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Ich. erinnere. mich. Roman von Young, Suzanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Ich. erinnere. mich.

Der Schlüssel zur Freiheit liegt in ihrer Erinnerung Sloane und James sind auf der Flucht. Ein Großteil ihrer Erinnerungen wurde gelöscht. Und das "Programm" ist nicht bereit, sie einfach davonkommen zu lassen. Um zu überleben, bleibt ihnen nur eine einzige Chance: Sie müssen das "Programm" endgültig zerstören. Doch dazu brauchen sie ihre Vergangenheit zurück. Der Schlüssel zu ihren vergessenen Erinnerungen liegt in einer Pille, von der es jedoch nur eine einzige gibt - die außerdem einen hohen Preis fordert. Können Sloane und James gemeinsam das Netz der Lügen durchbrechen? Oder wird das "Programm" sie letzten Endes einholen? Suzanne Young ist eine amerikanische Schriftstellerin. Nach ihrem Abschluss in Creative Writing gab sie als Lehrerin mehrere Jahre lang Sprachunterricht. Suzanne lebt momentan in Tempe, Arizona, wo sie Ideen für neue Romane auf Restaurantservietten kritzelt, während sie Burritos isst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 18.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641145477
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Treatment
    Größe: 991 kBytes
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Ich. erinnere. mich.

1. Kapitel

James starrt nach draußen, durch die Windschutzscheibe, und zeigt nicht die geringste Reaktion auf das, was ich ihm gerade erzählt hatte. Ich glaube, es hat ihm einen Schock versetzt.

Ich schaue in die gleiche Richtung wie er, auf den leeren Parkplatz vor dem Gemischtwarenladen, abseits vom Hi ghway. Das Gebäude ist verlassen, die Fenster sind mit Sperrholz vernagelt, schwarze Graffiti auf die weiße Außenverkleidung gesprüht.

Irgendwie sind James und ich genauso verlassen. Unser früheres Ich ist hinter Brettern weggeschlossen, während sich die Welt um uns weiterdreht. Man hat von uns erwartet, dass wir diese Veränderung akzeptieren und uns an die Regeln halten. Stattdessen haben wir jede einzelne gebrochen.

Die Straßenlaterne über uns erlischt, als die Sonne, immer noch hinter den Bergen versteckt, allmählich den wolkenverhangenen Himmel erhellt. Es ist fast fünf Uhr morgens, und ich weiß, wir sollten bald weiterfahren, damit wir ihnen stets eine Nasenlänge voraus sind, wenn sie ihre Straßensperren errichten.

Allerdings werden wir die Sperre an der Grenze zu Idaho nicht umfahren können, außerdem sucht man uns überall, mit Fotos, Namen und Beschreibung - in sämtlichen Medien, per Internet und über die elektronischen Verkehrsleittafeln. Damit wir sicher zurückkehren.

Klar. Weil das "Programm" ja so auf unsere Sicherheit bedacht ist.

"Eine Pille", wiederholt James ruhig, der endlich aus seiner Starre erwacht ist. "Es existiert eine Pille, die uns unsere Erinnerungen zurückgeben könnte, und Michael Realm hat sie dir überlassen. Aber ..." Er dreht mir sein Gesicht zu. "Aber er hat dir nur eine einzige gegeben."

Ich nicke, sehe mit an, wie James' sonst so hübsches Gesicht zu verfallen scheint. Fast so, als ob er sich erneut aufgeben würde. Seit James aus dem "Programm" entlassen wurde, sucht er nach einer Möglichkeit, seine Vergangenheit zu verstehen, unsere gemeinsame Vergangenheit.

In der hinteren Tasche meiner Jeans steckt die kleine, zu einem Viereck zusammengefaltete Plastiktüte mit der orangefarbenen Pille, die uns alles zurückbringen kann. Doch ich habe meine Entscheidung getroffen: Das Risiko ist mir zu hoch, die Gefahr zu groß, erneut einen Zusammenbruch zu erleiden. Es gäbe nur Kummer und Schmerz.

Die Abschiedsworte von Realms Schwester hallen in meinem Kopf nach: Manchmal ist die Gegenwart die einzige Wirklichkeit . Und hier, mit James, weiß ich genau, wer ich bin.

"Du wirst sie nicht nehmen, oder?", fragt James, der mir ansieht, was ich denke.

Seine sonst so klaren blauen Augen wirken matt, und ich mag kaum glauben, dass wir erst gestern am Fluss waren, uns geküsst und die Welt um uns herum vergessen haben. Für einen Moment wussten wir, wie es sich anfühlt, frei zu sein.

"Die Pille würde alles verändern", antworte ich. "Ich würde mich daran erinnern, wie ich einmal war, aber ich würde nie mehr so sein wie früher. Nicht wirklich. Die Pille würde mir nichts als Schmerz bringen - den Kummer zurückholen, den ich empfunden habe, als mein Bruder gestorben ist. Und ich bin sicher, er ist nicht der Einzige, den ich verloren habe. Ich mag die Person, die ich bin, James. Ich mag es, dass wir zusammen sind. Und ich habe Angst, dass ich das zerstören könnte."

James fährt sich mit den Fingern durch sein blondes Haar, atmet tief aus. "Ich würde dich niemals verlassen, Sloane." Er schaut aus dem Seitenfenster der Fahrerseite.

Die Wolken über uns haben sich zusammengezogen, und ich bin sicher, dass gleich ein heftiger Guss runterkommt.

"Wir gehören zusammen", fügt er entschieden hinzu und wendet sich mir wieder zu. "Aber wir haben nur diese eine Pille, und ich würde sie niemals schlucken, denn ich will dir nicht die Möglichkeit nehmen, dich anders zu entscheiden. Niemals."

Mein Herz weitet sich. James wählt das Leben mit mir, ein Leben, an dem auch ich alles mag. M

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