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DSA 46: Das Wirtshaus 'Zum Lachenden Henker' Das Schwarze Auge Roman Nr. 46 von Büchner, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2014
  • Verlag: Ulisses Spiele
eBook (ePUB)
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DSA 46: Das Wirtshaus 'Zum Lachenden Henker'

Notgedrungen heiratet die schöne Tineke den häßlichen Wirt des Gasthofs 'Zum lachenden Henker'. Schon bald beobachtet sie unheimliche Vorgänge im Haus: Mägde verschwinden, und aus dem Hafenbecken werden kopflose Frauenleichen gezogen. Und dann entdeckt sie, daß auch ihr ein schauerliches Schicksal droht, denn hinter den Geschehnissen im 'Lachenden Henker' steckt die Blutmagie der Dämonenfreunde.

Die Wienerin Barbara Büchner ( 01.02.1950) schreibt seit 1997 Geschichten und Romane, die Aventurien spielen, der Hintergrundwelt des erfolgreichsten und bekanntesten deutschsprachigen Fantasys-Rollenspiels 'Das Schwarze Auge'. Sie arbeitet darüber hinaus als Übersetzerin und freie Journalistin und hat für ihre Kinderbücher schon mehrere Preise erhalten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 186
    Erscheinungsdatum: 19.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957524362
    Verlag: Ulisses Spiele
    Serie: Das Schwarze Auge Bd.46
    Größe: 856 kBytes
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DSA 46: Das Wirtshaus 'Zum Lachenden Henker'

1

Eine Hochzeit im Lachenden Henker

Der Morgen graute eben über der Bornmündung, als Jasper Brinnske im Bug seines Bootes ausrief: "Was, bei allen Seedämonen, hängt da im Netz und ist so über alle Maßen schwer?" Der graubärtige Fischer strengte seine Arme an, um das Netz hochzuhieven, und seine beiden Gefährten halfen ihm dabei. Alle drei mußten sich gehörig ins Zeug legen, um den Fang aus den dunklen Gewässern der BornMündung zu ziehen. Sie schnauften und ruckten und spannten die Muskeln unter den groben Jacken an. Dann kam das Netz plötzlich hoch und holperte an Deck ... und was darin gefangen gewesen war, rollte platschend zur Seite und streckte alle viere von sich ...

Die Totenkammer in der Boronstadt auf der Jodekspitze war ein langgestreckter, düsterer Raum ohne Fenster mit einem steinernen Fußboden und drei mannslangen Marmortischen. Es roch nach der mehrfach destillierten Orkengalle, dem scharfen Schnaps, mit dem die Tische gewaschen wurden, und nach brackigem Wasser – ein Geruch, der stets gegenwärtig war, so oft er auch gesäubert wurde.

Rajan Notjes, der alte Geweihte des Boron, der die Totenkammer betreute, warf einen nachdenklichen Blick auf den weiblichen Leichnam, der bleich und nackt auf dem Steintisch lag. Es kam oft vor, daß man menschliche Überreste aus den schaumigen Fluten des Hafenbeckens zog, sei es nun, daß ein betrunkener Seemann vom Kai gestürzt war oder ein unglückliches junges Mädchen sich aus verschmähter Liebe in Efferds Arme sinken ließ – oder auch, daß das Opfer eines Mordes in tiefer, finsterer Nacht in den kalten Gewässern versenkt wurde. Zumeist wurden die Leichen von der Strömung an einer Stelle an der Kaimauer angetrieben, die man das "Totenloch" nannte. Rajan hatte so viele von ihnen gesehen, daß er sie nicht mehr zählen konnte. Er wußte besser Bescheid als so mancher Medicus, was die verschiedenen Todesursachen betraf. Aber die Tote, die hier vor ihm lag, gab ihm Rätsel auf.

Ihr fehlte der Kopf.

Der Boroni holte zwei Laternen herbei und hängte sie an die Haken über dem steinernen Tisch, eine zu Füßen, eine zu Häupten der Leiche. Er hatte ihr die Algen und den schmutzigen Schaum abgewaschen und ein Tuch über den Halsstumpf gedeckt. In den nächsten Stunden würden die Leute von Festum in langen Reihen durch die Totenkammer ziehen und die Frau besichtigen. So geschah es immer, wenn ein namenloser Leichnam aus der Mündung des Born gefischt wurde. Zumeist fand sich dann jemand, der ihn oder sie wiedererkannte, und der oder die Tote konnte mit den gehörigen Ehren begraben werden. Wenn die Leichen von jungen Menschen in gutem körperlichen Zustand waren und nicht identifiziert wurden, so erteilte der Enge Rat der Stadt für gewöhnlich die Genehmigung, daß die toten Körper – ein Vorgang, den Rajan verabscheute und verachtete – den Anatomen im Spital der Therbuniten übergeben wurden, die daran ihre Studien betrieben.

Der Boroni fürchtete, daß auch diese Unbekannte auf einem Seziertisch enden würde, denn ohne Kopf war wohl kaum zu erwarten, daß jemand sie wiedererkennen würde. Außer der tödlichen Wunde wies sie keine Verletzung und auch kein Mal auf. Der Leib vom Hals abwärts war unversehrt. Sie war wohlgenährt und gepflegt gewesen, aber ihre Hände waren rauh und ihre Nägel kurz geschnitten; also hatte sie ihr Lebtag lang hart gearbeitet, vielleicht als Magd gedient. Das helle Schamhaar verriet, daß ihr Kopfhaar blond gewesen war.

Rajan hob das Tuch an und betrachtete die furchtbare Wunde. Der Schnitt war glatt und sauber. Wie vom Beil eines Henkers oder dem Messer eines A

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