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In der Stickstoff-Klemme Roman von Clement, Hal (eBook)

  • Verlag: Heyne
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In der Stickstoff-Klemme

Leben ohne Sauerstoff In zweitausend Jahren sieht das Leben auf unserem Planeten ganz anders aus: der Sauerstoff in der Atmosphäre hat sich mit dem Stickstoff verbunden, sodass sie hauptsächlich aus Stickstoffoxid besteht, das Spuren von Wasser und Kohlendioxid enthält. Die Meere bestehen nur noch aus Säure. Manche Lebewesen haben sich an die neuen Verhältnisse angepasst. Andere, wie die Menschen, können in dieser Umgebung nicht mehr ungeschützt überleben. Doch für einige Besucher aus dem All sind diese Verhältnisse geradezu paradiesisch ... Hal Clement, eigentlich Harry Clement Stubbs, wurde 1922 in Somerville, Massachusetts geboren und studierte Chemie und Astronomie an den Universitäten Boston und Harvard. Seit den 1940er Jahren schrieb er Science Fiction unter dem Pseudonym Hal Clement. Seine Romane 'Die Nadelsuche' und 'Schwerkraft' gehören zu den Klassikern des Genres. Hal Clement starb 2003.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213169
    Verlag: Heyne
    Größe: 726 kBytes
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In der Stickstoff-Klemme

I

Lieferung: Verzögert

Der goldbraune Himmel verlor seine Gleichförmigkeit, im Westen zogen dunkle Wolkenfetzen auf. Noch regte sich kein Wind, nur das Wasser war etwas unruhig, doch Kahvi und Earrin fühlten sich unbehaglich, denn es trennte sie noch ein Kilometer von der Küste. Milton Island lag zwar näher, doch die südliche Bucht würde ihnen nur wenig Schutz bieten können, wenn wirklich Wind aufkam. Die Flöße waren aus Newellgewebe und würden trotz der schweren Ladung nicht untergehen, aber die in wochenlanger Arbeit gesammelte Fracht konnten sie dennoch verlieren. Erst zwischen der Küste und den Sayre-Inseln würden sie in Sicherheit sein.

"Du hast recht behalten, Kahvi. Wenn wir bei unserer Suche dem Verlauf der Küste konsequenter gefolgt wären, hätten wir ein, zwei Tage früher zurückkehren können." Einige Worte sprach Earrin laut aus, doch da die Atemmaske die Laute dämpfte, ersetzten Gesten einen Teil der Worte.

Seine Frau antwortete mit einem kurzen, stummen Nicken, ohne die Augen länger von der Küste abzuwenden, als notwendig war, um seine Gesten mitzubekommen. Es erfüllte sie nicht mit besonderer Befriedigung, recht gehabt zu haben; schließlich hatte sie ihm zugestimmt und die kürzere Route akzeptiert. Die Fahrt war in jedem Fall gefährlich, aber sie hatten es vermeiden wollen, außerhalb der Reichweite ihrer Sauerstoffdepots zu arbeiten.

Diesmal hatten sie mehr Flöße als gewöhnlich zusammen und deshalb einige Probleme mit dem Manövrieren. Die Hillers verlangten den größtmöglichen Vorrat an Metall und Glas, soviel, wie man in zwei Monaten herbeischaffen konnte. Sie hatten nicht mehr Kupfer als sonst aus dem Meer gewinnen können, aber Bones hatte im Hafengebiet so viel Glas gefunden, dass sie damit nicht nur die normalerweise für Fracht bestimmten Plattformen, sondern noch ein Dutzend Quadratmeter zusätzliche Fläche beladen hatten. Die neuen, nur provisorisch befestigten Flöße waren ihre größte Sorge.

Selbst in seichtem Wasser war der Verband von Flößen schwer zu handhaben. Earrin und Kahvi hatten mehrmals versucht, zu segeln, aber sie verstanden beide nicht genug davon. Außerdem waren sie dabei zu sehr vom Wind abhängig. Sie benutzten Ruder, und im tieferen Wasser half ihnen Bones.

Im Augenblick ruhten sich die beiden Männer aus, die Ruder trieben seitwärts im Wasser. Nur der Beobachter arbeitete weiter; die Schlepptaue waren gespannt, das Floß bewegte sich langsam nach Westen. Wenn sich das Wetter noch eine Stunde hielt, war die Fracht in Sicherheit, wenn nicht - nun Bones konnte sie zwar wieder bergen, aber hier, direkt unter den Augen der Hillers, wäre das unklug gewesen. Die Gruppe, die die Fracht bestellt hatte, schien keine Sympathien für die Eingeborenen zu hegen. Während der Verhandlungen war ein paar Mal die Rede von "Invasoren" gewesen, aber weder Kahvi noch Earrin waren auf derartige Bemerkungen eingegangen.

Es war sinnlos, sich jetzt darüber Gedanken zu machen; wichtiger war es, so schnell wie möglich die Küste und das Gefängnis zu erreichen. Earrin nahm sein Ruder wieder auf, und Kahvi folgte seinem Beispiel. Das Kind war noch zu klein, um hierbei zu helfen.

Wenigstens hatten sie keinen Gegenwind. Das schaumstoffartige Gewebe schwamm hoch auf dem Wasser, deshalb wurde die Konstruktion mehr vom Wind als von der Strömung beeinflusst. Sie kamen problemlos voran.

Regelmäßig sahen sich die Ruderer um und beobachteten die stickstoffgefärbten Wolken, die langsam näher kamen. Allmählich wurde die Sicht der Küste klarer, der Dunst lichtete sich. Im Süden waren die Blue Hills noch erkennbar, ein gutes Zeichen. Stürme kündigten sich meistens durch Wolken an, die in Bodennähe aufzogen. Deshalb blieb Kahvi zuversichtlich; Earrin dagegen erinnerte sich an zu viele Ausnahmen von dieser Regel, um beruhigt zu sein.

Bones, der fünfzig Meter voraus unter der Wasseroberfläche schwamm, vers

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