text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Nimue Alban: Kampf um Safehold Roman von Weber, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Nimue Alban: Kampf um Safehold

Vor Jahrhunderten flohen die Menschen vor einer übermächtigen Alienarmee auf den Planeten Safehold. Dort herrscht eine Kirchendiktatur, die jede moderne Technik verbietet. Seit Jahren kämpft das Inselkönigreich Charis für Unabhängigkeit und technischen Fortschritt, und es scheint, als würde Charis endlich die Oberhand gewinnen. Doch die Kirche der Verheißenen gibt sich nicht gerne geschlagen, und wenn sie nicht mit erlaubten Mitteln gewinnen kann, dann muss sie eben zu verbotenen greifen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 735
    Erscheinungsdatum: 30.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732573974
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2131 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Nimue Alban: Kampf um Safehold

.I.

Sheryl-Seridahn-Kanal
die Südmarschen,
Republik Siddarmark

"Scheiße", entfuhr es Lieutenant Klymynt Hahrlys voller Inbrunst. Er stemmte sich hoch und wuchtete sich aus dem knietiefen Matsch, der ihm soeben den Stiefel vom rechten Fuß gesogen hatte.

"Wird langsam 'n bisschen arg zäh, Sir", meinte Gyffry Tyllytsyn, sein Zugführer, mitfühlend. Er stapfte durch den trügerisch fest wirkenden Matsch auf seinen Vorgesetzten zu, um ihm eine helfende Hand zu reichen.

Hahrlys spie aus und kam mit Tyllytsyns tatkräftiger Hilfe endlich wieder auf die Beine. Seine nun nackten Zehen verkrampften sich im kalten, nassen Matsch, und Matsch gab es auch reichlich vom Gesicht zu wischen. Währenddessen schob der Sergeant vornübergebeugt die Hand tief in selbigen Matsch und tastete nach dem dort verschwundenen Stiefel. Mit einem befriedigten Grunzlaut und unter Einsatz der gesamten Kraft seiner Arme zog er das Schuhwerk aus dem tiefen Schlagloch, das sich unter dem allgegenwärtigen Schlamm so effektiv verborgen hatte. Tyllytsyn drehte den Stiefel um, und breiiger Matsch, ein ganzer Strom davon, ergoss sich klatschend auf den Boden. Als der Strom zum Rinnsal verebbte und schließlich versiegte, schüttelte der Sergeant den Stiefel noch einmal aus, ehr er ihn seinem Eigentümer reichte.

"Vielleicht woll'n Sie sich auf meine Schulter stützen, Sir, bis wir aus diesem Schlammsee hier raus sind", schlug er vor. "Wär vielleicht auch keine schlechte Idee, den Quartiermeister davon zu überzeugen, noch 'n Paar Stiefel für Sie aufzutreiben." Er verzog das Gesicht. "Wird wirklich Zeit, dass Sie 'n neues Paar kriegen - diesmal eins mit Schnürsenkeln und so. Das hier wieder sauber zu kriegen, das wird nicht leicht wer'n."

"Und wie kommen Sie auf die Idee, unser Quartiermeister hätte noch ein Paar in meiner Größe?", fragte Hahrlys säuerlich, nahm den Stiefel entgegen und klemmte ihn sich unter den linken Arm. Dann stützte er die linke Hand auf die Schulter des Sergeanten und hüpfte auf einem Bein durch den immer seichter werdenden Schlamm, der besagtes Schlagloch umsäumte.

"Na, was das angeht ... ich hätt' da noch diese Flasche Whisky, die Edwyrds und ich irgendwann gebunkert ham. Vielleicht hilft das ja seinem Gedächtnis auf die Sprünge."

"Bestechung ist gegen die Vorschriften." Hahrlys warf Tyllytsyn einen strengen Blick zu, dann zuckte er mit den Schultern. "Außerdem wird's vermutlich nicht funktionieren. Stiefel scheinen im Moment tatsächlich Mangelware zu sein."

"Das weiß man immer erst, wenn man's probiert hat, Sir", gab der Sergeant gelassen zurück, und Hahrlys schnaubte belustigt auf.

Endlich hatten sie festeres Erdreich unter den Füßen. Mit einem dankbaren Lächeln nahm Hahrlys die Hand von der Schulter des Unteroffiziers. Ein Blick auf den geretteten Stiefel, und das Lächeln wich einem angewiderten Gesichtsausdruck. Die Vorstellung, seinen Fuß wieder in diesen Stiefel zu schieben, behagte ihm nicht. Aber ihm blieb keine Zeit für eine gründliche Reinigung und die Trocknung des malträtierten Schuhwerks. Captain Maizak hatte eine Offiziersbesprechung anberaumt, die in weniger als zwei Stunden beginnen sollte, und der Kommandostand der Kompanie lag noch mehr als eine Meile weit vor ihnen. Die Vorstellung, diese Strecke barfuß - oder halb barfuß - zurücklegen zu müssen, behagte Hahrlys noch weniger. Außerdem war sein Fuß ja ohnehin von demselben Matsch bedeckt, der das Innere des Stiefels auskleidete. Früher oder später würde sich der Matsch aufwärmen, was das Laufen erträglicher machen würde.

Er seufzte und wünschte sich, der Quartiermeister hätte tatsächlich noch ein paar Kampfstiefel in seiner Größe vorrätig - die Sorte Kampfstiefel, die auch unter den herausforderndsten Bedingungen am Fuß bliebe! Leider hatte Hahrlys außergewöhnlich große Füße, weit jenseits aller Standardausführungen, und zwei Sätze anstän

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen