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Killing Moon Roman von Pedreira, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Killing Moon

Wo lauert der wahre Feind? Vor dieser Frage steht Caden Dechert, Leiter der amerikanischen Mondmission zum Abbau des Energielieferanten Helium-3. Im Jahre 2072 streiten fünf Großmächte um die Vorherrschaft auf dem Erdtrabanten. In der lebensfeindlichen Umgebung war die Sicherheit der Crews trotzdem stets oberstes Gebot. Doch als eine Bombe ein US-Teammitglied tötet, muss Dechert nicht nur einen Saboteur und Mörder jagen. Er muss auch einen offenen Krieg zwischen den USA und China verhindern, wenn sein Team überleben will ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 351
    Erscheinungsdatum: 29.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556823
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Sea of Serenity
    Größe: 1370 kBytes
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Killing Moon

1

Der Mond, Mare Tranquillitatis, 2072

Dechert stand am Kraterrand und blickte nach unten. Dionysius war ein Monstrum: drei Kilometer tief und weit genug, um Manhattan zu schlucken. Weil das Licht der untergehenden Sonne zu flach einfiel, um seine Abgründe zu erhellen, war es in ihm schwarz wie in einem Brunnenschacht. Was hatte Fletcher gesagt, als er ihn in die Stationsführung einarbeitete? Ach ja: Panik bringt Sie nicht nur um - Sie stehen dabei auch noch wie ein dummes Arschloch da.

Harte Worte, aber Fletcher hatte sich auch nie einen Sixpack Raketenmotoren an den Raumanzug geschnallt, um ins offene Maul eines Kraters zu springen.

Das hatte noch nie jemand getan.

Dechert bewegte die Zehen, um Blut hineinzupumpen, aber weiterhin stiegen ihm eisige Nadelstiche die Füße hoch wie tanzende Spinnen. Er nestelte an der Sauerstoffzufuhr, stapfte mit den Stiefeln auf und versuchte, die Leere, die sich vor ihm auftat, zu verdauen.

"Alles klar", sagte Quarles in seinem Helm.

"Scheiße."

"Was ist Scheiße?"

"Nichts. Warnen Sie mich beim nächsten Mal einfach, bevor Sie das tun."

"Was?"

"Reden."

"Okay. Wie soll ich Sie davor warnen?"

Dechert fletschte die Zähne. "Schon gut. Was wollen Sie?"

"Ich wollte Ihnen sagen, dass es gut aussieht. Die Raketen sind synchron und klar zur Zündung. Fernlenkung und Telemetrie klar, Anstellwinkel vierundachtzig Grad. Haben Sie Ihre Lampen an?"

"Ja." Was immer mir das nützt , dachte er.

"Gut. Schreiben wir Geschichte. Vier-null Sekunden ab ... jetzt! "

Vierzig Sekunden. Dechert wich unbeholfen ein Dutzend Schritte vom Kraterrand zurück und zählte dabei herunter. Zum ersten Mal seit langer Zeit empfand er Angst, und es war kein angenehmes Gefühl - Kupfergeschmack im Mund und verschärfte Wahrnehmung. Beides erinnerte ihn an den Krieg.

"Drei-null Sekunden."

"Das war mal besser kein Übertragungsfehler, Quarles. Wenn ich feststellen sollte, dass der Bohrer da unten doch noch Fels frisst, schmeiße ich Sie persönlich aus der Luftschleuse."

"Verstanden. Zwo-null Sekunden. Alle Werte nominal."

In Decherts Ohren rauschte das Blut. Nominal. Was zum Teufel soll das heißen? Gibt es ein blöderes Wort als nominal? Die Angst hielt ihn gepackt, und er suchte nach inneren Ablenkungen, ein alter Pilotentrick, um bei der äußeren Sache zu bleiben. Er ging die Höhepunkte seiner Laufbahn durch, hakte die Punkte in seinem Lebenslauf ab, als zischten sie über das Head-up-Display in seinem Helm: sechs Erstflüge durch die Bergketten rings um die zentralen Maria des Mondes, zwei Rekorde bei Mondüberquerungsmissionen, Befehl über eine Schürfstation der Stufe 1, noch auf der Erde ein Silver Star für Tapferkeit unter Beschuss im Bekaa-Tal. War das die Karriere eines Feiglings, eines terranischen Greenhorns? Ob er jetzt zu schwer nach Luft keuchte oder nicht, konnte jemand bezweifeln, dass er den Mumm hatte für diesen Sprung?

Und trotzdem stand er da und zweifelte an sich selbst.

Ein gedämpfter Warnton piepte im Helm, und aus seinem Headset drang Quarles' Stimme, nachdem sie per Funk fünfhundert Kilometer überbrückt hatte. "Okay. Countdown ab zehn. Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwo, eins, null. Schritt, Schritt und Zündung."

Er hätte sich keine Sorgen zu machen brauchen - kaum sagte Quarles "Zündung", machte Dechert in der niedrigen Schwerkraft des Mondes drei Sprungschritte. Das Raketenpack seines Anzugs hob ihn von der Kraterwand. Er blickte an seinen Stiefeln vorbei in die Schwärze und zog den Kopf in den hinteren Teil des Helms zurück.

"Dreihundert Meter und steigend", sagte Quarles. "Zehn Sekunden bis Gipfelpunkt, zwölf Sekunden bis Bremsschub."

Als er über den Kraterwall von Dionysius stieg, erhaschte er einen letzten Blick auf den Teil des Ma

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