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Ein Monster kommt selten allein Roman von Correia, Larry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ein Monster kommt selten allein

Earl Harbinger ist jahrhundertealt - doch man sieht es ihm nicht an. Harbinger ist ein Werwolf und, wie die Ironie es will, Anführer und bester Jäger der Geheimorganisation Monster Hunter International. Er hat es geschafft, seinen Fluch in eine Tugend zu verwandeln, und kämpft auf der Seite der Guten. Das kann man aber leider nicht von jedem Übernatürlichen behaupten, und so steht Harbinger bald einem Werwolf gegenüber, der nur eins im Sinn hat: möglichst viele Anhänger um sich zu scharen und die Menschheit auszulöschen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 543
    Erscheinungsdatum: 15.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732523337
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Monster Hunter - Alpha
    Größe: 641 kBytes
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Ein Monster kommt selten allein

Kapitel 1

Ich bin einhundertdreiundfünfzigmal angeschossen und so oft gestochen, geschnitten und gebissen worden, dass ich den Überblick verloren habe. Ich bin in die Luft gesprengt, unter Strom gesetzt, eingefroren, lebendig begraben und in Brand gesetzt worden. Und einmal hat mich ein Zug gerammt. Ich habe in beiden Weltkriegen und noch ein paar anderen Konflikten gekämpft. Auf allen Kontinenten bis auf zwei habe ich Menschen getötet. Monster habe ich schon auf allen erledigt. Andere Dimensionen, fragen Sie? Zweimal.

Ich schätze, man könnte sagen, ich komme viel rum.

Als Ehemann, Vater, Großvater und mittlerweile Urgroßvater habe ich ganze Generationen kommen und gehen gesehen. Seit Jahrzehnten liebe, beschütze und wache ich über meine Familie, die Shacklefords. Abgesehen von einigen bemerkenswerten Ausnahmen sind die meisten von ihnen ziemlich gut geworden. Was nicht unwichtig ist, denn im großen Gefüge der Dinge verkörpern die Shacklefords einen ganz besonderen Menschenschlag. Dieses spezielle Tagebuch dreht sich allerdings nicht um sie.

Ich leite Monster Hunter International, den besten Laden der Branche. Wenn man lange genug für MHI arbeitet, bekommt man so einiges zu sehen. Ich bin ein paar der schrägsten Wesen in Gottes Schöpfung über den Weg gelaufen und habe einen ganzen Haufen davon alle gemacht. Sie würden nicht glauben, gegen welche Scheiße wir schon gekämpft haben. Viele unschuldige Menschen leben heute nur noch, weil einer meiner Jäger eingegriffen und getan hat, was getan werden musste. Die tapfersten Männer, die es je gegeben hat, schauen zu mir als ihrem Anführer auf, und das verlangt einem Demut ab. Aber in diesem Tagebuch geht es auch nicht um sie.

All diese Dinge habe ich bereits niedergeschrieben. Nun muss ich mich auf den schwierigen Teil konzentrieren. Das ist das dritte Tagebuch, das ich zu führen versuche. Wenn Sie diese Worte lesen, kann ich nur davon ausgehen, dass Sie die Wahrheit über mich kennen. Dieses Buch dreht sich um Dinge, die ich lieber nicht preisgeben möchte - Dinge, die ich lieber vergessen hätte. Aber niemand lebt ewig. Ich hoffe, dass einiges, was ich erfahren habe, anderen helfen wird, wenn ich nicht mehr bin. Ein weiser Mann hat mal zu mir gemeint, dass wir nicht klüger sind als die Jäger, die es vor uns gegeben hat. Der einzige Grund, warum wir überhaupt eine Ahnung von irgendetwas haben, ist, dass sich diese Leute die Mühe gemacht haben, Dinge aufzuschreiben. Also los.

Ich bin ein Werwolf.

Sie haben keine Vorstellung, wie außergewöhnlich schwer dieser Satz zu schreiben war. Ich starre auf die Worte und würde die Seite am liebsten herausreißen, um den Beweis zu verbrennen. Tendenziell sind wir nämlich Geheimniskrämer.

Wissen Sie, ich bin mit einem Fluch geschlagen. Man lernt, damit umzugehen, sonst macht er einen fertig. Darüber zu lamentieren, ändert gar nichts. Den Fluch zu begrüßen, zerstört einen. Ich habe ins Antlitz des Bösen gestarrt, und ich bin das Antlitz des Bösen gewesen. Ich habe in meinem Leben einige schlimme Dinge getan. Gut, dass ich so lange lebe, denn ich versuche immer noch, das auszugleichen. Manche Menschen würden es als Buße bezeichnen. Ich bezeichne es als meinen Job.

Ich bin ein Monsterjäger. Ich bin ein Monster. Ich wurde im Jahr 1900 als Raymond Earl Shackleford Jr. geboren, Sohn des größten Monsterjägers, der je lebte. Seither trug ich viele Namen.

Heute nennt man mich Harbinger.

"Oh Mann, sind wir nicht Mr. Melodramatisch?", brummte Earl Harbinger, nachdem er die erste Seite des Tagebuchs noch einmal durchgelesen hatte. Eigentlich überraschte ihn, dass es ihm gelungen war, bereits so viele Seiten zu füllen. Sie nun noch einmal durchzulesen, hatte ihm eine Beschäftigung verschafft, während er auf das Treffen wartete.

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