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Köpfe Roman von Bear, Greg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Köpfe

Wissen ist Macht Vor Jahrhunderten ließen Tausende ihre Gehirne einfrieren in der Hoffnung, das Bewusstsein, die persönlichen Erinnerungen, das Ich über den Tod hinaus zu retten, um eines Tages in ferner Zukunft eine Wiederauferstehung zu erleben. Aber die Menschen dieser fernen Zukunft haben wenig Verständnis für derartige Wünsche. Sie sind nur an den Informationen interessiert, an verlorenem Know-how, das noch in den Köpfen sein könnte. Dass dieses Wissen jedoch nicht ungefährlich sein kann, erfährt der Wissenschaftler Mickey Sandoval am eigenen Leib, als seine Schwester Rho 410 dieser gefrorenen Köpfe auf den Mond bringt. Immer tiefer gerät er in einen Strudel aus Intrigen, der sich bis in die höchsten Kreise der Politik zieht - und mitten hinein in das Dunkle Geheimnis eines religiösen Kultes ... Greg Bear wurde 1951 in San Diego geboren und studierte dort englische Literatur. Seit 1975 als freier Schriftsteller tätig, gilt er heute als einer der ideenreichsten wissenschaftlich orientierten Autoren der Gegenwart. Etliche seiner Romane wurden zu internationalen Bestsellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 30.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641175337
    Verlag: Heyne
    Größe: 580 kBytes
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Köpfe

Ordnung und Kälte, Hitze und Politik. Der Schwindel der falschen Ordnung: Wut, Tod, Selbstmord und Zerstörung. Ich habe geliebte Menschen verloren, habe meine Illusionen verloren und eine geistige und körperliche Hölle durchgemacht, aber was mich nach dreißig Jahren immer noch im Traum heimsucht, sind die riesigen silbernen Kühlmaschinen, vier Etagen hoch, die unbewegt in der dunklen, leeren Höhlung der Eisgrube hingen; die Chaos-Druckpumpen mit ihrer ständigen saugenden Lautlosigkeit; der sich auflösende Geist meiner Schwester Rho; und William Pierces Gesichtsausdruck, als er sich seinem Lebensziel gegenübersah, in der Stille ...

Ich glaube, dass Rho und William tot sind, aber ich werde mir dessen niemals ganz sicher sein. Noch viel weniger sicher bin ich mir über die vierhundertzehn Köpfe.

Fünfzig Meter unter dem aschigen Verwitterungsboden des Oceanus Procellarum, in der geografischen Mitte der ausgedehnten und zum größten Teil leeren Sandoval-Gebiete, war die Eisgrube aus einem vulkanischen Rülpser in der Ur-Vergangenheit des Mondes entstanden, eine natürliche Blase von beinahe neunzig Metern Durchmesser, die einst mit der wässrigen Sickerflüssigkeit eines Eisfalles in der Nähe gefüllt war.

Die Eisgrube war ein ergiebiger Wasserstollen gewesen, eins der größten Trinkwasserreservoirs auf dem Mond, doch es war längst erschöpft.

Da es meiner Familie, dem Multiplen Bund der Sandovals, widerstrebte, Mitglieder des Clans arbeitslos zu sehen, hatte sie die Grube als verlustbringende Farm weitergeführt. Sie unterhielt drei Dutzend Bewohner in einem Raum, der früher dreihundert beherbergt hatte. Sie war schrecklich vernachlässigt, schlecht geführt, und - was das schlimmste war für eine lunare Einrichtung - ihre Gänge und Gehege waren schmutzig. Der freie Raum an sich war leer und unbenutzt, da seine wassererhaltende Stickstoff-Atmosphäre längst versickert und der Grund nach mehreren Beben von Geröll bedeckt war.

Mein Schwager, William Pierce, hatte vorgeschlagen, ausgerechnet an diesem unwirtlichen Ort den absoluten Nullpunkt anzustreben, das universale Nonplusultra an Ordnung, Frieden und Stille. William untermauerte seine Bitte um die Nutzung der Eisgrube mit der Behauptung, er würde auf diese Weise ein Schweineohr in eine wissenschaftliche Seidentasche verwandeln. Als Gegenleistung konnte sich der MB Sandoval eines großen wissenschaftlichen Projekts rühmen, das seinen Status innerhalb des Tripel anhob und sich damit auch auf seine finanzielle Situation günstig auswirkte. Die Eisgrubenstation würde einem echten Zweck dienen und bot nicht nur Lebensraum für einige Dutzend müßige Eisgrubenleute, die sich als Farmer ausgaben. Und William hatte etwas ganz für sich allein, etwas wahrhaft Herausforderndes.

Rho, meine Schwester, unterstützte ihren Mann, indem sie all ihre beträchtliche Energie und allen Charme aufbot - und ihr gutes Verhältnis zu meinem Großvater, in dessen Augen sie niemals etwas falsch machen konnte.

Trotz Großvaters Befürwortung wurde das Vorhaben einer strengen Untersuchung durch das Sandoval-Syndikat unterzogen - bestehend aus den Geldgebern und Unternehmern sowie den Wissenschaftlern und Ingenieuren, von denen viele schon mit William zusammengearbeitet hatten und seine Begabung kannten. Rho steuerte seinen Vorschlag geschickt durch das Labyrinth von Begutachtung und Kritik.

Mit einer Fünf-zu-vier-Entscheidung des Syndikats und unter heftigem Protest von Seiten der Geldgeber und dem widerstrebenden Einverständnis der Wissenschaftler wurde Williams Projekt bewilligt.

Thomas Sandoval-Rice, der Direktor und Chef des MB-Syndikats, gab seine Zustimmung äußerst zögernd, doch er gab sie. Offenbar sah er einen gewissen Nutzen in einem risikoreichen, aufsehenerregenden Forschungsprojekt; die Zeiten waren schwer, und der Prestigewert spielte selbst für eine Familie der Oberen Fünf eine entscheidende Rolle.

Thomas beschlo

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