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Odins letzte Schlacht von Howard, Robert E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2016
  • Verlag: Uksak E-Books
eBook (ePUB)
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Odins letzte Schlacht

Odins letzte Schlacht Vier Fantasy-Erzählungen von Robert E. Howard Von Kriegern, Göttern und Dämonen Robert E. Howard, Autor von Conan, hatte schon zu Lebzeiten eine große Leserschaft. Doch der eigentliche Durchbruch, der seine Werke in aller Welt zu Fantasy-Bestsellern machte, erfolgte erst viele Jahre nach dem Tod des Autors. In diesem Band stellen wir vier von R. E. Howards berühmten Sword-and-Sorcery-Stories vor. Es sind DER GARTEN DES GRAUENS (Ein Seelenwanderer erinnert sich) DAS ENDE DES GRAUEN GOTTES (Odins letzte Schlacht) GEISTER DER NACHT (Der Kampf des Verfluchten) HERR VON SAMARKAND (Ein Krieger des Westens im Dienst Tamerlans)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 13.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738903133
    Verlag: Uksak E-Books
    Größe: 246 kBytes
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Odins letzte Schlacht

DER GARTEN DES GRAUENS

I ch war einst Hunwulf, der Wanderer. Für die Tatsache, daß ich mir dessen absolut bewußt bin, kann ich weder okkulte, noch esoterische Gründe angeben. Ich will es auch gar nicht versuchen. Man erinnert sich an sein vergangenes Leben. Ich entsinne mich all meiner vergangenen Leben. So wie ein normaler Sterblicher seine Erinnerungen an Personen und Orte seiner Kindheit und Jugend bewahrt, so erinnere ich, James Allison, mich aller Personen, die ich bis weit in längst vergessene Zeit gewesen war. Wie ich zu dieser ungewöhnlichen Erinnerungskraft gekommen bin, kann ich genausowenig erklären wie alle Phänomene, denen ich und alle anderen Sterblichen tagtäglich ausgesetzt sind. Und während ich so in meinem Bett ausgestreckt liege und darauf warte, daß der Tod mich von meinem langen Siechtum befreit, schaue ich ganz klar und deutlich das erstaunliche Bild all der Leben, die hinter mir liegen. Ich sehe die Menschen, die ich gewesen bin, und die Tierwesen.

Denn meine Erinnerung endet nicht mit der Geburt der Menschheit. Wie könnte sie auch, da doch die Geschöpfe, die vor dem Menschen gewesen sind, erst zu ihm führten? Es gibt keine deutliche Grenze, wo das Tier aufhört und der Mensch beginnt. Jetzt gerade sehe ich die gigantischen Bäume eines Urzeitwalds, der nie die Schritte lederbeschuhter Füße gekannt hat. Ich sehe eine plumpe, kräftige Gestalt, die scheinbar unbeholfen, doch unvorstellbar flink, einmal hochaufgerichtet, einmal auf allen vieren, durch diesen Wald eilt. Bei einem gestürzten, verrottenden Stamm hält sie an und gräbt Maden und Insekten aus. Ihre kleinen Ohren zucken pausenlos. Nun hebt sie ihren Kopf und fletscht die gelben, spitzen Zähne. Sie ist ein anthropoides Geschöpf der Urzeit. Ich erkenne ihre Verwandtschaft mit der Persönlichkeit, die jetzt James Allison heißt Verwandtschaft? Nein, es ist mehr. Ich bin er, er ist ich. Mein Fleisch ist weich und hell und haarlos; seines ist dunkel und zäh und mit zottligem Pelz bedeckt. Und doch waren wir eins. Schon jetzt beginnen sich in seinem schwachen, noch unentwickelten Gehirn die ersten menschlichen Gedanken und Träume zu regen, vage, unausgeprägt, chaotisch und flüchtig noch, und doch die Grundlage für all die hohen Visionen, von der die Menschheit in den Zeiten, die folgten, träumte, und die sie wahrzumachen versuchte.

Aber meine Erinnerung endet nicht einmal dort. Noch weiter reicht sie zurück, entlang unvorstellbarer Pfade, denen ich nicht zu folgen wage, durch Abgründe, die zu finster und schrecklich sind, als daß ein menschlicher Geist sich in sie verirren dürfte. Doch selbst dort noch bin ich mir meiner Identität bewußt, meiner Individualität. Glaubt mir, das Individuum verliert sich nie, weder in jenem schwarzen Schlund, aus dem wir dereinst blind und formlos krochen, noch in dem Nirwana einer fernen Zukunft, in das wir einmal versinken werden - auch das habe ich bereits erschaut, es lag leuchtend wie ein blauer Zwielichtsee zwischen den Bergen der Sterne.

Doch genug. Ich möchte euch von Hunwulf erzählen. Oh, seine Zeit liegt schon lange zurück. Wie lange, wage ich gar nicht zu sagen. Weshalb sollte ich mich um blasse Vergleiche bemühen, um eine Zeit so unerklärbar, unbegreiflich fern zu beschreiben? Seit jener Epoche hat die Erde ihr Angesicht nicht einmal, sondern dutzendemal verändert, und unzählige Generationen der Menschheit haben den Kreislauf ihres Lebens vollendet.

Ich war Hunwulf, ein Sohn der goldhaarigen Asen, die von den eisigen Ebenen des schattigen Asgards ihre blauäugigen Kinder in jahrhundertelangen Wanderschaften rund um die Welt schickten, wo sie überall ihre Spuren hinterließen. Auf einem dieser südwärtsführenden Züge kam ich zur Welt. Persönlich sah ich also nie die Wiege meines Volkes, wo der Großteil der Nordheimer noch in Pferdehautzelten im Schnee lebte.

Auf jener langen Wanderung wuchs ich auf, wurde zum Mann, mit der unbezähmbaren Männlich

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