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KA - Das Reich der Krähen von Crowley, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.10.2018
  • Verlag: Golkonda Verlag
eBook (ePUB)
17,50 €
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KA - Das Reich der Krähen

Dar Oakley ist die erste Krähe der Weltgeschichte, die einen eigenen Namen bekommt. Sie erfindet eine Sprache für das Krähenvolk, fliegt in die Anderswelt und stiehlt versehentlich die Unsterblichkeit. In zahlreichen Leben freundet sie sich mit Menschen aus verschiedenen Epochen an, erlebt Cäsars Eroberung Galliens, entdeckt mit dem Heiligen Brendan Amerika - immer auf der Suche nach der Wahrheit über Leben und Tod. Bis sie in einer Zeit, in der unsere Welt bereits in Trümmern liegt, einen Menschen findet, dem sie ihre Geschichte erzählen kann. Denn wahre Unsterblichkeit liegt in den Geschichten, die immer weiter erzählt werden ... Autor John Crowley schreibt eine epische Saga über das Reich der Krähen, die Welt der Menschen und die unsterbliche Kunst des Geschichtenerzählens. John Crowley ist Science-Fiction- und Fantasy-Autor, Produzent und Drehbuchautor für Dokumentarfilme, sowie Dozent an der Yale University. Er studierte an der Indiana University. Sein bekanntestes Werk ist der Roman 'Little, Big oder das Parlament der Feen.' 2006 erhielt er für sein Lebenswerk den World Fantasy Award.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 19.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946503460
    Verlag: Golkonda Verlag
    Serie: KA .1
    Größe: 6668 kBytes
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KA - Das Reich der Krähen

Prolog

Am Ende der Welt hat sich ein großer Berg aufgetürmt. Er ist nicht hoch, sondern eher lang und breit, wirkt aber groß, weil er sich als einziger in einer Ebene erhebt, wo es keine anderen Erhebungen gibt. Ringsum sind gerade Straßen und sanft hügelige Felder - vielleicht sogar ein paar Steine, aber der Berg selbst besteht nicht aus Steinen.

Er wächst immer weiter und wird noch lange so weiterwachsen, ehe sich alles setzt. Vor dem Morgengrauen bewegt sich ein gelbes Raupenfahrzeug, ausgerüstet mit einem Pflug, über seine vordere Flanke, die unter dem Gewicht bebt, weil die Substanz des Berges immer noch weich und locker ist. Beim ersten Licht ziehen schwere Lastwagen hintereinander weg auf schräg ansteigenden, extra für diesen Zweck angelegten Wegen hoch und halten an bestimmten Stellen, wo sie das Mitgebrachte in dampfenden Haufen von der Ladefläche kippen. Das Raupenfahrzeug verteilt es dann und versucht, es abzudecken.

An manchen Stellen brennt es.

Zu beiden Seiten dieses Berges erheben sich kleinere Hügel, die älter und verlassen sind und nun, von einer Grassode bedeckt, daliegen: fette schlafende Männer, die über Jahre hinweg ihre Riesenmahlzeiten verdauen. Nur die Kuppen der neueren Hügel sind noch offen, und dort türmen sich Haufen von unverschlucktem Zeug.

An den Straßen, die vom Berg abwärts und zur großen Stadt führen, befinden sich Häuser und kleine Ansammlungen von Schutzhütten. Sobald es hell genug wird, strömen die Menschen heraus und steigen über die kleineren Anhöhen zu dem großen Berg, dessen Kuppe noch offen ist wie eine große Wunde. Es sind Frauen und Kinder und ältere Menschen; sie haben Säcke und Eimer und andere Behälter dabei, um fortzutragen, was sie auf den neuen Haufen finden und was andere in den älteren und versinkenden Pulks übersehen haben. Rauch vernebelt die aufgehende Sonne.

Die Leute befinden sich noch im Anstieg, als die ersten Krähen von ihren Winterkolonien in den dichten Wäldern entlang des Flusses und auf der Flussinsel bei der Stadt herbeifliegen. In einer langen, ununterbrochenen Kette fliegen sie an den Menschen vorbei - Hunderte, dann Tausende. Ich denke, wenn die Menschen einander die Vögel beschreiben würden, dann würden sie sagen, dass die Krähen wie ein schwarzer Schal über dem Himmel hängen und ihn vom Horizont bis auf halbe Höhe bedecken. Aber die Krähen sehen sich nicht so, sie sehen sich nicht als ein Schleier oder Mantel oder als schwarzes Bärenfell, sie betrachten sich nicht als Masse, sondern als viele : Eine jede ist für sich, eine unter anderen, auf vorsichtiger Distanz, ohne die anderen zu berühren, jede einzelne in der Lage zu sehen, wohin sie alle ziehen.

Sie sehen, wie die Menschen unter ihnen sich langsam bewegen und die Lastwagen mit den starrenden Lichtern. Sie wissen, wo sie sind.

Und auch die Menschen verschwenden kaum einen Gedanken an sie. In anderen Zeiten und an anderen Orten hätten sie unter einer solchen sanft schwingenden Wolke vielleicht einen Segen ausgesprochen, hätten vielleicht ein Gebet geflüstert oder einen Reim, einen Vers oder eine Hymne; sie hätten die Schwingungen des Schwarms studiert, um etwas über die Zukunft oder das Wetter herauszufinden. Aber diese Zeiten sind schon lange vorbei. Die Plünderer ignorieren die Vögel oder verachten sie - die schwarzen Bettler. "Geflügelte Ratten" nennen sie sie. Die Kinder werfen ihnen Dinge nach oder verjagen sie von dem Hügel, bis die Älteren sie wieder zum Sammeln aufrufen. Gelegentlich jagen die Krähen einem Kind nach, weil sie denken, es hätte etwas, das auch sie wollen, oder einfach aus Spaß, denn ihre alte Vorsicht ist schon lange gewichen. Die Kinder haben in der Regel nichts, was Krähen wollen. Kinder suchen nach seltenen Dingen, und an Futter ist für die Krähen genug da. Die Lastwagen speien es tonnenweise aus, vermischt mit nicht Essbarem, aber in solcher Fülle, dass sie sich nicht einmal darum streiten m

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