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Flammendes Erbe Krieg der Drachen 2 von Thomas, F. I. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2019
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 11.01.2019 per Download lieferbar

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Flammendes Erbe

Der Krieg zwischen den alten Magiern und ihren Novizen ist noch nicht vorbei. Doch ein neuer Feind hält beide Seiten in Atem. Die längst besiegt geglaubten grausamen Drachen sind zurückgekehrt und wollen mit nichts Geringerem als einem Heer aus Toten die Herrschaft wieder an sich reißen. Mutig beginnen die Novizen den Widerstand zu organisieren – aber die Allianzen sind brüchig. Vor allem als ein Gerücht die Runde macht: Wissen die Drachen, wie man Zauberei ohne den Verlust der Lebenskraft wirken kann? Um mehr dazu herauszufinden, müssen die jungen Magier bis ins Totenreich vordringen. Dort befindet sich die "Bibliothek der Toten", die ein Geheimnis birgt, das ihnen vielleicht doch noch zum Sieg verhelfen könnte ...

Der norddeutsche Autor liebt die Fantasy in all ihren Facetten. Dabei schätzt er spannende Geschichten mehr als guten Wein. Seine ersten Erzählungen entstanden bereits in der Teenagerzeit und aus einem Hobby wurde so eine Leidenschaft, der er später sogar Ausbildung und Studium unterordnete. Von ihm stammen mehrere verfilmte Drehbücher und Theaterstücke. Entspannung findet er bei Spiel, Sport und Breakdance.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 11.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492992381
    Verlag: Piper
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Flammendes Erbe

Das Lied der Toten

Der Drache stieß lotrecht in die Tiefe.

Sein langer gezüngelter Schwanz ragte steil in den Nachthimmel, die fledermausartigen Schwingen presste er eng an den Schuppenleib, und aus dem aufgerissenen Schlund stoben Flammen.

Er war ein Gestalt gewordener Schrecken.

Und er wirkte fast lebensecht.

Magister Rasgath Tiefwasser klopfte sich den Schmutz von der Weste, rückte seine Nickelbrille zurecht und betrachtete aufmerksam die gewaltige Steinmetzarbeit, die das Mondlicht an den Außenmauern des Turms der Toten enthüllte. Sie war annähernd dreißig Schritt hoch; von der Plattform der runden Zinne bis hinab zu dem wuchtigen, hausgroßen Fundament mit dem doppelflügeligen Portal.

Da der hohe Turm aus dem schwarzen Basalt der Lindwurmhöhen gefertigt und an exponierter Stelle über der heutigen Hafenstadt Wyverhaven errichtet worden war, ragte er tagsüber wie ein schwarzer Dorn aus dem Stadtbild hervor. Ein unheimlicher Eindruck, der sich jetzt, im Mondlicht, noch verstärkte. Daran änderten auch die beiden luftigen und von Pfeilern verzierten Außengalerien nichts, die das Bauwerk ab einer Höhe von zwanzig Schritt ringförmig umschlossen. Hinzu kamen die schmalen, an Schießscharten gemahnenden Mauerdurchbrüche, die unregelmäßig in der Turmwand gähnten und dafür sorgten, dass sich der Westwind klagend in dem Bauwerk verirrte.

In Wyverhaven war das unentwegte, auf- und abschwellende Heulen des Windes als Lied der Toten bekannt. Kein Wunder, denn die Toten waren es, die das unheimliche Bauwerk bevölkerten - und sie waren es auch, die vielleicht den Schlüssel zur Rettung der Jungen Königreiche hüteten.

Nein, nicht vielleicht. Die ebenso riesige wie eigenwillige Abbildung des Drachen ließ gar keinen Zweifel daran. Umso befremdlicher erschien es Rasgath, dass er den allzu deutlichen Fingerzeig all die Jahre übersehen hatte. Immerhin handelte es sich um die imposanteste von Menschenhand gefertigte Darstellung eines Drachen in den Jungen Königreichen. Doch auch er hatte sie bislang als Mahnung missinterpretiert. Als Erinnerung an die fürchterliche Bedrohung, der dieser Teil der Welt über ein Jahrtausend lang ausgesetzt gewesen war - bis die Lindwürmer vor genau 420 Jahren besiegt worden waren.

Am Ende des Dritten Drachenkrieges.

Vermeintlich ausgelöscht.

Denn die Magierschaft hatte die Völker damals belogen.

Eine Lüge, an die Rasgath Tiefwasser selbst nur zu gern geglaubt hatte - bis ihn der schändliche Verrat seiner einstigen Magierkollegin Alruna von Greifenfels eines Besseren belehrt hatte. Alruna war in Wahrheit die Drachin Srazzz. Und noch immer konnte er es nicht fassen, dass sie ihn und die übrigen Zauberer all die Jahrhunderte über in Menschengestalt genarrt und so am Ende ausgetrickst hatte.

Das war vor zwei Wochen gewesen. Und nun war es nicht mehr zu leugnen: Die Drachen waren zurück.

Alruna war nicht allein. Im Verborgenen hatte sie weitere Drachen aufgezogen, und es war ihr gelungen, den finsteren Drachenkönig Yolsulgur aus dem Reich der Toten ins Diesseits zurückzuholen. Das veränderte alles. Denn der Drachenkönig war jetzt ein Wesen der Nacht. Eine monströse, untote Kreatur, die kaum etwas mit der Welt der Lebenden verband. Ja, es stand sogar zu befürchten, dass Yolsulgur durch die unheimliche Transformation weitaus mächtiger war als früher.

Rasgath Tiefwasser atmete tief die raue Seeluft ein, die von Westen kommend über das Plateau am Fuß des Turms strich. Scheiterte er also an seinem heutigen Vorhaben, dann war guter Rat teuer.

Er wollte gerade auf das Portal zuschreiten, als er hinter sich, dort, wo eine steile Treppe hinab ins Stadtgebiet führte, hektische Stiefelschritte vernahm. Lichtschein nahte.

Seine Ankunft war also nicht unbemerkt geblieben.

Sein Kollege Walmar der Weise hatte ihm einen seiner Sturmringe überlassen, dessen Magie ihm die ra

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