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DSA 37: Seelenwanderer Das Schwarze Auge Roman Nr. 37 von Büchner, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2014
  • Verlag: Ulisses Spiele
eBook (ePUB)
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DSA 37: Seelenwanderer

In den aranischen Bergen lauert ein Fluch aus grauer Vorzeit. Von Elfenkraft in Stein gebannt, wartet ein uralter Echsenpriester, der Seelenwanderer, auf seine Auferstehung. Zwei Hexen übernehmen die schwere Aufgabe, ihn unschädlich zu machen. Doch im Kampf gegen böse Mächte geraten sie und ganz Aranien in den Bann des Verderbens.

Die Wienerin Barbara Büchner ( 01.02.1950) schreibt seit 1997 Geschichten und Romane, die Aventurien spielen, der Hintergrundwelt des erfolgreichsten und bekanntesten deutschsprachigen Fantasys-Rollenspiels 'Das Schwarze Auge'. Sie arbeitet darüber hinaus als Übersetzerin und freie Journalistin und hat für ihre Kinderbücher schon mehrere Preise erhalten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 269
    Erscheinungsdatum: 29.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957524348
    Verlag: Ulisses Spiele
    Größe: 1332 kBytes
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DSA 37: Seelenwanderer

Das Ritual

Auf den windumtosten Kuppen der Yalaiad-Hügel, nahe der breiten Senke des Dairig Bhru-Passes, erhob sich ein altertümliches Bauwerk, aus grünlichen Quadern errichtet und blank wie ein Knochen: ein siebenstufiger Turm, den die Echsenvölker einst dort hingebaut hatten, um den Paß zu beschützen. Seit Jahrhunderten stand das Gebäude leer, und dennoch mieden es die Tiere des Gebirges. Selbst bei Schnee und Regen suchten sie keine Zuflucht unter seinem höhlenartigen Tor.

So war etwas Sonderbares daran, daß an einem Abend eine Bergziege die Stufen emporsprang, die zur höchsten Plattform führten. Ein unsichtbarer Schrecken jagte das Tier auf die schwindelerregende Zuflucht hinauf.

Schweratmend stand es auf der obersten Plattform, die einst dick vergoldet gewesen war. Die feuchten Augen glänzten im Mondlicht.

Da stieß aus der Höhe des Nachthimmels ein mißgebildeter großer Vogel herab, der mehr einer Flugechse als einem Gefiederten glich. Die Schwingen mannslang gespreizt, stürzte der gewaltige Jäger der Lüfte sich auf die Ziege, die sich eben in Sicherheit wähnte. Gewaltig schlugen seine Krallen zu, drangen nadelspitz in die zitternden Flanken des Opfers. Mit einem grellen, fast menschlichen Schrei brach die Ziege zusammen ... und rotes Blut floß über die uralten Steine.

Im Herzen des Turmes bebte es, als regte sich eine gewaltige Gegenwart. Etwas war erwacht. Aber noch mußte es gefangen bleiben.

Blut war geflossen, aber noch fehlte das Blut eines Menschen.

"Rastullah sei Dank, daß wir diese entsetzliche Nacht überlebt haben! Möge Er uns gnädig vor der nächsten Nacht bewahren!" Aytan ben Tuleyman, der würdige Älteste des Dörfchens Chag am Rande der Echsensümpfe, raffte seinen Kaftan zusammen und hob den altersschwachen, blinzelnden Blick zum Himmel, an dem die Praiosscheibe in silbrigen Nebeln gefangen hing wie eine Blüte in einem Spinnennetz.

Trotz der frühen Stunde war es hier, so nahe bei den Sümpfen, heiß und feucht. Wie jeden Morgen quoll Nebel aus den brackigen Gewässern und blieb in geisterhaften Fahnen an den weit ausladenden Ästen abgestorbener Bäume hängen. Die Feuchtigkeit der dampfenden, immergrünen Mangrovenwälder trieb den Schweiß aus allen Poren. Fremdartige, exotische Gerüche stiegen schwindelerregend in die Nase. Aus allen vier Windrichtungen waren das Summen von Insekten, das Quaken der Frösche und zuweilen das dumpfe Brüllen urweltlicher Echsen tief drinnen im Sumpf zu hören.

Als die Dorfbewohner sahen, daß ihr Häuptling wach war, strömten sie von allen Seiten zusammen. Es waren gedrungene, kräftige Menschen, Nachkommen tulamidischer Bauern, die sich an das Leben in dieser schwülen, abgeschiedenen Ecke Deres gewöhnt hatten – bis das Unheil begann.

Bis das todverkündende Tomm Tomm der Trommeln des Nachts durch den Sumpf rollte und die Vögel kreischend aus den Baumwipfeln stoben, wenn die Praiosscheibe in dampfenden roten Schleiern versank. Bis das ferne Winseln und Heulen wahnwitziger Litaneien die erschreckten Siedler aus den Betten trieb und sie die Nacht eng zusammengekauert und bewaffnet im Rundhaus in der Mitte des Dorfes verbrachten, geängstigt von den fürchterlichen Gesängen und dem rasenden Rollen der Trommeln.

"Bleibt ruhig!" versuchte Aytan sie zu beschwichtigen, als sie sich schreiend und hilfesuchend um ihn drängten. "Ihr wißt doch, daß ich einen Boten entsandt habe! Es kann nicht mehr lange dauern. Gewiß kommt er heute noch aus der Stadt Selem zurück!"

"Die Stadt ist fern, und niemand wird uns helfen!" rief e

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