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Hüter des Windes von Schneider, Isabella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Hüter des Windes

Zoe lebt in einer Welt, in der Magie in Form des Windes herrscht. Liben, die Königin, kann diese Magie erwirken. In dieser Welt gibt es Menschen mit einer Tierseele, sie heißen Moonys. Zoe selbst kann sich in einen Schneeleoparden verwandeln und ist eine seltene Frau unter den Moonys. Sie wird ausgebildet, um als Leibwache der Königin zu dienen. Auf einer Reise wird Zoe schwer verletzt, sodass sie beinahe stirbt - jedoch kehrt sie in eine Zwischenwelt des Todes, dort kämpft sie um ihr Leben und schafft es schließlich, zurückzukehren. Seit diesem Erlebnis, sieht sie den Tod anderer Menschen, wenn sie in deren Augen blickt. Der Wind hat sie erwählt, um im Falle des Todes der Königin weiterleben zu können. Zoe wird immer stärker und selbstbewusster und lernt mit ihren Fähigkeiten umzugehen, doch vieles davon kostet ihr viel Kraft, vielleicht sogar so viel, dass der Tod der einzige Ausweg ist. Isabella Schneider wurde 1996 in Kufstein geboren und ist ausgebildete Einzelhandelskauffrau. Zu ihren Leidenschaften zählen Reiten und Malen. 'Hüter des Windes' ist ihr Erstlingswerk.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 05.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990386309
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 656 kBytes
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Hüter des Windes

2

Am Rand wurde sie von Dutzenden Säulen gestützt. Sie waren alle reich an Mustern und Verzierungen. Ich glaubte auf manchen sogar detailgetreue Abbildungen von Menschen und Tieren zu sehen. Aber das würdigte ich nur kurz. Ich ließ meinen Blick während dieser paar Sekunden, in denen ich weiterging, einmal in die Runde schweifen.

Es gab so viel zu bestaunen. All das, was unten im Schlossgarten gefehlt hatte, war jetzt hier. Die kichernden Nixen in ihren kleinen Teichen, umrahmt von saftigem Schilf. Die untersetzten Zwerge, die ihnen von Torten über bunte Getränke bis hin zu muschelartigen Haarspangen auf silbernen Tabletts alles brachten. Die Seerosen in kleinen, steinernen Vogelbädern mit singenden Nachtigallen. Ganz am Rand war ein schmaler Wasserstreifen eingelassen. Schillernde Fische in verschiedenen Formen und Farben hüpften ab und zu an die Oberfläche. Wunderhübsche Mädchen mit Schlangen statt Haaren auf dem Kopf huschten zwischen den gefrorenen Sträuchern umher. Ich hörte eine Katze fauchen und jemanden hart auflachen, konnte die Geräusche jedoch nicht zuordnen. Glühender Sand und hellgrüne Sträucher wirkten unnatürlich zwischen eisigen Blüten und windzerzausten, scheuen Zwergen.

Und der Raum strahlte in einer nie da gewesenen Helligkeit. Für meine Augen war es gerade noch auszuhalten, aber die Wände und Säulen waren aus einem so hellen Eis, wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Der Boden bestand aus Tausenden durchsichtigen Kristallsteinchen, die einzeln um die Wette glitzerten.

Das alles realisierte ich in wenigen Augenblicken. Hauptsächlich aber galt mein Blick dem riesigen Thron am Ende des Raumes, mir genau gegenüber. Drei Gestalten warteten dort auf mich. Unter meinen Sohlen klirrte es leise, als ich vorsichtig Schritt für Schritt darauf zuging.

Ich hatte Liben noch nie zuvor gesehen, doch hatte ich ungefähr gewusst, was mich erwarten würde - nicht, dass ich jemals geglaubt hätte, unsere Königin zu sehen.

Sie war unheimlich schlank, das sah ich auch aus dieser Entfernung genau. Ihre Haare fielen ihr in schwarzen Locken über den Rücken. Die helle Haut hatte die beängstigende Farbe von Schnee und stand im extremen Gegensatz zu ihren Haaren. Ihr blasser, weißer Thron war mit violetten Seidenpolstern bestückt. Zu Anfang hatte sie das Gesicht abgewandt an ihre Hand gestützt, als wäre sie müde, doch als sich ihr Blick auf mich richtete, sprach dort nichts zu mir. Ihre Augen leuchteten dunkel, fast schwarz. Keine Reaktion. Kein Gefühl ruhte in ihnen.

An ihrer rechten Seite saß ein Adler auf dem spiegelglatten Boden. Er war schier bewegungslos, nur das leichte Heben und Senken seiner Brust verriet, dass er nicht wie der ganze Turm aus Eis bestand. Auf seinem dunklen Gefieder spiegelten sich die magischen Reflexe des Wassers. Sein stolz erhobener Kopf schien mich keine Sekunde aus den Augen zu lassen. Er war größer als jeder Adler, den ich vor ihm gesehen hatte, er reichte Liben bis zur Brust. Sofort wurde mir klar, dass er ein Moony war.

Auf der anderen Seite besetzte ein mächtiger Tiger den Boden zu ihren Füßen. Er saß aufrecht, sein Fell war glatt und seidig und seine rot-orangenen Streifen leuchteten so intensiv wie die Glut in einem gerade erloschenen Feuer. Sein Gesicht zierten so wunderschön verschlungene Muster, dass ich die Narbe darin fast nicht wahrnahm. Auch er war eindeutig ein männlicher Moony.

Mit jedem Schritt schien sich der durchdringende Blick der Frau tiefer in meinen Kopf zu bohren. Ich bemühte mich um jeden ruhigen Atemzug.

Und dann war ich endlich da. Fünf Schritt entfernt blieb ich unvermittelt stehen. Der Thron und die drei Gestalten waren deutlich höher. Der Podest, auf dem sie sich befanden, war zwei Armlängen hoch. Drei Augenpaare blickten mich an. Ich wusste nicht, was ich machen sollte oder was von

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