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Midnight, Texas Roman von Harris, Charlaine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Midnight, Texas

Die Bewohner Midnights haben diesen Ort allesamt aus einem Grund zu ihrem Zuhause gewählt: Das texanische Städtchen ist klein und ruhig. Und damit ein perfektes Versteck. Doch wovor verstecken sie sich? Allein Bobo Winthrop, der Besitzer des Pfandhauses, scheint von jedem in der Stadt etwas zu wissen. Da ist Bobos neuer Untermieter, der seine Wohnung nur nachts verlässt. Oder die Esoterik-Lady, die behauptet, eine Hexe zu sein. Als Bobos Freundin Aubrey verschwindet, fangen die Einwohner an, Fragen zu stellen. Zu viele Fragen, denn plötzlich drohen Geheimnisse ans Tageslicht zu kommen, die besser verborgen geblieben wären ... Charlaine Harris wuchs im Mississippi-Delta auf und begann schon in frühen Jahren mit dem Schreiben. Mit ihren Mystery-Romanen zählt sie zu den New-York-Times-Bestsellerautorinnen, ihre erfolgreiche Buchreihe True Blood wurde als große TV-Serie verfilmt. Charlaine Harris lebt mit ihrer Familie in Arkansas.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 12.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220846
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 31910
    Originaltitel: Midnight Crossroad - Midnight, Texas Book 1
    Größe: 4836 kBytes
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Midnight, Texas

3

I n den darauffolgenden Tagen arbeitete Manfred jede wache Minute, um die Zeit aufzuholen, die er durch den Umzug verloren hatte. Er hatte keine Ahnung, warum er den Drang verspürte, so hart zu arbeiten, doch als ihm schließlich klar wurde, dass er sich wie ein Eichhörnchen vor dem herannahenden Winter verhielt, legte er noch einen Zahn zu. Schließlich wusste er, dass es sich lohnte, derartige Warnungen ernst zu nehmen.

Nachdem er vollkommen in seiner Arbeit aufging und sich außerdem selbst das Versprechen gegeben hatte, jeden Abend drei Kartons auszupacken, hatte er nach dem ersten Mittagessen mit Bobo, Joe und Chuy keinen Kontakt mehr zu den anderen Bewohnern Midnights gehabt.

Er war allerdings einige Male nach Davy gefahren, um einzukaufen. Davy war eine staubige Verwaltungsstadt, die in etwa genauso schmucklos und karg war wie Midnight, in der aber um einiges mehr los war. In Davy gab es einen See, der vom Río Roca Fría gespeist wurde, einem trägen, schmalen Fluss, der etwa drei Kilometer nördlich des Pfandleihhauses von Nordwesten nach Südosten floss. Früher war der Fluss sehr viel breiter gewesen, und seine Ufer deuteten immer noch darauf hin. Mittlerweile fielen sie auf beiden Seiten mehrere Meter tief ab und bildeten so einen mehr als dramatischen Rahmen für das Wasser, das träge über die runden Steine im Flussbett floss.

Nördlich des Pfandleihhauses schrieb der Fluss eine Kurve und umschloss die Westseite Davys, bevor er sich zu einem See verbreiterte. Ein See bedeutete Badegäste, Bootsfahrer, Angler und Ferienhäuser, und daher herrschte in Davy das ganze Jahr über an den Wochenenden reges Treiben, und im Sommer auch unter der Woche. Das hatte Manfred zumindest in seinem Reiseführer über Texas gelesen.

Manfred hatte sich selbst das Versprechen gegeben, zum Roca Fría zu wandern und dort zu picknicken, sobald er das Gefühl hatte, sich ein paar Stunden freinehmen zu können. Laut seinem Reiseführer (und Bobo) konnte er sich auf einen angenehmen Ausflug freuen. Er hatte gelesen, dass man im Sommer im seichten Wasser des Flusses waten und sogar auf den Sandbänken picknicken konnte. Und das klang tatsächlich ziemlich cool.

Am Sonntagnachmittag rief Manfreds Mutter Rain an. Als er ihren Namen auf dem Display sah, wurde ihm bewusst, dass er ihren Anruf eigentlich hätte erwarten sollen.

"Hallo, Junge", meinte sie fröhlich. "Wie gefällt es dir in deinem neuen Zuhause?"

"Gut, Mom. Ich habe beinahe alles ausgepackt", erwiderte Manfred und sah sich um. Zu seiner Überraschung stimmte es sogar.

"Hast du deine Computer bereits aufgebaut und zum Laufen gebracht?", fragte sie, als wollte sie sagen: "Hast du deine Transmogrifizierer schon eingerichtet?" Da war ständig diese kaum verhohlene Ehrfurcht. Obwohl Manfred mit Sicherheit wusste, dass Rain jeden Tag bei der Arbeit einen Computer benutzte, war seine Mutter der Meinung, seine Arbeit im Internet wäre hoch spezialisiert und kompliziert.

"Ja, alles bestens", erwiderte er. "Geht es dir gut?"

"Ja, im Job läuft es ganz gut." Eine Pause. "Und ich treffe mich immer noch mit Gary."

"Das ist gut, Mom. Du brauchst jemanden."

"Ich vermisse dich noch immer", meinte sie plötzlich. "Ich meine, ich weiß, dass du schon eine Zeit lang fort bist ... aber trotzdem."

"Ich habe die letzten fünf Jahre bei Xylda gewohnt", erwiderte Manfred emotionslos. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass du mich noch immer wahnsinnig vermisst." Er trommelte mit den Fingern auf den Schreibtisch. Natürlich wusste er, dass er viel zu ungeduldig war, was die sentimentalen Ausbrüche seiner Mutter betraf, aber das hier war ein Gespräch, das sie schon mehr als einmal geführt hatten - und es hatte ihm schon beim ersten Mal nicht gefallen.

"Du wolltest zu ihr ziehen. Du meintest, sie würde dich brauchen!", rief seine Mutter. Ihre verletzten Gefühle lauerten stets direkt unter der Oberf

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