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Future Roman von Glukhovsky, Dmitry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.05.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Future

Willkommen in der Zukunft! Seit die Sterblichkeit überwunden wurde, ist die Erde vollkommen überbevölkert. Ganz Europa ist zu einer einzigen Megapolis aus gigantischen Wohntürmen zusammengewachsen. Nur die Reichen und Mächtigen können sich in den obersten Etagen noch ein unbeschwertes Leben leisten, während die Mehrheit der Bevölkerung auf den niederen Ebenen ein beengtes Dasein fristet. Die Fortpflanzung ist streng reglementiert, und illegale Geburten werden unnachgiebig verfolgt. Als der Polizist Nr. 717 auf den Anführer einer Terrorgruppe angesetzt wird, gerät er in das Netz eines Komplotts, das bis in die höchsten Etagen der Gesellschaft reicht - und das die brutale Ordnung ins Wanken bringen wird. Dmitry Glukhovsky, geboren 1979 in Moskau, hat in Jerusalem Internationale Beziehungen studiert und arbeitete als TV-und Radio-Journalist unter anderem für den Fernsehsender Russia Today und die Deutsche Welle. Mit seinem Debütroman METRO 2033 landete er auf Anhieb einen Bestseller. Er gilt als einer der neuen Stars der jungen russischen Literatur. Der Autor lebt in Moskau.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 928
    Erscheinungsdatum: 12.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641132026
    Verlag: Heyne
    Serie: Metro Bd.2
    Originaltitel: Metro 2034
    Größe: 1033 kBytes
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Future

II - WIRBEL

E igentlich dürfte ich hier gar nicht sein. Aber ich bin zu aufgewühlt, um nach Hause zu gehen, und zu betrunken, um mich zusammenzureißen – also bin ich hier.

Im Badehaus Quelle.

Von meiner Schale aus gesehen, scheint es das ganze Weltall einzunehmen.

Hunderte großer und kleiner Becken steigen in fächerförmigen Kaskaden in den warmen Abendhimmel auf. Sie alle sind über durchsichtige Röhren miteinander verbunden. Aus den Umkleidekabinen geht es zunächst mit einem Fahrstuhl einen etwa hundert Meter hohen Glasschacht hinauf, an dem die gesamte phantasmagorische Konstruktion befestigt ist. Ganz oben befindet sich ein breites Becken, von wo sich eine Vielzahl gläserner Tunnel in alle Himmelsrichtungen verzweigt. Auf schäumenden Bächen gleitet der Badegast abwärts, von einer Schale zur anderen, bis er diejenige gefunden hat, die ihm zusagt.

Jede dieser mit Meerwasser gefüllten Schalen pulsiert in einer bestimmten Farbe zum Takt einer eigenen Melodie. Dennoch ergibt sich kein kakofonisches Durcheinander: Von einem unsichtbaren Dirigenten geleitet, vereinigen sich Tausende von Schalen zu einem großen Orchester, unzählige Einzelstimmen verschmelzen zu einer einzigen, gewaltigen Sinfonie. Genau wie die Röhren sind auch die Schalen durchsichtig. Blickt man von oben auf sie hinab, erscheinen sie wie Blüten an den Zweigen des Weltenbaums, von unten betrachtet dagegen sind es Heerscharen schillernder Seifenblasen, die der Wind ins abendliche Blau hinausträgt. Auch das vielfarbige Leuchten dieser scheinbar frei schwebenden umgedrehten Glaskuppeln ist nach einem bestimmten Rhythmus synchronisiert: Mal nehmen die Schalen eine einheitliche Tönung an, mal breitet sich ein buntes Farbspiel über sie aus, wie ein Lauffeuer im Gezweig eines wundersamen kristallenen Baobabs, der den Himmel mit der irdischen Feste verbindet.

Der Baobab steht inmitten eines grünen Hochplateaus, umgeben von verschneiten Gebirgsausläufern, hinter denen die Sonne gerade erst untergegangen zu sein scheint. Natürlich sind die grauen Gipfel, die moosbedeckte Ebene davor und der allmählich erlöschende Himmel dahinter nur Projektionen. Nichts davon gibt es wirklich. Tatsächlich existiert nur eine gigantische würfelförmige Box, in deren Zentrum sich dieses unwirkliche Gebilde aus Pseudoglas, einem durchsichtigen Verbundwerkstoff, befindet.

Doch nur mir fällt die Täuschung auf, denn heute habe ich den wahren Himmel und den wahren Horizont gesehen. Die übrigen Besucher des Bades lassen sich wie immer durch nichts irritieren. Auflösung und Raumtiefe dieser Projektion sind so eingestellt, dass das menschliche Auge die Fälschung schon ab zwanzig bis dreißig Meter Entfernung nicht mehr wahrnimmt. Wozu auch: Heutzutage hat niemand mehr das Bedürfnis, die durchsichtigen Barrieren zu überwinden, die die Grenzen dieses komfortablen Selbstbetrugs markieren.

Auch ich selbst will an diese Berge und diesen Himmel glauben, und ich habe genügend Tequila in mir, um die Grenze zwischen Projektion und Realität dahinschmelzen zu lassen.

Wie sch

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