text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Hohlbein Classics - Das Dämonen-Heer Ein Gespenster-Krimi von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.03.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
1,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Hohlbein Classics - Das Dämonen-Heer

Jetzt zum ersten Mal als E-Book verfügbar: Die Reihe 'Hohlbein Classics' versammelt die frühen Werke von Wolfgang Hohlbein, die seinerzeit im Romanheft erschienen sind. Die Story: Noch immer gefangen in der Vergangenheit, in einer längst vergessenen, blutigen Zeit, wird Damona King zu einer Beobachterin des Grauens, das sich vor ihren Augen abspielt. Zwei gewaltige Mächte treffen aufeinander: Ein Heer der Toten und Dämonen - und die Indiokrieger, die endlich die Furcht bezwungen haben und aufgestanden sind, den tausendfachen Schrecken aus ihrer Welt zu vertreiben. Und doch ist es ein beinahe aussichtsloser Kampf. Die Mächte des Bösen sind den schwachen Menschen vielfach überlegen, kennen keine Müdigkeit und keinen Schmerz. Damona steht an der Spitze der gewaltigen Indio-Streitmacht, als das Verderben die Menschen zu überollen droht - das Dämonen-Heer ... 'Das Dämonen-Heer' erschien erstmals am 15.05.1984 unter dem Pseudonym Henry Wolf als Teil der 'Damona-King'-Serie in der Reihe 'Gespenster-Krimi'. Der Autor: Wolfgang Hohlbein ist der erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor mit einer Gesamtauflage von über 40 Millionen Büchern weltweit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 22.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514267
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 599 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Hohlbein Classics - Das Dämonen-Heer

Das Dämonen-Heer

Ein Gespensterkrimi von Henry Wolf

Obwohl draußen über dem Dschungel die Sonne wieder aufgegangen war und das Land schon jetzt mit sengender, unerträglicher Hitze überschüttete, war es hier drinnen kalt, fast eisig. Das goldene Essgeschirr auf den steinernen Tischen glitzerte feucht, und die Wärme, die durch die hohen, glaslosen Fenster hereinströmte, schien schon nach wenigen Schritten zu vergehen und zu tödlicher, klammer Kälte zu werden.

Aber es war eine seltsame, unnatürliche Kälte, nicht einfach die Abwesenheit von Wärme und Licht, sondern der Atem von etwas Fremden, unsagbar Bösen, etwas, das nicht in diese Welt, vielleicht nicht einmal in dieses Universum gehörte. Wie unsichtbarer Nebel quoll die Kälte aus Mauerritzen und Spalten, kroch unter der geschlossenen, aus einer mächtigen steinernen Platte gemeißelten Tür hindurch und legte sich wie ein klammer, feuchter Mantel über Wände und Boden und Decke.

Der alte Mann schauderte. Seine schmalschultrige Gestalt war gebeugt, seine rechte Hand stützte sich schwer auf einen knotigen Stock, und sein Atem ging unregelmäßig und stoßweise. Ein Ausdruck unsäglicher Furcht hatte sich in seine Züge gekrallt, und das Zittern seiner Hände rührte nicht allein von der äußeren Kälte her. Zum ersten Mal, solange er sich erinnern konnte, fühlte er Angst, wirkliche Angst, nicht diese flüchtige heiße Furcht vor Krankheit oder Schmerzen oder Tod, wie sie jeder Mensch von Zeit zu Zeit spürt, sondern jenes tiefsitzende, unbeschreibliche Grauen, das nur der nachzuempfinden vermag, der die Hölle gesehen hat.

Er hatte sie gesehen, sie und einen ihrer Bewohner.

Einen einzigen nur, und selbst den nur für einen kurzen Augenblick und vielleicht nicht einmal in seiner wahren Gestalt, doch schon dieser flüchtige Moment hatte genügt, etwas in ihm erstarren zu lassen und ihm seine Menschlichkeit zu nehmen. Der Blick seiner kleinen, in unzähligen Jahren trüb gewordenen Augen glitt unstet über die Wände und kehrte immer wieder zu der geschlossenen Tür im Hintergrund des Saales zurück.

Aber er sah weder den Stein noch die kunstvollen Bilder, die Legionen von Sklaven geduldig in den harten Basalt gemeißelt hatten. Sein Blick glitt in einer düsteren Vision durch den meterdicken Fels hindurch und sah das Ding dahinter.

Das Ding, dessen Atem er spürte. Dessen Gegenwart den gewaltigen Thronsaal ausfüllte wie ein eisiger Pesthauch.

Den Thuul Saduun ...

Der alte Mann fröstelte allein beim Klang dieses Wortes. Es war nicht der wahre Name des Dämonen, das wusste er. Der wirkliche Name des Krakengottes war für menschliche Stimmorgane unaussprechlich, ja, selbst undenkbar für menschliche Gehirne. Doch schon der Klang dieses Wortes ließ die Furcht wie eine neue, lähmende Woge in seinem Inneren aufsteigen.

Er hatte sich ihm verschrieben, dem MÄCHTIGEN, dem UNAUSSPRECHLICHEN, diesem Ding, das böser und niederträchtiger war als alle Dämonen, von denen er je zuvor gehört hatte. Es hatte ihm Macht gegeben, und er hatte für diese Macht bezahlt, mit dem Leben Unschuldiger. Sehr vieler Unschuldiger.

Sechs Jahre lang hatte dieser Pakt gehalten.

Doch jetzt hatte er versagt. Eine Fremde war aufgetaucht, eine schwache, hilflose Frau - wie er geglaubt hatte - , aber sie hatte ihm und seinen Kriegern, ja selbst dem Ungeheuer aus den Abgründen der Zeit, das der Thuul Saduun heraufbeschworen hatte, um das Volk gefügig zu machen, getrotzt. Seine Macht war gebrochen.

Und jetzt würde er den Preis dafür zahlen müssen ...

Die Schatten im Hintergrund des Raumes wogten stärker. Für einen Moment hatte Oltropaxatl das Gefühl, als ob sich die Tür öffnete, die tonnenschwere Steinplatte lautlos nach außen schwang und den Weg für etwas Unbeschreibliches freigäbe.

Natürlich rührte sie sich nicht. Die Tür war versiegelt für alle Zeiten, ver

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen