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Ein eiskaltes Grab Roman von Harris, Charlaine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)

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Ein eiskaltes Grab

Teil 3 der Serie Die junge Harper Connelly hat die außergewöhnliche Gabe, Tote zu finden. In Doraville, North Carolina, soll sie einen vermissten Jungen aufspüren. Es stellt sich heraus, dass dort in den letzten Jahren einige Teenager verschwunden sind. Harper findet sie alle - zu ihrem Entsetzen. Danach möchte sie die Gegend so schnell wie möglich verlassen. Nach einem brutalen Überfall muss sie jedoch bleiben. So erfährt sie mehr über die Einwohner und deren Geheimnisse, als ihr lieb ist. Doch wer ist der Serienmörder? Charlaine Harris lebt mit ihrer Familie in Arkansas. Sie ist mit ihrer Bestseller-Vampir-Serie um Sookie Stackhouse und der Serie um Harper Connelly, die Tote finden kann, weltberühmt geworden und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Beide Serien erscheinen auf Deutsch bei dtv.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 22.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423427982
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: An Ice Cold Grave
    Größe: 3224 kBytes
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Ein eiskaltes Grab

An der Ostküste wimmelt es nur so von Toten. Wenn ich beruflich in diesem Teil Amerikas zu tun habe, fühle ich mich stets so, als flatterten riesige Vogelschwärme in meinem Kopf herum, die nie zur Ruhe kommen. Das fängt schnell an zu nerven.

Aber ich hatte ein paar Aufträge an der Ostküste zu erledigen und fuhr mit meinem "Bruder" Tolliver quer durch South Carolina. Er schlief gerade, und ich sah lächelnd zu ihm hinüber. Weil er mich nicht sehen konnte, war es okay, ihn anzulächeln. Tolliver hat dunkle Haare, genau wie ich, und wenn wir nicht so viel joggen und sehr viel Zeit im Freien verbringen würden, wären wir beide blass. Außerdem sind wir eher dünn. Ansonsten sind wir sehr unterschiedlich. Tollivers Vater ist nie mit ihm zum Hautarzt gegangen, als Tolliver noch ein Teenager war, deshalb hat er zahlreiche Aknenarben im Gesicht. Seine Augen sind dunkler als meine dunkelgrauen, und er hat hohe Wangenknochen.

Als meine Mutter seinen Vater heiratete, taten sich zwei Yuppies zusammen, um gemeinsam den Bach runterzugehen. Meine Mutter ist mittlerweile tot, und Tollivers Vater steckt weiß Gott wo. Er wurde erst letztes Jahr aus dem Gefängnis entlassen. Mein Vater sitzt immer noch ein, wegen Veruntreuung und anderer vornehmer Verbrechen. Wir reden nie über sie.

Wenn man unbedingt nach South Carolina muss, kann es dort im Spätfrühling und Frühsommer sehr schön sein. Doch leider war es gerade Ende Januar und noch dazu ein besonders ekelhafter Januar. Der Boden war kalt, grau und voller Schneematsch, und für die nächsten Tage war noch mehr Schnee angekündigt. Ich fuhr vorsichtig, da viel Verkehr herrschte und die Straßen nicht richtig geräumt waren. Wir kamen gerade aus dem milden, sonnigen Charleston. Ein Paar dort war der Meinung gewesen, sein Haus wäre unbewohnbar, weil es darin spuken würde. Es hatte mich herbestellt, damit ich herausfände, ob es irgendwelche Leichen in den Wänden oder unter den Dielen gebe.

Das war eindeutig nicht der Fall. Dafür gab es Leichen in dem schmalen Garten hinter dem Haus. Drei Stück, lauter Babys. Keine Ahnung, was das bedeutete. Sie waren so kurz nach der Geburt gestorben, dass sie noch nicht genügend Bewusstsein entwickelt hatten, das ich hätte anzapfen können. Daher hatte ich die jeweilige Todesursache nicht benennen können, was mir normalerweise nicht weiter schwerfällt. Aber die Hauseigentümer in Charleston waren begeistert von meinem Fund, erst recht nachdem ein Archäologe die kümmerlichen Überreste der winzigen Leichen ausgegraben hatte. Die toten Babys lieferten ihnen Gesprächsstoff für die nächsten zehn Jahre. Sie hatten mir, ohne zu zögern, meinen Scheck überreicht.

Das ist nicht immer so.

Tolliver sagte: "Wo willst du anhalten, um etwas zu essen?"

Ich sah zu ihm hinüber, er war hellwach. Er streckte den Arm aus und klopfte mir auf die Schulter. "Bist du müde?", fragte er.

"Nein, eigentlich nicht. Es sind noch knapp fünfzig Kilometer bis Spartanburg. Ist dir das zu weit?"

"Klingt gut. Wollen wir zu Cracker Barrel ?"

"Du hast bestimmt Lust auf Gemüse."

"Ja. Weißt du, worauf ich mich wirklich freue, wenn wir dieses Haus kaufen, von dem wir die ganze Zeit träumen? Darauf, selbst zu kochen."

"Das können wir ganz gut, wenn wir zu Hause sind", pflichtete ich ihm bei. Wir hatten ein paar Kochbücher in Antiquariaten gekauft, mit ganz einfachen Rezepten.

Unsere Wohnung in St. Louis stand gerade zur Debatte. Wir waren so oft unterwegs, dass sie fast Geldverschwendung bedeutete. Aber wir brauchten eine Art Stützpunkt, einen Ort, an dem wir unsere Post abholen und den wir als unser Zuhause bezeichnen konnten, wenn wir nicht gerade quer durch die Vereinigten Staaten fuhren. Wir haben gespart, um uns ein Haus kaufen zu können, am liebsten irgendwo bei Dallas, damit wir nicht zu weit von unserer Tante und ihrem Mann entfernt wohnten. Die haben das Sorgerecht für unsere beiden kleinen Schwestern.

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