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Ein Rückblick aus dem Jahr 2000 auf 1887 von Bellamy, Edward (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2017
  • Verlag: EClassica
eBook (ePUB)
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Ein Rückblick aus dem Jahr 2000 auf 1887

Eines der einflussreichsten Bücher des 19. Jahrhunderts ist heute - völlig zu Unrecht - beinahe vergessen: Edward Bellamys 'Looking Backward, Or: Life in the Year 2000'. Dutzende spätere Autoren ließen sich von dem Werk inspirieren und schrieben Fortsetzungsgeschichten und Rezensionen. Auch die heute bekanntesten Werke der Gattung utopischer Romane, Orwells 1984 und Huxleys Brave New World sind von Looking Backward deutlich beeinflusst. Genau wie der nur sieben Jahre später erschienene Science-Fiction Roman 'Die Zeitmaschine' von H. G. Wells. Hier wie dort begibt sich der Protagonist auf Zeitreise - bei Bellamy allerdings nicht durch eine Maschine, sondern durch einen über hundert Jahre währenden Schlaf, in den er versehentlich während einer Hypnose-Sitzung versetzt wird. © Redaktion eClassica, 2017 Für die eBook-Ausgabe völlig neu überarbeitet und in aktualisierter Rechtschreibung

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 265
    Erscheinungsdatum: 08.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962559182
    Verlag: EClassica
    Größe: 460 kBytes
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Ein Rückblick aus dem Jahr 2000 auf 1887

Erstes Kapitel

Ich erblickte das Licht der Welt in Boston im Jahre 1857. "Was!" sagt der geehrte Leser, "1857? Das ist ein sonderbarer Fehler, er meint natürlich 1957." Ich bitte um Entschuldigung, aber es ist kein Irrtum. Es war ungefähr vier Uhr nachmittags am 26. Dezember, einen Tag nach Weihnachten, im Jahre 1857, nicht 1957, als ich zum ersten Male den Ostwind Bostons einatmete, welcher, wie ich dem Leser versichern kann, in jener vergangenen Zeit sich durch die nämliche Ein- und Zudringlichkeit auszeichnete, wie im gegenwärtigen Jahre des Heils 2000.

Diese Auskunft über meine Geburt wird augenscheinlich jedem so verkehrt vorkommen, zumal wenn ich hinzufüge, dass ich dem Anscheine nach ein Mann von ungefähr dreißig Jahren bin, dass niemand getadelt werden kann, wenn er ohne weiteres ein Buch beiseite legt, welches in so hohem Grade seine Leichtgläubigkeit auf die Probe zu stellen verspricht. Nichtsdestoweniger versichere ich dem Leser in vollem Ernste, dass es nicht in meiner Absicht liegt, ihn zu hintergehen, und ich werde versuchen, ihn davon vollständig zu überzeugen, wenn er mir nur noch eine kurze Weile Gehör gibt. Wenn es mir daher erlaubt ist, auf das Versprechen hin, dass ich meine Aussage rechtfertigen werde, anzunehmen, dass ich besser weiß als der Leser, wann ich geboren bin, so will ich meine Erzählung fortsetzen. Jeder Schulknabe weiß, dass gegen das Ende des neunzehnten Jahrhunderts weder eine Zivilisation, wie sie heute vorhanden, noch irgend eine ihr ähnliche, existierte, obgleich die Elemente, durch welche sie entwickelt wurde, bereits in Gärung begriffen waren. Nichts jedoch hatte sich ereignet, die seit undenklichen Zeiten vorhandene Spaltung der Gesellschaft in die vier Klassen - oder Nationen, wie sie schicklicher genannt werden können - abzuändern. In der Tat, die Unterschiede zwischen denselben waren bei weitem größer als diejenigen, welche heut zwischen den Nationen bestehen, die Unterschiede nämlich zwischen den Reichen und den Armen, den Gebildeten und den Unwissenden. Ich selbst war reich und auch gebildet und besaß daher alle Vorbedingungen für das Glück, dessen sich die am meisten vom Schicksal Begünstigten in jenem Zeitalter erfreuten. Ich lebte im Luxus und beschäftigte mich nur mit den Vergnügungen und Annehmlichkeiten des Lebens. Die Mittel zu meinem Unterhalte empfing ich durch die Arbeit anderer, obgleich ich nicht den geringsten Dienst als Äquivalent dafür leistete. Meine Eltern und Großeltern hatten in derselben Weise gelebt, und ich erwartete, dass meine Nachkommen, wenn ich deren hätte, sich einer ähnlichen, leichten Existenz erfreuen würden.

Der Leser fragt, wie ich denn leben konnte, ohne der Welt irgend einen Dienst zu leisten. Warum sollte die Welt jemanden im Nichtstun unterhalten, der fähig war, Dienste zu leisten? Die Antwort ist, dass mein Urgroßvater eine Summe Geldes aufgespeichert hatte, von welcher seine Nachkommen seitdem stets gelebt hatten. Man wird natürlich schließen, dass diese Summe sehr groß gewesen sein müsse, um nicht durch den Unterhalt dreier nichts tuender Generationen erschöpft worden zu sein. Dies jedoch war nicht der Fall. Die Summe war anfänglich nicht groß gewesen. Sie war tatsächlich viel größer jetzt, nachdem sie drei Geschlechter in Trägheit erhalten hatte, als sie zuerst gewesen war. Dieses Geheimnis eines Gebrauches ohne Verzehrung, einer Wärme ohne Verbrennung, erscheint fast wie Zauberei; aber es war nichts weiter als eine schlaue Anwendung der Kunst, welche glücklicherweise jetzt verloren gegangen ist, von unsern Vorfahren aber zu großer Vollkommenheit gebracht worden war: der Kunst, die Last des eigenen Unterhalts auf die Schultern anderer zu wälzen. Wer dies erreicht hatte, - und es war das Ziel, nach dem alle strebten, - der lebte, so sagte man, von den Zinsen seines Kapitals. Es würde uns zu sehr aufhalten, hier zu erklären, wie die alte Gesellschaftsordnung dies möglich machte; i

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