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Im Zeichen des Raben Roman von McDonald, Ed (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Im Zeichen des Raben

Die Dunkelheit kommt, und die letzte Hoffnung der Menschen ist eine Illusion. Ryhalt Galharrow ist Hauptmann der Schwarzschwingen. Sie übernehmen im Kampf gegen dämonische Wesen die Drecksarbeit: Kopfgeldjagden, Morde, Einschüchterung, Folter. Ryhalt hat sich dieses Leben nicht ausgesucht, vielmehr trieb ihn sein Pech in diese erbärmlichen Lebensumstände. Und er ist gut in dem was er tut, auch wenn er manchmal seiner Ehre nachtrauert, die er dem Pragmatismus geopfert hat. Da trifft er seine Jugendliebe wieder und er weiß: Für sie will er ein besserer Mensch sein. Doch das Schicksal - und die Götter - haben andere Pläne ... Ed McDonald hat viele Jahre lang zwischen verschiedenen Berufen, Städten und Ländern gewechselt, und das Einzige, was ihnen gemeinsam war, ist, dass sie ihm genug Zeit zum Schreiben gelassen haben. Derzeit lebt er mit seiner Frau in London, einer Stadt, die ihn ständig inspiriert und wo er als Universitätsdozent arbeitet. Wenn er nicht schreibt, kann man ihm beim Fechten antreffen - mit Langschwertern, Rapieren und Langäxten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 10.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641216320
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Blackwing (Raven's Mark 1)
    Größe: 7710 kBytes
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Im Zeichen des Raben

1. Kapitel

Jemand hatte sie gewarnt, dass wir kommen würden. Die Sympathisanten hatten nichts zurückgelassen, bis auf eine leere Wohnung und ein paar illegale Gedichtbände. Eine halb aufgegessene Mahlzeit, geplünderte Schubladen. Sie hatten alles Tragbare zusammengeklaubt und waren nach Osten geflohen, ins sogenannte Elend. Damals, als ich noch eine Uniform trug, meinte der Marschall zu mir, nur drei Arten von Menschen würden freiwillig das Elend betreten: die Verzweifelten, die Dummen und die Gierigen. Die Sympathisanten waren offenbar verzweifelt genug. Ich scharte ein Dutzend dummer, gieriger Männer um mich und zog aus, sie zu töten.

Wir verließen Valengrad an einem Nachmittag, der nach Kanal, Bedauern und dem Ende eines weiteren miesen Sommers roch. Die Bezahlung war das Risiko nicht wert, doch Männer zu jagen war mein Beruf, und ich wollte unserer Beute nicht zu viel Vorsprung lassen. Die Hälfte des Lumpenpacks, das ich zusammengetrommelt hatte, war noch nie im Elend gewesen; sie machten sich fast in die Hose, als wir durch das schmale Stadttor nach draußen ritten. Nach einer Meile fragten sie nach Siefern und Krottlern. Nach zwei Meilen fing einer von ihnen an zu weinen. Meine erfahrenen Leute lachten und versicherten ihm, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück wären.

Drei Tage später hatten die Arschlöcher noch immer Vorsprung. Niemand lachte mehr.

"Sie sind zur Staubschlucht", sagte Tnota. Er verstellte die Anzeigenscheiben seines Astrolabiums und hielt es hoch, um die Entfernung zwischen den Monden zu messen. "Hab dir gesagt, dass sie da hinwollen. Hab ich's nicht gesagt, Hauptmann?"

"Einen Scheiß hast du." Er hatte es gesagt. Die Fußspuren im feinen Kies gaben ihm recht.

"Und ob ich's gesagt habe." Tnota grinste mich an, die senfgelben Zähne schimmerten in seinem bräunlichen Gesicht. "Das weiß ich noch genau. Du bist mit den Papieren in die Taverne gekommen, und ich sagte: 'Ich wette, sie fliehen zur Schlucht.' Damit hab ich mir wohl einen Bonus verdient."

"Selbst wenn unser Auftrag genug Geld für einen Bonus einbrächte, würdest du keinen kriegen. Die Bezahlung ist aber mies", erwiderte ich.

"Nicht meine Schuld. Ich suche die Aufträge nicht aus", sagte Tnota.

"Das ist heute das erste Mal, dass du recht hast. Jetzt sei still und berechne unsere Route."

Tnota richtete das Glasaugeninstrument auf den Himmel, dessen Farbe einer Prellung glich, die eine Woche alt war: ein Gemisch aus schmierigem Gelb, Anflügen von Grün, blassem Violett und hässlichem Blutbraun, eine Staffelei ausgetretener Flüssigkeiten und geplatzter Kapillargefäße. Er verfolgte eine unsichtbare Linie zwischen den beiden Monden und zählte mit den Fingern mit. Die Risse im Himmel standen still, kaum ein Wispern drang durch die rastlosen Wolkenbänke.

Alles im Elend ist kaputt. Alles ist falsch. Je eher wir die Bastarde erschießen und nach Westen zurückkehren würden, desto besser.

Wir ritten durch Kies- und Sandbänke, das Felsgestein ringsum war schwarz und rot und trockener als Salz. Im Elend ist man etwas Sonderbarem ausgesetzt. Man spürt es die ganze Zeit wie die Luft ringsum, aber es ist eher dein Feind als dein Freund. Es dringt bis zum Gaumen vor, und dann schmeckt man das Gift. Ich hoffte, dass unsere Jagd bald vorbei sein würde.

Nach drei Tagesreisen durchs Elend, Richtung Südosten über schwarzen Sand, fanden wir die Überreste des Pferdes, das sie gestohlen hatten. Was immer ihm die Beine abgerissen hatte - die Sympathisanten, die wir jagten, hatten eine kluge Entscheidung getroffen. Sie hatten das Pferd seinem Schicksal überlassen und waren losgerannt. Das würde ihnen nicht viel Aufschub gewähren, denn jetzt gab es für sie kein Entkommen mehr. An der Art, wie meine Männer im Sattel saßen, sah ich ihnen die Erleichterung an. Bis zum Sonnenuntergang würden zwei Köpfe im Beutel am Pferd hängen, und wir wären wieder unterwegs zum Gr

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