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Heimat Mars Roman von Bear, Greg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Heimat Mars

Ein Planet kämpft um seine Unabhängigkeit

Durch Terraforming hat sich die Menschheit auf dem Mars eine zweite Heimat geschaffen. Jetzt, im 22. Jahrhundert, wird die Kluft zwischen Mars und Erde immer größer, nicht zuletzt durch die wissenschaftliche und politische Entwicklung auf dem roten Planeten. Dies ist die Geschichte von Casseia Majumdar, einer Marsianerin, die die Veränderungen hautnah miterlebt.

Greg Bear wurde 1951 in San Diego geboren und studierte dort englische Literatur. Seit 1975 als freier Schriftsteller tätig, gilt er heute als einer der ideenreichsten wissenschaftlich orientierten Autoren der Gegenwart. Etliche seiner Romane wurden zu internationalen Bestsellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641135874
    Verlag: Heyne
    Größe: 1338kBytes
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Heimat Mars

W AS AUF DEM M ARS GESCHAH , war ein ausgezeichnetes Beispiel für eine Politik, die in einer "jungen Kultur" etwas bewegt oder bewegen will. Und das war ja mein spezielles Studiengebiet und interessierte mich auch in der Geschichte der Erde. Also hätte ich das Geschehen eigentlich fasziniert verfolgen müssen. Aber die Wirklichkeit sah anders aus: Die Tagesnachrichten beachtete ich kaum.

Auf meinen jugendlichen Idealen hatte man recht unsanft herumgetrampelt. Ich wusste einfach nicht mehr, wo es langging. Als erstes musste ich mir erneut darüber klar werden, wer ich eigentlich war. Erst dann würde ich den weiteren Gang meiner Ausbildung festlegen und entscheiden können, welche Aufgabe ich innerhalb der Familie übernehmen wollte.

Meine Mutter hatte Verständnis für meine jugendliche Unfähigkeit, mich festzulegen. Mein Vater gab meiner Mutter nach. Mir wurde eine Zeitspanne jenseits aller Verpflichtungen gewährt.

Als in der Universität die Vorlesungen wieder begannen, wechselte ich Studienort und Hauptfächer und zog nach Durrey, der drittgrößten Stadt auf dem Mars. Hier war der zweitgrößte Ableger der Mars-Universität untergebracht. Ich belegte die höheren Geisteswissenschaften: Literatur des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts, Philosophie vor der Quantenmechanik und Moral und Ethik in Berufs- und Geschäftsleben (dieses Fach war noch am ehesten an der Praxis orientiert). Vier arme Seelen hatten dieselben Hauptfächer wie ich belegt und beschäftigten sich mit Dingen, für die fast alle praktisch orientierten Mars-Pioniere keinen Pfifferling gegeben hätten.

Ich brauchte eine Ruhepause. Also beschloss ich, mich zu amüsieren.

An Charles hatte ich schon seit Monaten nicht mehr gedacht. Ich wusste nicht, dass er ebenfalls nach Durrey gewechselt hatte. Als das Semester begann, liefen wir einander nicht gleich über den Weg. Ich begegnete ihm erst während der kurzen Ferien, in Shinktown.

Siebenhundertundneunzig Studentinnen und Studenten kehrten der Universität von Durrey zur Sonnenwende den Rücken. Diejenigen, die aus den örtlichen, alteingesessenen Familien von Mariner Valley stammten, halfen bei der Arbeit auf ihren Farmen, andere suchten in Shinktown Zuflucht. Manche der bereits verheirateten Studenten machten sich auf den Weg zu ihren halbfertigen Unterkünften, die bald zu neuen Heimstätten werden sollten, und taten das, was verheiratete Menschen üblicherweise tun.

Meine Familie unterhielt keine Farmen und verlangte von mir nicht viele Beweise meiner töchterlichen Ergebenheit. Sie liebten mich, aber ließen mich meine eigenen Wege gehen.

Shinktown war ein nicht gerade hübscher Mischmasch aus Geschäften, kleinen, diskreten Hotels, Spielhallen und Fitness-Studios und lag siebzehn Kilometer von Durrey entfernt. Die Studenten fuhren hierher, um Studium und familiäre wie kommunale Verpflichtungen zu vergessen. Wer nach Shinktown kam, wollte sich austoben und einen draufmachen.

Der Mars ist noch nie ein Planet der Prüden gewesen. Allerdings war die Einstellung zur Sexualität durchaus von der "Grenzkultur" des Mars geprägt, von einer Kultur des Aufbruchs ins Neue und Unbekannte. In solchen Kulturen zielt der Sex auf die Zeugung von Nachkommen und die Entwicklung enger Beziehungen zwischen Individuen und Familien ab. Sex führt zu Liebe und dauerhaften Beziehungen (oder sollte es). Sex ohne Liebe wird vielleicht nicht gerade als Sünde angesehen, aber ganz sicher als eine Verschwendung, als vertane Zeit. Für den idealen Marsianer oder die ideale Marsianerin, wie sie in populären LitVid-Sendungen porträtiert wurden, bedeutete Sex mehr, als sich zu kratzen

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