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Intruder Chronik eines Albtraums: Vierter Tag von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe E-Books
eBook (ePUB)
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Intruder

Monument Valley: eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch - und Kulisse eines Horror-Trips, wie ihn sich Mike und seine beiden Freunde Stefan und Frank bestimmt nicht vorgestellt haben. Hier begegnen sie dem undurchschaubaren Marc Strong. Doch das wirft nur neue Fragen auf. Welche Rolle spielt Strong in dem Puzzle? Ist er wirklich hinter den Indianern her, die Mike die ganze Zeit über zu verfolgen scheinen? Als Strong eine alte Indianerin gefangen nimmt, kommt es zum Showdown -

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 114
    Erscheinungsdatum: 27.11.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838706214
    Verlag: Bastei Lübbe E-Books
    Größe: 447 kBytes
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Intruder

" Vierter Tag (S. 3-4)

Die Luft über der sepiafarbenen Wüste flimmerte vor Hitze. Trotzdem war es kalt. Hier oben – vierzig oder fünfzig Meter über dem zerfurchten und mit Steintrümmern und Geröll bedeckten Boden – war der Wind schneidend, zugleich aber auch so trocken, dass er einem das letzte bisschen Feuchtigkeit aus dem Körper zu saugen schien. Weit im Westen, schon fast hinter der Krümmung des Horizonts, bewegte sich etwas mit derart hoher Geschwindigkeit, dass die dadurch erzeugte gewaltige Staubwolke trotz der enormen Entfernung noch mit bloßem Auge zu erkennen war.

Es war zu schnell für eine der großen Büffelherden, die sich ohnehin nie so weit in die Wüste vorwagten und eher die saftigen Prärien des Ostens bevorzugten. Und es war auch ganz und gar untypisch für einen Reitertrupp. Vielleicht ein Staubsturm, vielleicht böse Geister, die gekommen waren, um ihre grausamen Spiele mit Mensch und Tier zu spielen. Der einsame Mann am Rande der Felsklippe erschauderte. Der Wind wurde zu einer Bö, die sich heulend an der scharfen, wie mit einem Messer gezogenen Kante vor seinen Füßen brach. Obwohl er einen hinlänglichen Abstand eingehalten hatte, um nicht dem Sog der Tiefe zu erliegen, wich er einen weiteren Schritt zurück.

Als er sich umdrehte und den Blick seiner müde gewordenen Augen über das fast perfekte Rund der Mesa wandern ließ, gewahrte er nur roten Stein, der von tiefen Spalten und Rissen durchzogen war; Spuren des unbarmherzigen Wechsels zwischen grausamer Nachtkälte und unbarmherziger Sonnenglut, die den porösen Sandstein bersten ließ. Die einzige Bewegung kam von winzigen Staubteufeln, die der Wind ebenso schnell wieder zerriss, wie er sie erschaffen hatte.

Dennoch war der Mann nicht alleine. Etwas war hier; etwas Unsichtbares und Böses, das ihn belauerte und anstarrte und das so uralt und unbarmherzig wie dieses Land selbst war. Es wartete; vielleicht darauf, dass er einen Fehler machte, vielleicht darauf, dass bereits gemachte Fehler endlich ihre grausamen Früchte trugen. Er wusste sogar, was dieses Etwas war. Es war das Ding aus dem Hogan, der Wendigo, jener, Der Mit Dem Wind Geht und den er in dem beengten indianischen Zeremonienbau herausgefordert hatte – nur aus einer Laune und dem kindischen Bedürfnis heraus, sich vor seinen Freunden aufzuspielen.

Was danach passiert war, hatte den Rahmen alles Vorstellbaren gesprengt. Es hatte bereits in Phoenix begonnen, direkt nach ihrer Ankunft in dem Motel, von dem aus ihre Motorradtour durch Arizona, Utah und Nevada starten sollte. Die Indianerfamilie mit dem merkwürdigen, wie geistig behindert wirkenden Kind, das sich über seine weiße Hose mit dem Kaffeefleck lustig gemacht hatte, war ihm, Mike, und seinen beiden Freunden Frank und Stefan seitdem gefolgt – und ihre ganze Tour war durcheinander geraten. Zuerst war sie nur durch mehrere kleinere Vorfälle überschattet worden, bevor sie sich dann gleich am ersten Abend in der Nähe des Grand Canyon zu einem wahren Albtraum gewandelt hatte."

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