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Infinity Der Turm von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2012
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Infinity

In seinem Schatten entstehen Städte, so groß wie Kontinente: der Turm. Er ist allwissend, übermächtig und bedrohlich - sogar für Arion, die Herrscherin über all jene Geschöpfe, die im Turm Zuflucht gefunden haben. Denn von außen droht Gefahr: Die Rebellen um den ungestümen Clanführer Craiden versuchen, die Macht des Turms zu brechen - und damit auch Arions Herrschaft zu stürzen. Wird der Turm fallen und damit den ganzen Planeten in den Abgrund reißen? "Der Turm

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 27.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492956246
    Verlag: Piper
    Größe: 2208kBytes
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Infinity

Dieses Buch ist für Jackson, für den die Sonne auf- und untergeht. Teil Eins IN DER PROVINZ Hätte es in seiner Macht gestanden, wäre der Vaudevillekünstler ein zeitloser Wanderer gewesen, der mit seinen Talenten eine Brücke zwischen den Generationen geschlagen hätte. Fred Allen, Much Ado About Me 1 EIN AUFBRUCH Jeder Freitagvormittag verlief in Otterman's Vaudeville Theater üblicherweise recht gemächlich, und dieser bildete bis jetzt keine Ausnahme. Vier der aktuellen Darbieter würden am Wochenende zu anderen Theatern weiterziehen, und vier andere würden herkommen, um ihre Plätze einzunehmen, darunter Gretta Mayfield, ein unbedeutender Stern am Himmel der Oper von Chicago. Unter den Musikern herrschte allgemein eine Stimmung sorgloser Zufriedenheit. Alle Vorstellungen waren gut verlaufen, und die nächsten ernsthaften Proben waren noch ein ganzes Wochenende entfernt. Was für die überarbeiteten Musiker beinahe eine Ewigkeit darstellte. Doch dann rannte Tofty Thresinger, erster Geiger des Hauses und inoffizieller Klatschexperte des Theaters, mit einem panischen Ausdruck in den Augen in den Orchestergraben. Für einen Moment stand er nur keuchend da, die Hände auf die Knie gestützt. Dann hob er den Kopf, um eine entsetzliche Neuigkeit kundzutun: "George hat gekündigt." "Was?", fragte Victor, der zweite Geiger. "George? Unser George?" "George, der Pianist?", fragte Catherine, die Flötistin. "Genau der", sagte Tofty. "Wie gekündigt?", hakte Victor nach. "Im Theater?" "Ja, natürlich im Theater!", sagte Tofty. "Wo hätte er sonst kündigen können?" "Das muss ein Irrtum sein", erwiderte Catherine. "Von wem haben Sie das?" "Von George selbst!", sagte Tofty. "Und wie hat er sich ausgedrückt?", fragte Victor. "Er hat mich angesehen", entgegnete Tofty, "und gesagt: ?Ich habe gekündigt.?" Schweigen trat ein, als alle Anwesenden über seine Worte nachdachten. Da blieb nicht viel Raum für eine alternative Deutung. "Aber warum hat er gekündigt?", fragte Catherine. "Ich weiß es nicht!", heulte Tofty und brach auf seinem Stuhl zusammen. Die Neuigkeit sprach sich schnell im ganzen Theater herum: George Carole, der verlässlichste Pianist des Hauses und ein wahres Wunderkind (oder enfant terrible, je nachdem, wen man fragte), hatte das Handtuch geworfen, einfach so. Bühnenarbeiter schüttelten bestürzt die Köpfe. Künstler setzten sogleich zu klagen an. Sogar die Garderobenfrauen, die üblicherweise nur peripher am Theaterklatsch teilhatten, wurden über diese verhängnisvolle Entwicklung in Kenntnis gesetzt. Aber die Neuigkeit erschütterte durchaus nicht jeden. "Gut, dass wir ihn los sind", sagte Chet, der Bassist. "Ich bin es leid, diesen kleinen Gernegroß zu erdulden, der ständig so tut, als wäre er uns überlegen." Doch viele andere brummten, er sei in der Tat überlegen. An die sieben Monate waren vergangen, seit der Sechzehnjährige am Tag des Vorspielens durch ihre Tür spaziert war und der Belegschaft mit seinem Spiel förmlich den Atem geraubt hatte. Alle waren erstaunt gewesen, dass er nicht für einen Bühnenauftritt vorspielte, sondern für eine Festanstellung als Orchestermusiker, ein Job, wie er mieser kaum sein konnte. Van Hoever, der Leiter des Otterman's, hatte ihn zu diesem Punkt eingehend befragt, aber George hatte sich nicht aus dem Konzept bringen lassen: Er war gekommen, um als Pianist in ihrem kleinen Theater in Ohio zu spielen, weiter nichts. "Was sollen wir jetzt machen?", fragte Archie, der Posaunist. "Ob es uns gefällt oder nicht, George war es, der uns bekannt gemacht hat." Was mehr oder weniger die Wahrheit war. Eine Grundregel des Vaudeville, seines Zeichens ein Gewerbe, in dem Beleidigungen auf der Tagesordnung standen, lautete, dass die Person, auf die am meisten geschissen wurde, der Orchesterpianist war. Er begleitete beinahe alle Auftritte, und jedes Ego, das die Bühne betrat, suchte die Schuld für die eigenen Fehler bei ihm. Ging ein Witz daneben, lag es daran, d

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