text.skipToContent text.skipToNavigation

Moonatics von Ahlert, Arne (eBook)

  • Erschienen: 14.11.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Moonatics

Hippies auf dem Mond
Die nahe Zukunft: Webdesigner Darian Curtis ist ein begeisterter Globetrotter, der schon so gut wie jedes Land der Erde besucht hat. Als er eines Tages ein beträchtliches Vermögen erbt, erfüllt er sich einen lang gehegten Traum: Da die Erde aufgrund des Klimawandels und wachsender Terrorgefahr sowieso kein angenehmer Ort mehr zum Leben ist, besteigt Darian kurzerhand eine Rakete und fliegt zum Mond, um dort drei Wochen entspannt Urlaub zu machen. Es ist der Beginn des größten und verrücktesten Abenteuers seines Lebens, denn auf dem Mond geht die Party erst richtig los ...

Arne Ahlert wurde 1968 in Lüneburg geboren und ist im Rheinland aufgewachsen. Er lebte insgesamt mehrere Jahre in den USA, Kanada und Australien und ist regelmäßig, vorzugsweise in Asien, als Backpacker unterwegs. Neben seinen beruflichen Verpflichtungen beschäftigt er sich mit Literatur, dem Lauf der Dinge und dem Sinn des Ganzen. Heute lebt er in Berlin-Kreuzberg. Moonatics ist sein erster Roman.

Produktinformationen

    Größe: 1252kBytes
    Herausgeber: Heyne
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 576
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641197186
    Erschienen: 14.11.2016
Weiterlesen weniger lesen

Moonatics

TRANSIT

"Die Raumfahrt ist eines der Indizien dafür, dass der Arbeiter in den Herrenstand getreten ist."

Ernst Jünger

"Kann ich Ihnen weiterhelfen?"

Ich schreckte hoch. Vor mir stand ein drahtiger Mann mit blondem Bürstenhaarschnitt, grauem Overall und Streifen auf den Schultern. Ich musste kurz eingenickt sein. Als Antwort brachte ich nur ein verkatertes Räuspern hervor.

"Colonel Falk!", stellte er sich vor, reichte mir die Hand und setzte sich neben mich.

"Darian Curtis", sagte ich benommen. Ich hatte leichte Kopfschmerzen.

"Sind Sie zum ersten Mal hier?"

Ich nickte.

"Wohin soll es denn weitergehen?"

Ich wühlte, leicht irritiert von der Befragung, in meiner Tasche und kramte den Lonely Planet hervor. Aus den Seiten des Reiseführers zog ich mein Ticket heraus und zeigte es ihm.

"Levania", stellte Falk fest. "Sie sind heute der Einzige, der dorthin weiterfährt. Hatten Sie eine gute Reise?"

"Ja, durchaus", antwortete ich und rieb mir die Augen, "ein ziemlicher Trip." Das war noch untertrieben, schließlich hatte ich gerade den längsten und seltsamsten Flug meines Lebens hinter mir - aber ich war nicht in der Stimmung, jenem Enthusiasmus zu verfallen, den der Colonel sicherlich von Touristen gewohnt war, die gerade zum ersten Mal auf den Mond gereist waren.

"Ich hole Ihnen einen Kaffee. Sie sehen aus, als könnten Sie ihn gebrauchen", sagte Falk.

Das war mir sehr recht. Ich saß auf einem weichen luftgefüllten Sofa am Rande einer kuppelförmigen Halle. Als ich die hellgraue Wand hinter mir berührte, gab sie ein wenig nach, sie wurde wohl mit Überdruck in Form gehalten.

Offenbar war dies der Fahrzeughangar von Port Navel, es standen Moover in allen Formen und Größen herum. Die meisten von ihnen waren Transporter, aber es gab auch kleine Reisebusse und Fahrzeuge ohne Kabine, die offenen Golfcarts ähnelten. Leute in weißen und grauen Overalls waren mit den Gefährten beschäftigt, sie machten einen genauso unentspannt militärischen Eindruck wie Colonel Falk.

In der grauen Kuppelwand waren drei Tore eingelassen, das größte hatte die Ausmaße eines Lastwagens - die Luftschleusen für die Moover. Und da draußen, jenseits der Schleusentore: der Mond. Deswegen war ich hier. Der Hangar hatte keine Fenster, und solange ich nicht die graue Mondschaft sehen konnte, den dunklen Weltraum - so lange war ich nur im Transit, richtig angekommen war ich noch nicht.

Ich wusste selbst nicht genau, warum ich auf die Idee gekommen war, einen großen Teil des Erlöses aus dem Aktienverkauf für eine Reise zum Mond zu verprassen. Wahrscheinlich waren daran die Promotion-Angebote nicht ganz unschuldig, die nach meiner Rückkehr aus Rom plötzlich in meinem Mailordner aufgetaucht waren - es war beinahe, als ob der Mann im Mond mich persönlich einbestellt hätte.

Jedenfalls: drei Wochen Flucht, und das war's dann. Vielleicht wollte ich endlich dem Leichengeruch der irdischen Zivilisation entfliehen und eine Ahnung davon bekommen, wie es sich anfühlte, an die Zukunft zu glauben. Eine Reise zum Mond war der ultimative Eskapismus, ein kaum zu überbietender Unsinn. Genau darin lag der Reiz. Ich musste wieder an den alten Mann mit dem Sand denken.

Colonel Falk kam mit einem Plastikbecher Kaffee zurück. Er gab bekannt, dass ich in einer halben Stunde abgeholt würde, und schlug vor, solange einen kleinen Imbiss zu nehmen. Ich raffte mich auf, ließ meine Tasche stehen und folgte ihm mit unsicheren Schritten. Das Gehen in der geringen Schwerkraft war gewöhnungsbedürftig, vor allem in meinem Zustand und einem heißen Kaffee in der Hand, aber nach den fast zwei Tagen schwerelosen Fluges war es angenehm, wieder einigermaßen Bodenhaftung zu spüren. Die geringe Gravitation erzeugte ein beinahe beschwingtes Körpergefühl, eine lunare Leichtigkeit des Seins, an die ich mich nur zu gerne gewöhnen wollte.

Die Cafeteria von Port Navel bes

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    Hofer life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier findest Du alle Deine eBooks und viele praktische Lesefunktionen.