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Königsjäger Roman von Abercrombie, Joe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.08.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Königsjäger

Eine junge Kriegerin, ein verratener Prinz und ein blutiger Pfad der Rache In den kalten Nordländern rund um das Splittermeer werden Krieger entweder aus Legenden geboren oder aus Verzweiflung. Das gilt erst recht für eine Kriegerin wie die junge Thorn, deren einziger Wunsch es ist, Rache für den heimtückischen Mord an ihrem Vater zu nehmen. Als ihr Weg sich mit dem von Prinz Yarvi kreuzt, wird Thorn in eine Welt der Kämpfe und Intrigen gegen den grausamen Hochkönig hineingezogen. Eine Welt, für die sie geboren zu sein scheint ... Joe Abercrombie arbeitet als freischaffender Fernsehredakteur und Autor. Mit seinen weltweit erfolgreichen Romanen um den Barbaren, den Inquisitor und den Magier hat er sich auf Anhieb in die Herzen aller Fans von packender, düsterer Fantasy geschrieben und schaffte es bereits mehrmals auf die Times-Bestsellerliste. Joe Abercrombie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 10.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641155599
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Half the World - Shattered Sea Series Book 2
    Größe: 4285 kBytes
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Königsjäger

Die Auserwählten

E r zögerte nur einen Augenblick, aber das genügte Dorn, um ihm den Rand ihres Schildes in die Eier zu rammen.

Sie hörte Brands Stöhnen selbst über das Geschrei der anderen Jungen, die darauf hofften, dass sie verlor.

Dorns Vater hatte immer gesagt: Der Augenblick, in dem du zögerst, ist der Augenblick, in dem du stirbst, und sie hatte bislang ihr Leben im Guten und vor allem im Schlechten nach diesem Grundsatz geführt. Also verzog sie das Gesicht zu einem kämpferisch-herausfordernden Zähnefletschen - ohnehin ihr liebster Gesichtsausdruck - und forderte Brand noch härter als zuvor.

Sie rempelte ihn mit der Schulter an, und ihre Schilde krachten knirschend aneinander. Der Sand spritzte unter Brands Hacken beiseite, als er rückwärts über den Strand stolperte, das Gesicht vor Schmerz verzerrt. Er schlug nach ihr, aber sie duckte sich und wich dem Hieb aus, führte ihr Holzschwert tief und erwischte ihn an der Wade, direkt unter dem zuckenden Saum seines Kettenhemds.

Eins musste man Brand lassen: Er klappte nicht zusammen, er schrie nicht einmal auf, sondern hüpfte nur mit verzerrtem Gesicht einen Schritt zurück. Dorn lockerte ihre Schultern und wartete darauf, dass Meister Hunnan ihren Sieg ausrufen würde, aber ihr Lehrer stand so ruhig da wie die Statuen in der Gotteshalle.

Manche Waffenmeister taten so, als seien die Übungsschwerter echt, und brachen den Kampf nach einem Streich ab, der mit einer Stahlklinge tödlich gewesen wäre. Aber Hunnan sah seine Schüler gern am Boden liegen, erniedrigt, nach einer harten Lektion. Bei den Göttern, Dorn hatte auf Hunnans Kampfplatz genug harte Lektionen lernen müssen. Jetzt gab sie das Gelernte nur zu gern weiter.

Mit einem spöttischen Lächeln - ihrem zweitliebsten Gesichtsausdruck - wandte sie sich an Brand und kreischte: "Komm schon, du Feigling!"

Brand war stark wie ein Bulle und hatte jede Menge Kampfgeist, aber er humpelte und war müde, und Dorn nutzte den Umstand aus, dass der Strand zum Wasser hin leicht abfiel. Sie hielt die Augen fest auf ihren Gegner gerichtet, wich einem Schlag aus, dann noch einem, tauchte unter einem ungeschickten Schwinger hindurch und glitt an seine ungedeckte Seite. Die beste Scheide für eine Klinge ist der Rücken deines Feindes, hatte ihr Vater immer gesagt, aber die Seite tat es auch. Ihr Holzschwert krachte mit einem Aufprall, als ob ein Holzscheit gespalten würde, gegen Brands Rippen. Ihr Gegner begann hilflos zu taumeln, und Dorn grinste nur noch breiter. Es gab kein besseres Gefühl auf der Welt, ja, nichts fühlte sich so gut an, als wenn man es jemandem gerade so richtig gezeigt hatte.

Sie setzte ihre Stiefelsohle auf seinen Hintern und gab ihm einen Schubs, bis er auf allen vieren in die Welle flog, die gerade über den Strand schwappte und sein Schwert mit sich riss, bis es in den Algen hängen blieb.

Dann trat sie zu Brand hin, der mit gequältem Blick zu ihr aufsah, das nasse Haar an den Kopf geklatscht und die Zähne noch blutverschmiert von der Kopfnuss, die sie ihm zuvor verpasst hatte. Vielleicht hätte er ihr leidtun sollen, aber es war schon lange her, dass Dorn sich so etwas wie Mitgefühl hatte leisten können.

Stattdessen drückte sie ihm ihre eingekerbte Holzklinge gegen den Hals und fragte: "Und?"

"Na gut." Er machte eine schwache Handbewegung, als ob er sie verscheuchen wollte, dabei fehlte ihm zum Sprechen fast die Luft. "Ich habe verloren."

"Ha!", schrie sie ihm ins Gesicht.

"Ha!", schrie sie den enttäuschten Jungen rund um den Kampfplatz entgegen.

"Ha!", schrie sie nun selbst zu Meister Hunnan hinüber, und triumphierend riss sie Schwert und Schild in die Höhe und schwenkte beides unter dem Himmel, der Regentropfen auf sie hinunterspuckte.

Vereinzeltes Klatschen und Raunen war die einzige Reaktion. Zwar war ihr klar, dass es selbst für wesentlich armseligere

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