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Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Suche Die Outliers-Reihe 1 - Roman von McCreight, Kimberly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.10.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Suche

Seit dem Tod ihrer Mutter zieht die 16-jährige Wylie sich immer mehr zurück. Erst ein Hilferuf ihrer verschwundenen Freundin Cassie lockt die menschenscheue Teenagerin aus der Reserve, denn sie spürt, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Und es folgen weitere rätselhafte Nachrichten. Was steckt hinter Cassies Verschwinden? Warum befindet sie sich irgendwo in den Wäldern Maines? Wylie nimmt all ihren Mut zusammen und begibt sich mit Cassies Freund, dem umschwärmten Bad Boy Jasper, auf die Suche. Doch damit geraten auch sie beide in größte Gefahr - vor allem, als Wylie eine Seite an sich entdeckt, von der sie bisher nichts geahnt hat ...

Kimberly McCreight hat ihr Jurastudium an der University of Pennsylvania mit Auszeichnung abgeschlossen. Nachdem sie einige Jahre als Anwältin in einer der größten Kanzleien New Yorks gearbeitet hat, widmet sie sich nun ganz ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben. 'Die letzte Wahrheit' ist ihr erster Roman. Mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern lebt sie in Brooklyn, New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 15.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221669
    Verlag: Goldmann
    Serie: Outliers .1
    Originaltitel: The Outliers
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Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Suche

1

Das Handy meines Vaters vibriert laut und rutscht dabei über unseren abgenutzten Esszimmertisch. Er streckt die Hand danach aus und schaltet es aus.

"Tut mir leid." Er lächelt, während er sich über seine dichten grau melierten Haare fährt und die eckige schwarze Brille hochschiebt.

Es ist eine Hipsterbrille, aber deshalb hat er sie nicht gekauft. Bei meinem Dad ist jede Hipness vollkommen zufällig. "Ich dachte, es sei aus. Es hätte nicht einmal auf dem Tisch liegen dürfen."

Das ist eine Regel: keine Handys im Esszimmer. Die Regel gab es schon immer, auch wenn sie eigentlich keiner je befolgt hat - Mom nicht, nicht mein Zwillingsbruder Gideon, und ich auch nicht. Aber das war davor. Jetzt ist alles aufgeteilt in das Davor und das Danach. Und in der dunklen und schrecklichen Mitte liegt Moms Unfall vor vier Monaten. Im Danach ist Dad die Handyregel viel wichtiger. Vieles ist ihm jetzt wichtiger. Manchmal habe ich das Gefühl, er versucht, unser Leben aus Streichhölzern wieder aufzubauen, und dafür liebe ich ihn. Aber jemanden zu lieben ist nicht dasselbe wie ihn zu verstehen. Das ist schon okay, glaube ich, denn Dad versteht mich auch nicht. Eigentlich hat er das nie. Jetzt, da meine Mom fort ist, denke ich manchmal, niemand wird mich je wieder verstehen.

Dad kann sein Wesen nicht ändern - er ist ein Hardcore-Nerdwissenschaftler, der nur in seinem eigenen Kopf lebt. Seit dem Unfall sagt er zwar viel öfter als früher "Ich hab dich lieb" und tätschelt mir und Gideon ständig den Rücken, als wären wir Soldaten, die in den Krieg ziehen. Aber es ist komisch und unbeholfen. Und es macht alles nur noch schlimmer. Nicht nur für mich, sondern für uns alle.

Das eigentliche Problem ist, dass er nicht viel Übung in Herzenswärme und Kuscheligkeit hat. Das Herz meiner Mom war immer groß genug für sie beide. Nicht dass sie weich war. Sie hätte nicht so eine gute Fotografin sein können - die ganzen Länder, die ganzen Kriege - , wenn sie nicht höllisch zäh gewesen wäre. Aber für Mom gab es Gefühle nur in einer Form: vergrößert. Und das galt auch für ihre eigenen: Sie heulte jedes Mal, wenn sie eines von meinen oder Gideons selbst gemachten Willkommen-zu-Hause-Schildern las. Und wie sie die Gefühle der anderen spürte - sie schien immer zu wissen, wann es Gideon oder mir nicht gut ging, und das noch, bevor wir zur Tür hereinkamen.

Wegen dieses seltsamen sechsten Sinns hat mein Dad so großes Interesse an emotionaler Intelligenz, abgekürzt EI . Er ist Forscher und Professor an der Universität, und so ungefähr alles, was er je studiert hat, ist ein winziger Teil von EI . Reich wird er mit so was nie. Aber Dr. Benjamin Lang interessiert sich für Forschung, nicht für Geld.

Und es hat auch sein Gutes, dass Dad wie der Blechmann aus dem Zauberer von Oz ist: Er ist nach dem Unfall nicht zusammengebrochen. Nur ein einziges Mal hat er ansatzweise die Beherrschung verloren - am Telefon mit Dr. Simons, seinem besten Freund/einzigen Freund/Mentor/Ersatzvater. Und selbst da riss er sich ziemlich schnell wieder zusammen. Trotzdem frage ich mich, ob es mir nicht lieber wäre, dass er total durchdreht, wenn ich dafür eine so feste Umarmung bekäme, dass mir die Luft wegbleibt. Oder einen Blick, der mir sagt, dass er versteht, dass ich am Ende bin, weil er es auch ist.

"Du kannst an dein Handy gehen", sage ich. "Es macht mir nichts aus."

"Dir vielleicht nicht, aber mir." Dad nimmt seine Brille ab und reibt sich die Augen auf so eine Art, dass er ganz alt aussieht. Das reißt das Loch in mir noch ein bisschen weiter auf. "Irgendwas muss von Bedeutung sein, Wylie, sonst bleibt gar nichts mehr."

Das sagt er oft.

Ich zucke die Achseln. "Okay, wenn du meinst."

"Hast du noch mal darüber nachgedacht, was Dr. Shepard heute während eurer Telefonsitzung g

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