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Grabesstimmen Roman von Harris, Charlaine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)

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Grabesstimmen

Teil 1 der Serie Die junge Harper Connelly ist gewissenhaft, ehrlich, loyal - und in den Augen der meisten Menschen ziemlich seltsam. Seit sie als Teenager einmal vom Blitz getroffen wurde, hat Harper eine ungewöhnliche Gabe: Sie kann Tote finden und deren letzte Momente nacherleben. Diese Gabe hat sie zum Beruf gemacht - ganz normal für eine Dienstleistungsgesellschaft, meint sie, doch die Leute, denen sie bei ihrer Arbeit begegnet, sehen das oft anders ... Gemeinsam mit ihrem Stiefbruder, Manager und Bodyguard Tolliver fährt sie in eine Kleinstadt in Arkansas, um nach einem verschwundenen Teenager zu suchen. Diese Aufgabe ist schnell erledigt, doch die Stadt anschließend wieder zu verlassen ist nicht ganz so einfach. Tolliver wird unter einem fadenscheinigen Vorwand verhaftet, und auf einmal ist Harpers Leben in Gefahr. Ganz eindeutig stimmt etwas nicht in Sarne, Arkansas. Charlaine Harris lebt mit ihrer Familie in Arkansas. Sie ist mit ihrer Bestseller-Vampir-Serie um Sookie Stackhouse und der Serie um Harper Connelly, die Tote finden kann, weltberühmt geworden und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Beide Serien erscheinen auf Deutsch bei dtv.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 16.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423427951
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: Harper Connelly 1
    Originaltitel: Grave Sight
    Größe: 2807 kBytes
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Grabesstimmen

Der Sheriff war alles andere als erfreut über meine Anwesenheit. Aber wer hatte mich dann ausfindig gemacht und nach Sarne beordert? Wahrscheinlich einer der Zivilisten, die jetzt verlegen in seinem Büro herumstanden. Sie waren ausnahmslos gut gekleidet und genährt, eindeutig Leute, die es gewohnt sind, etwas darzustellen. Ich sah von einem zum anderen. Der Sheriff, Harvey Branscom, hatte ein rotes, runzeliges Gesicht, das von einem weißen Schnurrbart unterbrochen wurde, und kurz geschnittenes weißes Haar. Er war bestimmt Mitte fünfzig, vielleicht auch älter. Branscom trug eine enge khakifarbene Uniform und saß auf dem Drehstuhl hinter seinem Schreibtisch. Er sah angewidert drein. Der Mann zu seiner Rechten war mindestens zehn Jahre jünger, dunkelhaariger und wesentlich dünner, sein schmales Gesicht war frisch rasiert. Er hieß Paul Edwards und war Anwalt.

Die Frau, mit der er gerade stritt, etwas jünger als er und mit aufwendig blondierten Haaren, war Sybil Teague. Sie war Witwe, und die Nachforschungen meines Bruders hatten ergeben, dass sie einen Großteil der Stadt Sarne geerbt hatte. Neben ihr stand ein weiterer Mann, Terence Vale. Er hatte ein rundes Gesicht, dünnes fahles Haar, eine Nickelbrille und trug eines von diesen Namensschildchen zum Aufkleben. Er käme gerade von einer Ratsversammlung, hatte er beim Hereineilen verkündet. Auf seinem Namensschild stand: "Hi! Ich bin TERRY , der BÜRGERMEISTER ."

Da Bürgermeister Vale und Sheriff Branscom derart verstimmt über meine Anwesenheit waren, nahm ich an, dass mich Paul Edwards oder Sybil Teague herbeordert hatte. Ich sah von einem zum anderen. Teague, dachte ich. Ich lehnte mich lässig in dem unbequemen Stuhl zurück, schlug die Beine übereinander und wippte mit dem freien Fuß auf und ab. Dabei kam mein schwarzer Lederslipper dem Schreibtisch des Sheriffs gefährlich nahe. Die vier warfen sich Anschuldigungen an den Kopf, als sei ich gar nicht im Raum. Wahrscheinlich konnte sie Tolliver sogar noch im Wartezimmer hören.

"Wollen Sie das nicht lieber besprechen, während mein Bruder und ich zurück ins Hotel gehen und uns ausruhen?", fragte ich mitten in ihre lautstarke Auseinandersetzung hinein.

Sie verstummten und sahen mich an.

"Ich fürchte, wir haben Sie unter falschen Voraussetzungen herkommen lassen", sagte Branscom bemüht höflich, aber an seinem Gesicht konnte ich erkennen, dass er mich zur Hölle wünschte. Seine Hände lagen zu Fäusten geballt auf dem Schreibtisch.

"Und die wären ...?" Ich rieb mir die Augen. Ich kam direkt von einem anderen Einsatzort und war ziemlich müde.

"Terry hat uns nicht ganz richtig über Ihre Referenzen informiert."

"Gut, dann machen Sie das doch bitte unter sich aus, während ich ein wenig Schlaf nachhole", sagte ich erschöpft und gab kampflos auf. Ich erhob mich mühsam und fühlte mich schlagartig uralt, auf jeden Fall wesentlich älter als meine vierundzwanzig Jahre. "Es wartet nämlich noch ein weiterer Fall in Ashdown auf mich. Deshalb werde ich gleich morgen früh abreisen. Aber zumindest die Fahrtkosten müssen Sie uns erstatten. Wir sind extra von Tulsa hergefahren. Mein Bruder wird Ihnen sagen, wie viel das macht."

Ohne eine Antwort abzuwarten, verließ ich Branscoms Büro, lief einen Flur entlang und betrat durch eine Tür den Wartebereich. Ich ignorierte die Einsatzkoordinatorin hinter dem Schreibtisch, die mich neugierig musterte. Bestimmt hatte sie meinen Bruder Tolliver genauso neugierig angestarrt, bis ich sie ablenkte.

Tolliver ließ die alte Zeitschrift fallen, die er durchgeblättert hatte, und erhob sich aus dem Kunstledersessel. Tolliver ist siebenundzwanzig. Sein Schnurrbart hat einen roten Schimmer, ansonsten sind seine Haare genauso schwarz wie meine.

"Fertig?", fragte er. Ich sah ihm an, dass er genervt war. Er blickte auf mich herunter und hob fragend die Brauen. Tolliver ist mindestens 10 cm größer als ich mit meinen 1,70 m. I

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