welches die Eroberer zu ihren magischen Klingen verarbeiten. Doch Widerstand regt sich! Eine Gruppe von Rebellen wittert ihre Chance. Sie bitten eine legendäre Kriegerin um Hilfe - angeblich hat sie noch nie einen Kampf verloren. Doch welchen Preis wird sie verlangen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 479
    Erscheinungsdatum: 15.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838753621
    Verlag: Bastei Lübbe
    Originaltitel: Shattered Kingdoms 1: Blood's Pride
    Größe: 1195 kBytes
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Die zerschlagenen Reiche: Blutstolz

PROLOG

Auszug aus dem Manuskript Die Geschichte Shadars ,

von Daryan (dem neunten Daimon dieses Namens)

D as Werk, das ihr nun in Händen haltet, mag in euren Augen verrucht und abscheulich sein. Vielleicht glaubt ihr gar, dass ich mit der Niederschrift eine unverzeihliche Sünde begangen habe – doch ich werde weder Tinte noch Papier für Worte der Rechtfertigung vergeuden. Sollte ich mich wahrhaftig gegen die Götter versündigt haben, dann bete ich, dass ihr Zorn allein mich trifft. Ich bete, dass sie ihrem Volk weiteres Leid ersparen.

Dies ist meine Erinnerung. Als sich die Dinge ereigneten, war ich ein neugeborenes Kind, gesäugt, gewickelt und geschützt vor der Welt. Und obgleich mir damals die Worte fehlten, die Geschehnisse zu beschreiben, hindert mich das heute nicht daran, mich zu erinnern. Ich kann die Ereignisse sehen, wenn ich die Augen schließe. Erst sind sie weit weg, dann kommen sie näher, und ich kann das Blut und den Rauch riechen und die salzige Gischt auf den Lippen schmecken.

Die Fischerboote kamen in der Morgendämmerung zurück; die Fischer mitsamt ihren Frauen und Kindern machten sich -eilends daran, den nächtlichen Fang auszuladen. Es war ein kühler Morgen im Shadar. In der Luft lag noch die Kälte der Wüstennacht, als die Sonne über dem Meer aufging und die Gipfel der angrenzenden Berge in ihren goldenen Glanz hüllte. Die Schiffe wurden rasch entleert, ohne dass jemand auch nur ein einziges Wort sprach. Alle halfen dabei, den Fang auf die Karren zu laden und an die Stelle zu schaffen, wo die Frauen die Fische säubern und salzen würden, während ihre Väter, Männer und Brüder schliefen.

Hin und wieder blickten sie hoch zum Tempel, zu dem roten Felsen, der sich über den nördlichen Stadtrand erhob. Die Ashas, die geweihten Priester und Priesterinnen der Shadari, gingen dort in dem uralten, geheimnisumwitterten Labyrinth ihren heiligen Pflichten nach und versammelten sich in den dachlosen Kammern, um für die herabblickenden Götter Gebete in den Sand zu schreiben. Aus dem Nachthimmel blickten diese wohlwollend darauf hinab und bewegten den Sand als Antwort. So beteten die Ashas voller Zuversicht; sie gingen in den unveränderlichen Ritualen ihres Tuns auf und waren zufrieden mit den reich gefüllten Opferkörben. In ein paar Monaten würden sie über die verborgene Treppe in die Stadt herabkommen, um Kandidaten für die Aufnahmeriten zu erwählen, mit ihren Liebsten das Lager zu teilen und ihre Kinder in Pflege zu geben. Die Menschen am Strand lebten in dem beruhigenden Glauben, dass ihre Ashas die Wünsche der Götter kannten und achteten.

Die letzten Netze wurden verstaut, und die Shadari begaben sich auf den Heimweg. Bald würde die Stadt lebendig werden. All jene, die sich um die Reben und die Haine und die Tiere kümmerten, würden aufstehen und in den Bergen ihrer Arbeit nachgehen.

Ein Fischer blieb allein am Strand zurück, als die anderen gingen, gebannt von der Schönheit der Morgensonne, die sich auf dem Meer spiegelte. Als er den Glanz nicht mehr ertragen konnte, wandte er sich um; augenblicklich spürte er, wie die warmen Sonnenstrahlen seine dunklen Locken liebkosten. Er blickte auf den schlafenden Shadar mit seinen Straßen, Plätzen und den in goldenen Schimmer getauchten weißen Häusern und dachte, wie glücklich sie doch waren, dass ihnen die Götter einen solchen Ort zum Leben gegeben hatten. Dann blickte er zum Himmel empor, um ihnen zu danken, bevor sie vor der Sonne wichen und zur Ruhe gingen. Zuletzt blickte er noch ein Mal auf die endlose Weite des Meeres des Unheils.

Und da sah er, dass er nicht mehr allein war.

Ein Schiff – nein, drei Sc

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