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Fateful In weite Ferne - Roman von Gray, Claudia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2014
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Fateful

1912: Seit vielen Jahren steht die 18-jährige Tess in den Diensten einer reichen, kaltherzigen Familie. Auf einer Reise nach Amerika beschließt sie zu fliehen, sobald das Schiff - die RMS Titanic - den Hafen erreicht. An Bord trifft sie jedoch den gut aussehenden Alec, der sie von ihren Sorgen ablenkt. Aber Alec hütet düstere Geheimnisse - und er wird von gefährlichen Feinden verfolgt. Ihre Liebe zu ihm bringt Tess in ungeheuerliche Gefahr, und auch das Schicksal hält noch Einiges für sie bereit, bevor die Reise mit der Titanic vorüber sein wird ... Bevor Claudia Gray sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete sie als Anwältin, Journalistin und DJ. Seit ihrer Kindheit interessiert sie sich für Filmklassiker, die Stile vergangener Epochen und Architektur. Ihr dadurch erworbenes Wissen ließ sie sanft in die Welt von 'Evernight' einfließen und erschuf so eine unverwechselbare Stimmung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 17.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641123987
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2153 kBytes
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Fateful

9. April 1912

Es ist noch nicht zu spät, wieder umzukehren , sage ich mir.

Als mir einige Matrosen, die in einer Gruppe beisammenstehen, begehrliche Blicke zuwerfen, verschränke ich die Arme vor der Brust und wünsche mir, mein Mantel sähe nicht so schäbig aus. Auch wenn die Frühlingstage inzwischen warm sind, ist es in den Nächten doch noch kalt, und der beißende Wind vom Meer schneidet durch den dünnen Stoff meiner Kleidung.

In den Straßen von Southampton wird es langsam dunkel. Nicht dass man die Sonne hätte sehen können oder etwas anderes Aufheiterndes zwischen all diesen Gebäuden, die rings um einen herum aufragen. Meine Füße, die nur an die unbefestigten Wege meines Heimatdorfes und die polierten Böden von Moorcliffe gewöhnt sind, stolpern auf dem Kopfsteinpflaster. Ich halte mich gerne für ein Mädchen, das so leicht nichts erschüttern kann, aber alles und jeder um mich herum ist mir unvertraut, und das bringt mich aus dem Gleichgewicht. Die Stadt wirkt gefährlich, und die Dämmerung hier erscheint mir bedrohlicher als Mitternacht zu Hause.

Ich könnte zur Hotelsuite zurückkehren, wo mich die Frauen der Familie, bei der ich im Dienst stehe, erwarten. Ich könnte behaupten, dass das Geschäft schon geschlossen gewesen sei und dass ich keine Schnürsenkel habe kaufen können. Miss Irene wäre das vollkommen egal; sie war ohnehin dagegen, dass ich ganz allein losgeschickt wurde.

Aber Lady Regina würde gewiss vor Wut schnauben, auch wegen etwas so Belanglosem, keine Schnürbänder für die bevorstehende Reise erstanden zu haben. Und Lady Reginas Zorn würde auf Mrs. Horne überspringen, die ihrerseits mich dann bestrafen würde. Ich fürchte mich zwar davor, hier allein draußen in der Stadt zu sein, aber noch mehr Angst habe ich davor, entlassen zu werden, ehe ich nach Amerika gekommen bin.

Also nehme ich meine Schultern zurück und haste weiter durch die Straßen. Ich trage die Uniform eines Dienstmädchens: ein langes schwarzes Kleid, eine weiße Schürze und eine bauschige Leinenhaube, die mich als Angehörige der unteren Klasse und damit als bedeutungslos ausweisen. Aber mein Erscheinungsbild verrät auch, dass ich in einem Haushalt angestellt bin, der wohlhabend genug ist, um sich Bedienstete zu leisten, die man zu Botengängen losschicken kann. Vielleicht sorgt dieses Wissen für meine Sicherheit. Die Männer um mich herum können sich sicher sein, dass ich für feine Herrschaften arbeite und dass ebendiese Leute aufgebracht wären und eine Bestrafung verlangen würden, sollte mir etwas zustoßen.

Glücklicherweise kennen diese Männer Lady Regina nicht. Ihre einzige Reaktion auf meinen Tod würde die Verärgerung sein, ein neues Mädchen finden zu müssen, dem meine Uniform passt, sodass die Familie kein Geld für eine neue würde ausgeben müssen.

Über unsere Köpfe fegt etwas hinweg. Zunächst halte ich es für eine Möwe und hebe eine Hand, um meinen Kopf zu schützen. Vor diesem Nachmittag habe ich noch nie eine Möwe zu sehen bekommen, und doch bin ich bereits jetzt so weit, diese lauten, gierigen Viecher zu verabscheuen. Aber es ist gar keine Möwe. Zwar kann ich bei diesem schnellen Flug kaum etwas erkennen, aber ich sehe die spitzen Flügel und das rasche Flattern. Es ist eine Fledermaus, denke ich. Was noch schlimmer ist, denn das erinnert mich an die Schauerromane, die ich klammheimlich in der Bibliothek der Lisles gelesen habe: Mary Shelleys Frankenstein , Bram Stokers Dracula , Ann Radcliffes Der Italiener und all diese anderen gruseligen Geschichten. Es hat so viel Spa&szl

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