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Mythor 83: Die Namenlose von Haensel, Hubert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2015
  • Verlag: Perry Rhodan digital
eBook (ePUB)
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Mythor 83: Die Namenlose

Mythor, der Sohn des Kometen, hat in der relativ kurzen Zeit, da er für die Sache der Lichtwelt kämpfte, bereits Großes vollbracht. Nun aber hat der junge Held Gorgan, die nördliche Hälfte der Welt, verlassen und Vanga, die von den Frauen regierte Südhälfte der Lichtwelt, erreicht, wo er von der ersten Stunde seines Hierseins an in gefährliche Geschehnisse verstrickt wurde. Diese Geschehnisse nahmen ihren Anfang im Reich der Feuergöttin, wo Mythor für Honga, einen aus dem Totenreich zurückgekehrten Helden, gehalten wurde. Es kam zur Begegnung mit Vina, der Hexe, und Gerrek, dem Mann, der in einen Beuteldrachen verwandelt worden war. Es folgten Kämpfe mit Luftgeistern und Amazonen, es kam zu Mythors Gefangenschaft, zur Flucht und zu erneuten Kämpfen mit denen, die sich an Mythors Fersen geheftet hatten. Gegenwärtig setzt Mythor alles daran, den Hexenstern zu erreichen, wo er seine geliebte Fronja, die Tochter des Kometen, in schwerer Bedrängnis weiß. Doch seine Fahrt mit der Lumenia kommt zu einem jähen Ende. Auf wundersame Weise vor dem Ertrinken errettet, sitzen Mythor und seine Gefährten, sowie eine von Burras Amazonen, nun in der versunkenen Welt nahe dem Nassen Grab fest. Sie müssen sich einer dunklen Macht stellen, gegen die jeder Kampf aussichtslos erscheint. Diese Macht - das ist DIE NAMENLOSE ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 22.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783845398358
    Verlag: Perry Rhodan digital
    Größe: 707 kBytes
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Mythor 83: Die Namenlose

1.

Der Raum maß höchstens fünf Schritte im Viereck. Den Boden zierte ein kunstvoll gearbeitetes Mosaik, dessen Farben im Laufe der Zeit verblasst waren. Aber noch strahlten die Darstellungen etwas von ihrer einstigen Schönheit aus. Viele kleine Bilder ergänzten sich zu einem Ganzen; sie zeigten sonnenüberflutete Inseln inmitten strahlend blauer See und ließen Ansiedlungen erkennen, die sich trutzig an den Küsten erhoben. Große Schiffe lagen in den Häfen, und über allem dominierte das Antlitz einer Frau, als hielte sie Wache über dieses Land.

Der Blick ihrer steinernen Augen war dazu angetan, jeden Betrachter schaudern zu lassen. Allerdings lag nichts Böses in ihnen, nur ein Ausdruck erhabener Größe.

"Das Reich Singara", sagte Scida mit leiser Stimme.

Kalisse zuckte mit den Schultern. Während sie langsam weiterging, schien das Mosaik sich zu verändern.

"Wer ist sie, die den Schein einer Zaubermutter trägt?", fragte Kalisse.

Niemand konnte ihr Auskunft geben. Und Sosona, die es vielleicht vermocht hätte, schwieg.

Die Frauen, die in diesem Raum gefangen waren, redeten nicht, sondern stierten stumpfsinnig vor sich hin. Schmutz bedeckte zum größten Teil ihre bleiche Haut.

"Nennt mir wenigstens eure Namen, damit ich weiß, mit wem ich rede." Kalisse trat vor die beiden hin und stemmte ihre Fäuste in die Hüften. Ein scheuer Blick streifte sie, während gleichzeitig ein Funke von Hoffnung in diesen tief in den Höhlen liegenden Augen aufglomm.

"Ich bin Gerta ...", fahrig fuhr jene sich durch ihre verfilzten schwarzen Haare, "... und sie heißt Omera." Die andere, rotblond, mit im Nacken zu einem Nest geflochtenen Zöpfen, sah nicht einmal auf. "Sie hat mit dem Leben abgeschlossen, seit ihr Bruder bei einem Fluchtversuch ums Leben kam", erzählte Gerta weiter.

"Wie lange ist das her?"

"Fünf, sechs Tage ..."

"Ihr wart mehrere?"

"Zehn", nickte sie heftig. "Aber oft kamen die Tritonen und holten einen von uns, bis wir versuchten, zu fliehen ... Seither haben wir kaum noch zu essen, und die Fischmenschen kümmern sich nicht mehr um uns."

"Wo sind wir?", fragte Kalisse weiter.

"Auf dem Grund des Meeres", sagte Gerta und erhob sich mühsam.

"In Ptaath?"

"Selbstverständlich. Wo sonst?"

"Eine Flucht ist nur dann sinnvoll, wenn man mindestens einen Ort kennt, an dem man sich verbergen kann", warf Gorma ein. "Gibt es den?"

Je länger sie redete, desto mehr schien Gerta zu sich selbst zurückzufinden. Langsam wich der fiebrige Glanz aus ihren Augen, auch bekamen ihre Wangen wieder Farbe.

"Überall in Ptaath gibt es Luftblasen, viele der alten Gebäude dienen auf diese Weise als Kerker. Kennt ihr die Wasserspinnen, die trichterförmige Netze an der Oberfläche spannen und sie hinter sich her ziehen, wenn sie nach Beute tauchen? Die Fäden sind dicht genug, um die benötigte Atemluft nicht entweichen zu lassen. Das Opfer wird dann in dieser Blase ausgesaugt. Ähnlich machen es die Tritonen, sie sind Bestien."

"Woher weißt du ...?"

"Einer dieser Fischmenschen hat vieles erzählt. Er war es auch, der uns zur Flucht überredete. Aber ich glaube, er wollte uns nur leiden sehen. Ich wünsche allen die Pest an den Hals, umkommen sollen sie samt ihrer Göttin." Gerta unterbrach ihren Redefluss, als Sosona, Aufmerksamkeit heischend, beide Arme hob.

"Wer war dieser Tritone?", wollte die Hexe wissen.

"Lear, glaube ich."

"Learges?"

"Ja, so hieß er wohl."

"Ich verstehe nicht, worauf du hinauswillst", brauste Gorma auf. "Aber brauchst du einen besseren Beweis, um zu erkennen, dass der Okeazar ein Verräter ist? Auch uns hätte er beinahe in den Tod geführt."

"Learges Gesinnung ist über jeden Zweifel erhaben", erwiderte die Hexe.

"Wie willst du das wissen?"

"Vergiss nicht, wer ich bin, Amazone", kam es scharf zurück.

Gorma schlug mit der Faust

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