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Namiria Roman von Siegmund, Fabienne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2017
  • Verlag: Fabylon Verlag
eBook (ePUB)
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Namiria

Schwarzer Schnee fällt auf Namiria. Die weiße Königin wurde vor 20 Jahren ermordet. Das Spiegelzepter zerbrach. Seither leben die Bewohner des Landes in Dunkelheit und Angst. Unter der Schreckensherrschaft des Fürsten, der die Macht an sich gerissen hat, werden selbst Kinder unbarmherzig getötet. Schiefersoldaten und Schattenluchse jagen gnadenlos jeden, der ein Wort des Widerstandes wagt. Hunger und Not greifen um sich. Bei den umherziehenden Herbstzeitlosen lebt Kirja, das Mädchen mit den Diamantsplitteraugen. Niemand kennt Kirjas Herkunft. Seit je her wird sie von einem Schneekäuzchen begleitet. Ihr Gewand wächst mit ihr und verbirgt sie vor drohenden Gefahren. Eines Tages findet sie eine geheimnisvolle Spiegelscherbe und blickt hinein. Wenig später überfallen die Schergen des Fürsten das Lager der Gaukler und richten ein Massaker an. Kirja muss fliehen. Die Suche nach der Heilung des Landes führt sie an Orte, die sie bisher nur aus Lagerfeuergeschichten kannte. Eine fantastische Reise beginnt ... Fabienne Siegmund, 1980 geboren, lebt und arbeitet in der Nähe von Köln. Das Fabulieren und Erzählen liegt ihr im Blut. Sie publiziert regelmäßig in diversen Verlagen Romane und Kurzgeschichten in zahlreichen Facetten der Fantasyliteratur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 424
    Erscheinungsdatum: 15.12.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946773016
    Verlag: Fabylon Verlag
    Größe: 1591 kBytes
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Namiria

Prolog

Die vier Schwestern trafen sich in einer Höhle. Es war eine Nacht, in der alle Sterne vergessen hatten, zu leuchten. Kein Mond wachte über die Welt, kein Stern wies Wanderern einen Weg durch das zerklüftete Gebirge, in dem die Höhle versteckt lag. Die Luft roch nach Blut, und die Stille der Berge konnte die Schreie nicht übertönen, die der Wind mit sich brachte.

Die erste Schwester brachte den Wind mit, säuselnd und tänzelnd, die zweite das Eis, glänzend und klirrend. Die dritte trug die Kälte bei sich, beißend und ohne Gnade und die vierte hielt eine Blume aus Licht in Händen, deren Schein die Nacht kaum mehr zu erhellen vermochte.

Sie alle hatten helles Haar, zu unterscheiden nur in den vielen Nuancen, die Weiß haben konnte. Das Haar der ersten, die Sunja hieß, leuchtete ein wenig golden, wie Sonnenstrahlen, die sich auf Schnee brachen. Das der zweiten, die man Brynna nannte, war von der schillernden Farbe des Eises durchzogen. Renia, die dritte, hatte Haar wie das Leuchten in klaren Bergseen, und im Haar der vierten schienen abertausende Diamanten zu glitzern.

Die Haut der vier Frauen war blass und ihre Lippen nicht mehr als schmale Striche. In ihren Augen, die alle blau wie die dunkelste Stunde der Nacht waren, glitzerten Sterne. Es gab kein Weiß in ihnen, nur Finsternis und Sternenschimmern.

Aus allen vier Himmelsrichtungen waren sie gekommen.

Sunja aus Osten, Renia aus Westen, Brynna hatte den Weg von Norden gefunden und Falina von Süden.

Nicht eine von ihnen hatte Spuren auf ihrer Reise hinterlassen, nicht eine tat es jetzt. Ihre Füße, nackt und ungeschützt, schwebten einige Zentimeter über dem Boden und der Schnee umwirbelte sie, als wolle er sie einkleiden, obwohl sie doch Kleider trugen - Sunja eins aus dem Licht der Sonne, Renia aus dem des Mondes, Brynnas Kleid war aus dem Funkeln der Sterne gewebt und Falina, die zierlichste von ihnen, trug über ihrem Kleid einen Umhang aus dem Pelz von allerlei Tieren, rotes Eichhörnchen neben braunem Kaninchen, helles Luchsfell neben der Haut grauer Mäuse.

"Es ist soweit", begann Sunja das Gespräch, weil dies ihr als nunmehr Älteste oblag. "Das Kind ist geboren."

Ihre drei Schwestern schwiegen, aber in den Augen Brynnas und Renias tanzte der kleine Funke Hoffnung, der ihnen diese Zeichen gebracht hatte.

Nur Falina ließ ein leises Schluchzen vernehmen, weil die Geburt des Kindes unweigerlich mit dem Schmerz des Verlustes einherging.

Sie alle betrachteten den Säugling, der vor ihnen in einem Nest aus Schneeflocken und Daunen lag, das von jenem Wind getragen wurde, der Sunja begleitet hatte. Es war ein Mädchen, das dort schlief.

Nur Renias Augen flackerten nach einer Weile in der Dunkelheit der Höhle, in deren Schatten ein lebloser Frauenkörper lag, dünn und ausgezehrt, kaum mehr als der schwere schwarze Mantel, der ihn umhüllte.

"Das ist sie also", sagte Sunja und Brynna nickte. Renia fuhr herum. "Sie ist klein", stellte sie fest.

"Das sind sie am Anfang doch alle", meinte Falina.

Die Stimmen der Schwestern hatten den Klang von Frost und klirrendem Eis.

"Das Leben ist ein Wintersturm", warf Renia ein, die schon immer die Schwarzseherischste von allen gewesen war, "und nicht jeder hat die Kraft, mit dem Wind zu tanzen."

Die drei anderen erwiderten nichts. Auch ihre Blicke ruhten nun auf der toten Frau, deren letzter Herzschlag ihnen das Neugeborene übergeben hatte.

"Wird sie es schaffen?" Brynna stellte schließlich die Frage, die allen durch den Kopf ging.

"Das kann man nicht sagen. Aber sie ist alles, was wir haben", war Sunjas Antwort.

"Der Weg ist lang und sc

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