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Im Mondstaub versunken Roman von Clarke, Arthur C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Im Mondstaub versunken

Gesunken im 'Meer des Durstes' Für alle Besucher des Mondes ist es etwas vollkommen Neues: Ein Meer aus feinstem Staub, durch das Vakuum trockener als der ausgedörrte Sand der Sahara, das sich bewegte wie Wasser. Ein spezieller Gleiter, die Selene, kann das Staubmeer befahren wie ein Schiff auf der Erde die Ozeane. Als bei einem Mondbeben der Untergrund um mehr als fünfzehn Meter absackt, wird die Selene vom Staub verschlungen. Die Crew versucht alles, um die Passagiere zu beschäftigen - völlig im Ungewissen, ob Hilfe sie erreichen wird, bevor der Sauerstoff zu Ende geht. Arthur C. Clarke war einer der bedeutendsten Autoren der internationalen Science Fiction. Geboren 1917 in Minehead, Somerset, studierte er nach dem Zweiten Weltkrieg Physik und Mathematik am King's College in London. Zugleich legte er mit seinen Kurzgeschichten und Romanen den Grundstein für eine beispiellose Schriftsteller-Laufbahn. Neben zahllosen Sachbüchern zählen zu seinen größten Werken die Romane 'Die letzte Generation' und '2001 - Odyssee im Weltraum', nach dem Stanley Kubrick seinen legendären Film drehte. Clarke starb im März 2008 in seiner Wahlheimat Sri Lanka.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641126735
    Verlag: Heyne
    Größe: 379 kBytes
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Im Mondstaub versunken

1

Pat Harris genoss den Vorzug, Kapitän des einzigen Schiffs auf dem Mond zu sein. Als die Passagiere die Selene betraten und sich auf die Fensterplätze stürzten, fragte er sich, wie die Fahrt wohl diesmal sein würde. Im Rückspiegel konnte er Miss Wilkins beobachten, wie sie in ihrer adretten blauen Uniform die Fahrgäste begrüßte. Wenn sie gemeinsam Dienst hatten, versuchte er immer sie als "Miss Wilkins", nicht als "Sue" zu sehen, dann konnte er sich besser auf seine Pflichten konzentrieren. Aber er wusste immer noch nicht, was sie wirklich von ihm hielt.

Er bemerkte keine vertrauten Gesichter; es handelte sich um eine ganz neue Gruppe, die erwartungsvoll der ersten Kreuzfahrt entgegensah. Die meisten Passagiere waren typische Touristen – ältere Leute zu Besuch auf einer Welt, die in ihrer Jugend als unerreichbar gegolten hatte. Nur vier oder fünf Fahrgäste mochten unter dreißig sein, und sie gehörten vermutlich zum technischen Personal eines der Mondstützpunkte. Man konnte fast immer unterstellen, dass alle älteren Menschen von der Erde kamen, während die jungen Leute auf dem Mond wohnten.

Aber für sie alle war das Meer des Durstes etwas Neues. Hinter den Aussichtsfenstern der Selene erstreckte sich die graue, staubige Oberfläche ungebrochen bis zu den Sternen. Darüber hing die im Abnehmen befindliche, sichelförmige Erde, seit einer Jahrmilliarde unverrückbar am Himmel festgeheftet. Das grelle blaugrüne Licht des Mutterplaneten überflutete die seltsame Landschaft mit kaltem Glühen – und es war wirklich kalt, etwa hundert Grad Celsius unter null auf der ungeschützten Oberfläche.

Kein Mensch hätte beim bloßen Anblick unterscheiden können, ob das Meer flüssig oder fest war. Es zeigte sich völlig flach und ohne jedes Gepräge, gänzlich frei von den zahllosen Rissen und Spalten, die diese unfruchtbare Welt überall durchzogen. Nicht ein einziger Hügel, kein Felsblock, ja, nicht einmal ein Kiesel störten die monotone Einförmigkeit. Kein Meer der Erde – nicht einmal ein Teich – blieb je so unbewegt.

Es war ein Meer aus Staub, nicht aus Wasser, und daher aller menschlichen Erfahrung fremd, aber aus demselben Grund wurde der Mensch davon fasziniert und angezogen. So fein wie Puder, durch das Vakuum trockener als der ausgedörrte Sand der Sahara, bewegte es sich so leicht und mühelos wie irgendeine Flüssigkeit. Wenn man einen schweren Gegenstand hineinwarf, verschwand er sofort, ohne jedes Aufspritzen, ohne die geringste Spur zu hinterlassen. Nichts konnte sich auf dieser trügerischen Oberfläche halten als die kleinen, für zwei Mann bestimmten Staubschlitten – und Selene selbst, eine bizarre Mischung aus Omnibus und Schlitten, nicht unähnlich den Schneetraktoren, die ein Lebensalter zuvor die Erforschung der Antarktis ermöglicht hatten.

Selenes amtliche Bezeichnung lautete "Staubkreuzer Mark I", obwohl eine Mark II nach Pats Meinung nicht einmal auf dem Reißbrett existierte. Man nannte sie je nach Wunsch "Schiff", "Boot" oder "Mondbus"; Pat zog "Boot" vor, um Verwechslungen auszuschalten. Wenn er dieses Wort gebrauchte, konnte ihn niemand mit dem Kapitän eines Raumschiffs verwechseln – und Raumschiffkapitäne gab es natürlich wie Sand am Meer.

"Willkommen an Bord der Selene", sagte Miss Wilkins, als alle Passagiere Platz genommen hatten. "Captain Harris und ich begrüßen Sie herzlich. Die Fahrt wird vier Stunden dauern. Als erstes Ziel ist der Kratersee, hundert Kilometer östlich im Unzugänglichen Gebirge vorgesehen ..."

Pat hörte die vertr

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