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DSA 42: Blutopfer Das Schwarze Auge Roman Nr. 42 von Büchner, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.08.2014
  • Verlag: Ulisses Spiele
eBook (ePUB)
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DSA 42: Blutopfer

Einer uralten Prophezeiung zufolge zieht ein friedlicher Lowanger Bürger ins finstere Orkland, um dem Volk der Nachtwandler beizustehen. Am Ende des Wegs erwartet ihn eine grauenhafte Feindin: ein menschenfressendes Ogerweib, das in den Tiefen des Firunwalls haust. Eine abenteuerliche Reise durch das Orkland

Die Wienerin Barbara Büchner ( 01.02.1950) schreibt seit 1997 Geschichten und Romane, die Aventurien spielen, der Hintergrundwelt des erfolgreichsten und bekanntesten deutschsprachigen Fantasys-Rollenspiels 'Das Schwarze Auge'. Sie arbeitet darüber hinaus als Übersetzerin und freie Journalistin und hat für ihre Kinderbücher schon mehrere Preise erhalten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 14.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957524355
    Verlag: Ulisses Spiele
    Größe: 862 kBytes
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DSA 42: Blutopfer

Die Reise ins Orkland

Roisin kauerte am Rand des breiten Floßes, das aus Steineichenbohlen gefertigt war und die Reisegesellschaft nach Tiefhusen bringen sollte. Außer ihnen waren noch sechs weitere Personen an Bord, Kaufleute aus Lowangen, die geschäftlich nach Svellmia, Tiefhusen, Hilvalla oder sogar bis ins ferne Norhus und Tjolmar unterwegs waren. Roisin warf einen abschiednehmenden Blick auf die Stadt, die sich grau und trutzig hinter ihnen erhob. Dann glitten auf beiden Seiten des Flusses die Kuhweiden dahin, die Lowangen umgaben. Neulowangen zog vorbei. Die Straße, die bislang neben dem Fluß verlaufen war, wandte sich scharf nach Westen und führte nach Ansvell. Bald kamen die letzten Ausläufer des Finsterkamms ins Blickfeld, und der wilde Finstere Svellt ergoß sich in seinen großen Bruderfluß.

Der erste Streit zwischen Tyndal und Fiana brach bereits aus, als sie noch keine drei Stunden unterwegs waren. Da sie sich bei der eintönigen Floßreise langweilten, hatten die Passagiere angefangen, Paschok zu spielen, und die Söldnerin erwies sich als überaus geschickt dabei. Man spielte das Würfelspiel in der Svellttaler Variante, bei der es nicht nur auf Glück, sondern mindestens ebenso auf Ausstrahlung und Überzeugungskraft ankommt: Dabei würfelte jeder verdeckt und sagte seinen Wurf an, dessen Höhe von den anderen bezweifelt werden konnte; doch wer zu voreilig Zweifel anmeldete, mußte Strafe zahlen oder auch das Spiel verlassen. Es dauerte nicht lange, da hatte Fiana alle ihre Partner um mehrere Dukaten erleichtert.

Tyndal, der sich über den Verlust des Geldes (noch mehr aber über die Geschicklichkeit der Frau) ärgerte, zahlte sie aus und bemerkte spitz: "Hoffentlich kämpft Ihr so gut, wie Ihr Würfel spielt."

Fiana sah auf und musterte ihn mit einem hochmütigen Blick. "Keine Sorge, schöner Magier. Bei mir seid Ihr sicher."

"Ich weiß mich selbst zu schützen", knurrte Tyndal und griff nach seinem Magierflorett.

"Ja", sagte sie und zeigte lachend die weißen Zähne, "man sagt, die Schwerter der Magier seien behext und kämpften von selbst, nicht wahr? Denn daß Ihr damit kämpfen könnt, das nehme ich Euch nicht ab."

Tyndal, der sich einiges auf seine Fechtkünste einbildete, sprang empört auf die Füße. "Und ob ich damit kämpfen kann! Wollt Ihr es ausprobieren?"

Sie lachte ihn aus, und er wurde so zornig, daß er das Florett aus der Scheide riß. "Auf", rief er, "zieht blank!"

"Ach wo", meinte Fiana gelassen. "Es wäre doch schade um Euch. Da habt Ihr eine so feine glatte Haut, die will ich Euch nicht aufritzen."

Die anderen sprangen auf und bemühten sich, den Streit zu schlichten, denn Tyndal war jetzt ernsthaft wütend. Seine Wangen brannten, und der flaumige Bart schien sich zu sträuben. Es dauerte eine Weile, bis er sich beruhigen ließ, und selbst dann wandte er seinen Freunden brüsk den Rücken und zog sich an das rohe hölzerne Geländer zurück, wo er stand und mürrisch über das Wasser hinaus starrte.

Jule setzte sich neben Fiana. "Ihr solltet ihn nicht ärgern", mahnte sie freundschaftlich. "Er ist jähzornig und ... nun, und außerdem kann er wirklich mit dem Florett umgehen. Ihr müßtet schon sehr gut sein, um seine Attacken zu parieren."

Die Söldnerin warf ihr einen Seitenblick zu. "Ich bin sehr gut, sonst wäre ich nicht mehr am Leben. Und ich habe nun einmal keine sehr hohe Meinung von Magiern."

"Tyndal ist unser Freund."

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