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Eiswelt Roman von Clement, Hal (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Eiswelt

Kälte ist relativ Auf dem Planeten Sarr taucht eine neue, gefährliche Droge auf. Rauschgiftermittler Sallman Ken erhält den Auftrag, die Herkunft der Droge zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden. Er findet heraus, dass sie pflanzlichen Ursprungs ist und vom dritten Planeten einer Sonne der Spektralklasse G stammt. Doch im Orbit stockt ihm der Atem: Auf einem so kalten Planeten soll es intelligentes Leben geben? Einzig der innerste Planet dieser winzigen Sonne bekommt in Sallmans Augen genug Sonnenlicht und Wärme ab, dass man dort halbwegs angenehm leben könnte. Aber auf Planet Nummer drei sieht die Sache anders aus: Dort ist es so kalt, dass das Wasser überwiegend nur in flüssiger Form vorhanden ist, und Schwefel, Kalium, Blei und Zinn gefrieren sofort und sind nur in festem Zustand vorhanden. Sallman ist alles andere als erpicht darauf, in dieser Eiseskälte Ermittlungen anzustellen ... Hal Clement, eigentlich Harry Clement Stubbs, wurde 1922 in Somerville, Massachusetts geboren und studierte Chemie und Astronomie an den Universitäten Boston und Harvard. Seit den 1940er Jahren schrieb er Science Fiction unter dem Pseudonym Hal Clement. Seine Romane 'Die Nadelsuche' und 'Schwerkraft' gehören zu den Klassikern des Genres. Hal Clement starb 2003.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641212810
    Verlag: Heyne
    Größe: 621 kBytes
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Eiswelt

I

Sallman Ken war sich nie ganz sicher gewesen, ob es klug gewesen war, auf Rades Ersuchen einzugehen. Er war kein Polizist, und er wusste das. Körperliche Gefahren waren nicht sein Fall. Er war zwar immer der Meinung gewesen, ein gewisses Ausmaß an Unbehagen ertragen zu können, doch der Anblick, der sich ihm durch das Bullauge der Karella bot, ließ ihn zweifeln.

Dabei musste er zugeben, dass Rade fair gewesen war. Der Chef der Rauschgiftabteilung hatte ihm offensichtlich alles gesagt, was er selbst wusste. So viel jedenfalls, dass Ken mit ausreichendem Einsatz seiner Phantasie sogar so etwas hätte voraussehen können.

"Viel ist davon ja niemals aufgetaucht", hatte Rade erklärt. "Wir wissen nicht mal, wie die Händler das Zeug nennen - für sie ist es einfach eine 'Prise'. Es ist jetzt ein paar Jahre im Umlauf. Als es auftauchte, begannen wir uns dafür zu interessieren, doch als sich herausstellte, dass es sich bloß um kleine Mengen handelte, ließen wir es links liegen."

"Was ist denn dann so gefährlich daran?", hatte Ken gefragt.

"Jedes Suchtgift ist gefährlich, das sollten Sie als Lehrer naturwissenschaftlicher Fächer eigentlich am besten wissen. Die besondere Gefährlichkeit des Zeugs scheint darin zu liegen, dass es gasförmig ist und daher einem unfreiwilligen Opfer leicht eingeflößt werden kann; und es ist so stark, dass eine einzige Dosis unvermeidlich zur Sucht führt. Sie begreifen, was für eine Gefahr für die Allgemeinheit das werden könnte." Ken hatte es deutlich begriffen.

"Wir verstehen uns also. Mich wundert nur, dass wir nicht alle schon längst süchtig geworden sind. Ein Generator im Ventilationssystem eines Gebäudes, an Bord eines Schiffes - damit könnten Hunderte sicherer Kunden für denjenigen gewonnen werden, der die Droge vertreibt. Warum also ist eine weitere Verbreitung ausgeblieben?" Rade hatte zum ersten Mal ein Lächeln sehen lassen.

"Dafür scheint es zwei Gründe zu geben. Es gibt Schwierigkeiten mit der Herstellung, falls die vagen Gerüchte, die uns zugetragen werden, in etwa zutreffen. Und zweitens hält sich das Zeug nicht bei normaler Temperatur. Es muss bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert werden. Unter normalen Bedingungen zersetzt es sich in Sekundenschnelle. Ich glaube, es ist der gleiche Prozess wie bei Verfallsprodukten, aber bis jetzt haben wir leider keine Probe bekommen, um das zu belegen."

"Und was habe ich dabei zu tun? Wenn Sie keine Probe haben, dann kann ich sie auch nicht analysieren. Ich brächte es vielleicht ohnehin nicht fertig, schließlich bin ich Lehrer und nicht Chemiker von Beruf. Was könnte ich sonst noch tun?"

"Gerade weil Sie Lehrer sind - so eine Art naturwissenschaftliches Universalgenie, ohne auf irgendeinem Gebiet Experte zu sein -, könnten Sie uns von Nutzen sein. Ich sagte schon, dass es mit dieser Droge Schwierigkeiten gibt.

Wir können davon ausgehen, dass die Hersteller die Menge erhöhen möchten. Zu diesem Zweck brauchen sie natürlich einen erstklassigen Produktionstechniker. Sie wissen so gut wie ich, dass sie es allein niemals schaffen könnten. Kein Mensch könnte heimlich in so ein Projekt eingeschleust werden. Jeder halbwegs fähige Ingenieur hat seit der Entdeckung von Velio alle Hände voll zu tun. Wenn jemand entsprechende Kontakte knüpft, dann kämen wir ihm mit Leichtigkeit auf die Spur.

Sie hingegen sind ganz unverdächtig. Sie haben Urlaub, ein ganzes Jahr. Niemandem wird Ihre Abwesenheit auffallen - und wir gehen davon aus, dass diese Leute einigermaßen Grips haben. Deshalb haben wir dieses Gespräch unter größter Geheimhaltung arrangiert."

"Aber irgendwie müssen Sie auf mich aufmerksam machen, sonst erfahren die anderen ja niemals von meiner Existenz", wandte Ken ein.

"Das lässt sich machen - eigentlich ist es schon geschehen. Wir haben Ihr Einverständnis vorausgesetzt. Die Sache ist einfach zu wichtig. In den Kreisen

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