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Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Entscheidung Die Outliers-Reihe 3 - Roman von McCreight, Kimberly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Entscheidung

Die sensible Wylie kann der Internierungsanstalt, in der Mädchen wie sie wegen ihrer besonderen Fähigkeit festgehalten werden, entkommen. Sosehr sie auch die dramatischen Ereignisse vergessen will - sie wird erst wirklich in Sicherheit sein, wenn sie herausgefunden hat, wer sie jagt und warum. Mit ihrem Freund Jasper begibt sich Wylie auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit. Dabei wird sie vor eine harte Entscheidung gestellt: Ihre Bestimmung könnte den Tod bedeuten - doch sie ist auch der Schlüssel zur Rettung. Nur Wylie kann die anderen Mädchen vor einem schrecklichen Schicksal bewahren ... Kimberly McCreight hat ihr Jurastudium an der University of Pennsylvania mit Auszeichnung abgeschlossen. Nachdem sie einige Jahre als Anwältin in einer der größten Kanzleien New Yorks gearbeitet hat, widmet sie sich nun ganz ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben. 'Die letzte Wahrheit' ist ihr erster Roman. Mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern lebt sie in Brooklyn, New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 18.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221683
    Verlag: Goldmann
    Serie: Outliers .3
    Originaltitel: The Collide
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Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Entscheidung

Wylie

Ich stehe vor der grauen Tür der Jugendstrafanstalt und warte auf das Summen, wenn sie sich öffnet. In der Hand halte ich eine Plastiktüte mit dem modrigen Cape-Cod-T-Shirt und den Shorts, die ich getragen habe, als ich verhaftet wurde.

In den letzten zwei Wochen habe ich Tag und Nacht den Standardanzug getragen, eine pyjamaartige Kombination aus Shirt und Hose. So steif, dass man meinen könnte, sie wäre absichtlich so gemacht, damit man nie wieder schläft. Was ich jetzt trage, ist das totale Gegenteil. Teure Jeansshorts, an genau den richtigen Stellen abgewetzt, und ein unbeschreiblich weiches, schlichtes graues T-Shirt. Die Kleider hat mir Rachel für den Heimweg gebracht, ohne dass ich danach fragen musste. Und dafür bin ich dankbar. Ich bin Rachel für vieles dankbar.

Angefangen damit, dass sie mich auf Kaution herausgeholt hat. So schwierig war das gar nicht, sagt sie. Trotzdem, sie haben sich solche Mühe gemacht, um mich da reinzubringen - ich hätte nicht gedacht, dass sie mich gehen lassen, nur weil Rachel einen Kautionsantrag stellt. Aber ich habe mich geirrt. Rachel hat sich wieder einmal für mich eingesetzt. Sie sagt aber, es ginge nicht nur um die Papiere, die sie eingereicht hat. Es komme darauf an, wen man anruft, nachdem man sie eingereicht hat, was für mich gleichzeitig total wahr und komplett zwielichtig klingt.

Und ich schreibe es allein Rachel zu, nicht Mom. Ich hole dich hier raus. Versprochen. Xoxo. Das stand auf dem Zettel von meiner Mom. Und auf der anderen Seite: Vertrau Rachel. Sie wird dir helfen. Sie hat mir das Leben gerettet.

Aber das waren nur Worte. Versprechungen machen und dann verschwinden ist leicht. Das Schwierige ist, zu bleiben und sich dem zu stellen, was man getan hat.

Als Rachel mich an dem Morgen besuchte, nachdem Mom wie ein Geist mit dem quietschenden Büchereikarren des Gefängnisses vor mir erschienen war, sah sie verlegen aus. Sie fühlte sich auch schuldig, das konnte ich laut und deutlich lesen. Wir saßen in einem der kleinen Räume für die Treffen mit den Anwälten. Die Räume, die immer nach Zwiebeln rochen und in denen es eiskalt war. Die Räume, in denen man in Wirklichkeit gar nicht unter sich war, wie Rachel mich gewarnt hatte.

Rachels Schuldgefühle löschten alle Zweifel aus. Sie hatte nicht nur gewusst, dass Mom zu mir ins Gefängnis gekommen war - sie hatte auch die ganze Zeit gewusst, dass Mom noch lebte.

Es gab außerdem keine Entschuldigung dafür, dass ich Rachels Täuschung nicht bemerkt hatte. Aber sie war normalerweise wirklich schwer zu lesen; die Schuldgefühle heute waren eine echte Ausnahme. Vielleicht lag es daran, dass sie schon seit vielen Jahren für ihre Mandanten sagen musste, was nötig war. Die einzige echte Konstante bestand darin, dass Rachel nie die ganze Wahrheit sagte. Als wäre es ein Reflex. Ihre wahren Gefühle zu verstehen, das war, als wollte man mit bloßen Händen einen Blitz fangen. Und das machte sie wahrscheinlich zu so einer guten Anwältin. Nur war es dadurch als einfacher Mensch nicht leicht, ihr zu vertrauen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich ihr auch nie ganz vertraut hatte. Ich hatte nur akzeptiert, es nicht zu tun.

Während ich Rachel also gegenübersaß, wünschte ich mir glühend, sie wäre eine der Outliers, damit sie die volle Wucht meiner Wut spüren konnte. Rachel hatte mich immer wieder angelogen.

Ja, natürlich hatte ich mich gefreut, als ich aufblickte und Mom - meine echte Mom, von den Toten auferstanden - mit so viel Liebe auf mich herabblickte. Auf jeden Fall. Aber einen Tag später mischte sich das mit einem Durcheinander aus anderen Gefühlen: Wut, Traurigkeit, Verwirrung, Verrat.

Aber Mom war nicht hier, ich konnte es nicht an ihr auslassen. Rachel schon. Also musste es genügen, ihr die Hölle heißzumachen.

"Als Erstes muss ich dich daran erinnern aufzupassen, was du hier d

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