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Im Bann der Engel von Gref, Christiane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.09.2012
  • Verlag: Elysion Books
eBook (ePUB)
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Im Bann der Engel

In der abgelegenen Kleinstadt Cravesbury arbeitet die Wissenschaftlerin Elena Winterstone an einem geheimen Forschungsprojekt. Doch der Erfolg lässt auf sich warten. Bis Elena hinter das Geheimnis ihrer reichen Auftraggeberin, Madame Hazard, kommt. Erst dann gelingt es ihr schließlich, mechanische Engel zu erschaffen. Schon bald muss Elena erkennen, dass ihre Schöpfungen zu einer Gefahr für Cravenbury werden. Trotzdem ist Madame Hazard nicht gewillt, ihre Experimente aufzugeben. Im Gegenteil. Verletzt und beunruhigt durch das offene Misstrauen der Stadtbewohner, zwingt sie Elena dazu, Todesengel als ihre persönliche Schutzlegion zu erschaffen. Ausgerechnet in einem dieser tödlichen Engel, dem anziehenden Amenatos, findet Elena einen Verbündeten. Gemeinsam mit ihm setzt die Wissenschaftlerin nun alles daran, ihre eigene Schöpfung unschädlich zu machen. Christiane Gref wurde 1975 geboren und lebt mit ihrer Familie in Hanau. Die Autorin, die seit 2005 zahlreiche Texte veröffentlicht, wurde 2008 mit dem 4. Platz des Deutschen Phantastikpreises für ihre Kurzgeschichte ausgezeichnet. 2010 ist ihr erster historischer Roman erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 13.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942602747
    Verlag: Elysion Books
    Größe: 1285 kBytes
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Im Bann der Engel

Prolog
Missbilligend sah Jeremias Redcliff auf die Fingerabdrücke, die sich ölig vom Ebenholzrahmen des Spieltisches abhoben. Sein Blick wanderte zum Verursacher. Es war ein Schönling mit einer Entourage von, zugegebenermaßen, sehr attraktiven Frauen. Aber der Mann machte einen Fehler. Zu viel Pomade verdarb auch das kräftigste Haar. Und den dünnen Oberlippenbart fand Jeremias abscheulich. Er seufzte und wandte sich der Bar zu.
"Was kann ich Ihnen Gutes tun?", sprach ihn die Thekendame an und strich mit dem Zeigefinger über seine sorgfältig rasierte Wange.
"Ach Holly, da gäbe es Einiges. Aber meine Verlobte würde Ihnen die Augen auskratzen und das wäre sehr schade. Also muss ein Drink einstweilen genügen."
Holly kicherte und stellte ein Glas Scotch vor Redcliff ab.
Seine Finger zitterten, als er das Glas hob. Er war überreizt, denn seit einigen Nächten wurde Jeremias zu den unmöglichsten Zeiten wach, sah zum Fenster seines Schlafzimmers und glaubte Schatten zu sehen.
"Es sind nur die Zweige vom Baum, die sich im Wind bewegen", nuschelte Linda schlaftrunken, wenn er sie wieder einmal weckte und ihr von seinen Ängsten erzählte.
Aber Jeremias wusste es besser. Äste besaßen keine Flügel.
Jubelschreie und lautes Händeklatschen rissen ihn aus seinen düsteren Gedanken.
"Großartig, einfach großartig. Sie hat mir tatsächlich Glück gebracht. Komm her, Süße."
Der Mann mit der vielen Pomade und eine brünette Dame tauschten einen langen Kuss. Der Groupier schob mit gerunzelter Stirn einen sehr hohen Stapel Jetons auf die Seite des Schönlings. Der Angestellte fing Jeremias' Blick auf und hob entschuldigend die Schultern.
Jeremias wandte sich ab, er konnte den Anblick des selbstgefälligen Gewinners nicht ertragen.
"Holly, noch einen Scotch, bitte."
Im Geiste überschlug er den Verlust. Es mussten an die achthundert Pfund sein, die ihn diese ölige Ratte kostete. Lumpige zwanzig Pfund hatte der Kerl eingesetzt. Jeremias hätte seine Spielbank am liebsten verlassen, doch die Aussicht auf seine nörgelnde Verlobte, mit ihren ständigen Vorwürfen, hielt ihn davon ab.
Als wäre diese Aussicht nicht bereits schlimm genug, ahnte Jeremias Übles, als sein Teilhaber schnellen Schrittes an die Bar kam, sich neben Jeremias auf einen Hocker fallen ließ und ihn mit seinem Überbiss anbleckte.
"Gute Neuigkeiten. Sie hat ihr Angebot erhöht", sagte sein Teilhaber anstelle einer Begrüßung.
"Was soll daran gut sein?"
"Fünftausend Pfund sind doch ein Wort."
Jeremias schlug mit der Faust auf den Tresen. Der Scotch schlug Wellen im Glas.
"Schreib es dir ein für allemal hinter die Ohren. Ich. Werde. Nicht. Verkaufen."
Das Grinsen verschwand aus Thomas Fryes Gesicht.
Er legte Jeremias die Hand auf den Arm. "Sei kein Idiot. Ich habe den Vertrag unterschrieben. Er liegt im Büro. Schlaf noch mal eine Nacht drüber und dann gib dir einen Ruck."
"Es geht ums Prinzip. Mein Vater hat das Casino aufgebaut. Ich kann es nicht verkaufen. Das wäre, als würde ich auf sein Grab pissen."
"Wenn du noch länger zögerst, nimmt die Bank es dir weg."
"Warte mal, Tom. Du hast einen Vertrag unterschrieben?"

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