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Land der Mythen [1] Das erste Buch von Peinkofer, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.08.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Land der Mythen [1]

Der erste Band des 'Land der Mythen'-Abenteuers: Nach den großen Erfolgen um die 'Orks', 'Zauberer' und 'Könige' führt Michael Peinkofer in eine neue Welt - ins Land der Mythen, das nach einem Jahrtausende währenden Kampf der Sylfen gegen die Zyklopen fast vernichtet wurde. Seitdem herrscht Frieden zwischen Sylfen, Zwergen und Menschen. Aber der dunkle Feind aus der Vergangenheit ist nicht besiegt. Etwas hat überlebt. Und diesmal wird es nicht ruhen, bis das Land endgültig unterworfen ist ... Michael Peinkofer, 1969 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und arbeitete als Redakteur bei der Filmzeitschrift "Moviestar". Mit seiner Serie um die "Orks" avancierte er zu einem der erfolgreichsten Fantasyautoren Deutschlands. Seine Romane um "Die Zauberer" wurden ebenso zu Bestsellern wie seine Trilogie um"Die Könige". Mit "Die Legenden von Astray" führt Michael Peinkofer alle Fantasy-Fans in eine neue Welt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 170
    Erscheinungsdatum: 04.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492969017
    Verlag: Piper
    Serie: Land der Mythen 1
    Größe: 2712 kBytes
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Land der Mythen [1]

2

Es hatte zu schneien begonnen.

Früher als in jedem anderen Jahr.

Alphart Wildfänger stand am Fenster und schaute den weißen Flocken zu, die im Wind tanzten, ehe sie sich über das Gras, die Bäume und die Felsen verteilten und sich zu einem weißen Schleier verwoben, der das Land bedeckte.

Die Dämmerung war hereingebrochen, ungewöhnlich früh für diese Jahreszeit – ein weiterer Hinweis darauf, dass es ein harter und strenger Winter werden würde. Die Wolken hingen tief in diesen Tagen und verhüllten die windumtosten Gipfel, und in den Nächten konnte man es in den Bergen rumoren hören. Es war ein dumpfes Pochen, ein Schlagen wie von tausend Schmiedehämmern, das den Fels erbeben und die Gipfel erzittern ließ.

Alphart dachte nicht darüber nach, was diese Geräusche zu bedeuten hatten. Er war ein einfacher Mann, der nicht viel von der weiten Welt wusste. Aber seine Instinkte, die geschult waren vom entbehrungsreichen Leben in der Wildnis, sagten ihm, dass dort im Gebirge etwas vor sich ging. Etwas Dunkles, Unheilvolles, dem der Jäger zutiefst misstraute ...

Mit einer leisen Verwünschung auf den Lippen kehrte Alphart zu dem offenen, aus groben Natursteinen gemauerten Kamin zurück, in dem ein knisterndes Feuer gegen die Kälte der hereinbrechenden Nacht ankämpfte. Über den Flammen hing ein Kessel mit Wasser, das gerade zu sieden begann. Alphart nahm das Gefäß ab und gab getrocknete Brennnesseln hinein, die er in einem Mörser zerstoßen hatte. Sofort erfüllte säuerlicher Duft die kleine Hütte. Unter Wildfängern galt das Getränk als altes Hausmittel, um die Kälte des Winters aus den Knochen zu vertreiben. Bannhart würde es zu schätzen wissen, wenn er von der Jagd zurückkehrte.

Erneut trat Alphart ans Fenster und starrte hinaus. Wo sein Bruder nur blieb?

Schon vor Stunden war er ausgezogen, um nach den Fallen zu sehen, die sie im Wald ausgelegt hatten. Das war, womit die beiden Brüder ihren Lebensunterhalt verdienten: Sie waren Wildfänger – Jäger und Fallensteller, die den Sommer in den Bergen verbrachten und erst im Herbst wieder hinunter ins Tal stiegen, um die Ausbeute der vergangenen Monate zu verkaufen. Die Geschäfte gingen gut, denn Felle und Häute wurden überall in Allagáin benötigt. Wärmendes Bärenfell war bei den hohen Herren und Damen gefragt, während sich Wolfsfell seiner Strapazierfähigkeit wegen bei Söldnern und Soldaten großer Beliebtheit erfreute. Hirschhäute wiederum wurden verwendet, um Handschuhe und Stiefel zu fertigen, die geschmeidiger waren als solche aus Rindsleder, und es wurde gut dafür bezahlt. Erst vor wenigen Tagen hatten die Brüder einen Reißhirsch erlegt, dessen Haut allein genug einbringen würde, um sie über den Winter zu bringen.

Überhaupt war es ein gutes Jahr gewesen für die Jagd. So viele Tiere wie nie zuvor waren ihnen in die Fallen gegangen, und sie hatten auch zahlreiche Hirsche erlegt. Hatten sie sich in früheren Jahren oft tagelang auf die Pirsch begeben müssen, war das Wild diesmal zu ihnen gekommen. Gerade so, als hätte etwas die Tiere aus den Wäldern getrieben. Etwas, das von den Gipfeln der Berge kam ...

Alphart nahm einen Schluck von dem frischen Sud und wischte sich mit dem Handrücken über den dunklen Bart. Noch immer war in der schneedurchsetzten Dämmerung keine Spur von seinem Bruder zu sehen, wenn er aus dem Fenster schaute, und der Wildfänger begann sich Sorgen zu machen.

Ob Bannhart etwas zugestoßen war?

Alphart war weder übertrieben vorsichtig noch abergläubisch. Er fürchtete sich nicht,

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