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Im Herzen des Kometen Roman von Brin, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Im Herzen des Kometen

Leben auf dem Kometen Als im Jahr 2062 der Halleysche Komet erneut wiederkehrt, fliegen ihm nicht nur ein paar Robotsonden entgegen, sondern eine gut ausgerüstete bemannte Expedition. Ihre Aufgabe ist es, den zehn Kilometer durchmessenden Kometenkern zu einer Art 'Raumschiff' umzubauen, um ihn während der nächsten 76 Jahre auf seiner Reise in die fernen Regionen des äußeren Sonnensystems zu begleiten, seine Zusammensetzung und seinen Aufbau zu studieren und Beobachtungen und Messungen an den äußeren Planeten durchzuführen. Sowie der Photonensturm der Sonne nachlässt, werden die ersten Bauwerke auf der Oberfläche errichtet und die ersten Tunnel ins Eis gegraben. Da machen die Expeditionsteilnehmer eine ebenso wunderbare wie fatale Entdeckung: Auf Halley gibt es Leben! Niederes, aber uraltes Leben, das in Jahrmillionen gelernt hat, die kurzen Sommer zu nutzen und auf jeden Wärmekontakt mit explosionsartiger Vermehrung zu reagieren. Es ist zu spät: Eine Rückkehr zur Erde ist nicht mehr möglich - und auch alles andere als wünschenswert. Die Forscher sind auf sich allein gestellt ... David Brin, 1950 im amerikanischen Glendale geboren, studierte Astronomie und Physik und arbeitete lange als Wissenschaftler und Dozent, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mittlerweile gehört er zu den bedeutendsten amerikanischen Science-Fiction-Autoren der Gegenwart und erobert regelmäßig die Bestsellerlisten. Besonders mit seinem Roman 'Existenz' ist ihm eine der eindrucksvollsten Zukunftsvisionen der Science Fiction gelungen. David Brin lebt in Südkalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 31.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213480
    Verlag: Heyne
    Größe: 1007 kBytes
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Im Herzen des Kometen

1. Carl

Kato starb als erster.

Er hatte die Baumaschinen gewartet - selbststeuernde Roboter, die auf der staubigen grauen Eisdecke des Kometen Gittermasten errichteten.

Von Carls Standort auf einer ungefähr einen Kilometer entfernten Anhöhe war Katos Schutzanzug ein orangefarbener Punkt inmitten der schwerfälligen grauen Geräte.

Nicht weit von Kato und dem Nordpol des Kometen standen bereits acht dünne Gittermasten, die zusammen eine Art Zeltdach oder Pyramide bildeten. Wo ihre Spitzen sich vereinten, ruhte die Parabolantenne des Mikrowellenbohrers wie eine umgestülpte Schüssel. Kato arbeitete hundert Meter entfernt, unbekümmert um die wütende Energie, die sich dort in das Eis fraß.

Carl hatte oft gedacht, dass der Bohrer in seinem Gestell einer grotesken, langbeinigen Spinne gleiche. Aus dem Bohrloch darunter schossen in kurzen Abständen Dampfausbrüche.

Als grübe sie geduldig nach Beute, spie die Spinne unsichtbare Mikrowellen in Abständen von fünf Sekunden in den Schacht. Augenblicke nach jedem Energiestoß schoss ein Dampfstrahl aus dem Loch, vermischt mit der gelblichblauen Flamme erhitzter Gase. Der Dampfstrahl wurde von Abweisblechen in sechs weißen Fahnen seitwärts abgelenkt, bevor er den Mikrowellensender erreichen konnte.

Dieser war seit Tagen am Werk und bohrte mit elektromagnetischen Zentimeterwellen einer Frequenz, die Kohlendioxidmoleküle zerlegte, geduldig Schächte in den Kometenkern.

Bei jedem Impulsstoß spürte Carl ein leises Zittern unter den Füßen. Der Horizont aus altem grauen Eis krümmte sich in alle Richtungen. Zutageliegende Schichtenköpfe aus Clathratschnee verschiedener Einschlussverbindungen erhoben sich reinweiß aus der grauen, rostfleckigen Oberfläche.

Kato und seine Maschinen waren durch im Eis verankerte Leinen gesichert. Die geringe Schwerkraft des Kometenkopfes vermochte sie nicht am Boden zu halten, wenn sie sich bewegten. Am schwarzen Himmel über ihnen wehten dünne Fahnen von Eiskristallen und gefrorenen Gasen, Kato überwachte die gefährliche Arbeit seiner Robotermaschinen aus Stahl und Keramik. Er hatte dem Bohrgestell den Rücken zugekehrt.

Carl blickte gerade von seiner eigenen Arbeit auf, als es geschah.

Der Bohrer verrichtete methodisch seine Arbeit und verwandelte Eis in Dampf, der bald nach dem Austritt ins Vakuum zu Eiskristallen gefror. Plötzlich löste sich einer der tragenden Gittermasten in einer lautlos aufstiebenden Schneewolke aus seiner Verankerung, der Einfallswinkel der Mikrowellen veränderte sich und brachte Kato für eine Sekunde in den Wirkungsbereich. Das war genug.

Ehe Carl zu einer Reaktion fähig war, sah er Kato eine ruckartige Wendung machen, als wollte er davonlaufen. Später wurde ihm klar, dass es des Mannes kurzer Todeskampf gewesen sein musste.

Der Strahl des Bohrers riss das Oberflächeneis auf, und leuchtende gelbe und orangenfarbene Gas- und Dampfschleier stoben in den schwarzen Himmel. Geräuschlos.

Der unsichtbare Strahl wanderte in unregelmäßiger Bahn weiter über die Eisfläche und tastete mit dem Nachgeben eines weiteren Trägers auf den nahen Horizont zu. Carl tastete nach der Fernbedienung, zog die Schutzkappe ab und drückte den Notschalter. Alle Maschinen und Geräte auf dieser Seite des Kometenkerns wurden abgeschaltet. Der Mikrowellenfinger hörte auf, seine Spur auf das Eis zu schreiben.

Das Bohrgerüst begann zusammenzubrechen. Der Halleysche Komet, auf dem jeder Körper, bedingt durch die vergleichsweise geringe Masse, nur ein Zehntausendstel dessen wiegt, was er auf der Erdoberfläche wiegen würde, hätte den Rückstoßeffekt des arbeitenden Mikrowellengenerators nicht ausgleichen können, aber ohne den Strahlungsdruck machte sich die schwache Anziehungskraft des Kometenkerns bemerkbar. Das Gerüst wankte und fiel wie in Zeitlupe beklemmend langsam in sich zusammen.

"Was ist los?", dröhnte eine Stimme aus dem integrierten Funksp

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