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Professor Koslows Äthermaschine Ein Dampfpülcher-Abenteuer von Pollaschek, J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.12.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Professor Koslows Äthermaschine

Ein Zug verschwindet spurlos auf offener Strecke. Ihn wieder aufzuspüren, ist für Ada von Rony und Jakob Ros nicht schwer. Anschließend am Leben zu bleiben, ist für die abenteuerlustige Komtesse und den Erfinder von Kaffee- und Zauberautomaten hingegen eine Herausforderung. Plötzlich sind dubiose Russen und mordlustige Pülcher hinter ihnen her. Und dann ist da noch die verschleierte Dame mit rätselhaften Absichten. Wirklich kompliziert wird es für Ros, als er sein Herz an Ada verliert. Denn eine Liaison zwischen einer Adeligen und einem Bürgerlichen ist anno 1865 undenkbar. Professor Koslows Äthermaschine ist ein Dampfpülcher-Abenteuer in und um Wien. Dampfpülcher ist die Wiener Version von Steampunk, mit Kaffeehäusern anstelle von Teestuben, Kaiser statt Königin und besserem Wetter.

Johannes Pollaschek lebt in Wien, ist bekennender Nerd, verheiratet und der Diener zweier Katzen. Er schreibt, seit er entdeckt hat, dass das genau so viel Spaß macht, wie lesen. Professor Koslow Äthermaschine ist sein erstes veröffentlichtes Buch. Webseite: www.rosundrony.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 07.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743170186
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 706kBytes
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Professor Koslows Äthermaschine

2. Die deplatzierte Komtesse

Ros, Stadtmensch durch und durch, stapfte missvergnügt durch die Landschaft und fragte sich, ob der kurze Flug mit dem Luftschiff das wert gewesen war. Es war nicht so, dass er Natur nicht mochte. Er zog es nur vor, sie von flach gewalzten Gehwegen aus sicherem Abstand zu betrachten. Hier kam sie ihm für seinen Geschmack viel zu nahe, in Form von hinterhältig unter Grasbüscheln verborgenen Steinen und Erdlöchern etwa. Oder Ästen, die einem den Hut vom Kopf zu streifen versuchten.

Außerdem war seine Stadtkleidung alles andere als geeignet für einen Marsch durch die Felder. Ihm wurde bald warm unter dem Gehrock. Dann fing die Sonnenbrille an, ständig auf seiner schweißnassen Nase nach unten zu rutschen. Erst schob er sie ein paarmal zunehmend genervt wieder nach oben, bevor er sie abnahm und einsteckte. Kurz darauf kapitulierte er noch weiter und knöpfte Gehrock und Weste auf, was er in der Stadt undenkbar gefunden hätte. Aber wer sollte sich hier daran stören? Die Hasen, die durch die Feldfurchen hoppelten, wohl kaum, ebenso wenig wie die Fasane, obwohl deren Gö-Göck Rufe in seinen Ohren klangen wie: Guck, guck dir den komischen Städter da an! Er schnitt einem besonders frechen Exemplar eine Grimasse und trat prompt in einen Haufen Hasenbemmerl. Gö-Göck, kicherte der Fasan. Ros wischte seinen Schuh mit einem ausgerupften Grasbüschel sauber und dachte an Fasanenbraten.

Eine gute Viertelstunde später, die ihm mindestens doppelt so lange vorkam, erreichte er Göllersdorf vom Norden her. Sobald er den ersten Häusern nahekam, knöpfte seinen Gehrock wieder zu. Seine Kleidung würde es sowieso schwierig machen, sich umzuhören. Am Land erweckte ein Fremder Misstrauen, ein ungehörig gekleideter Fremder aus der Stadt schnell auch Feindseligkeit. Und mit seinem Anzug würde er hier sowieso auffallen wie ein Pinguin unter Fasanen. Das kam davon, wenn man unvorbereitet nach verschwundenen Zügen suchte. Aber das ließ sich jetzt nicht mehr ändern, also musste er das Beste daraus machen.

Er nahm seine Sonnenbrille wieder aus der Rocktasche und steckte sie sich an den Hut, was dämlich aussah und ihn daher hoffentlich als harmlosen Idioten erscheinen lies. Wie einen Idioten auf jeden Fall, dachte der Teil von ihm, der zu Zynismus neigte.

Er zerstrubbelte seine makellose Frisur ein wenig, sodass ein paar Haare unter dem Hut hervorlugten und ihm in die Stirn hingen. Dann versuchte er, wie der schöne Sigismund dreinzusehen, als der ihm Marlene ausgespannt hatte, in der Hoffnung, so einen möglichst dämlichen Gesichtsausdruck zu produzieren. Was nicht klappte, da er sofort wütend wurde, als er an Sigismund dachte. Also ließ er das mit dem Gesichtsausdruck wieder bleiben und beschränkte sich darauf, seinen Stockschwüngen übertrieben viel Schwung zu verleihen. In der Hoffnung, wie ein harmloser Dummkopf auszusehen, marschierte er in das Dorf und auf den über die Dächer ragenden Kirchturm los.

Bald weitete sich die Straße, und er stand am oberen Ende des Dorfangers, der von weißgekalkten Höfen, mehreren Läden, dem Gemeindehaus, der Kirche und dem Gasthof umgeben war. Offenbar war Göllersdorf besonders hartnäckig von der Pest heimgesucht worden, denn am Anfang des Angers stand eine kleine und in der Mitte eine zweite, wesentlich prächtigere Pestsäule. Den Abschluss am gegenüberliegenden Ende bildete ein steinerner Pranger. An einem anderen Tag hätte sich ihm wohl ein Bild dörflichen Idylls dargeboten, Bäuerinnen beim Einkaufen, Bauern beim Tratschen, ein paar Kinder beim Fangerl spielen. Heute standen überall angeregt diskutierende Gruppen und Grüppchen herum und keineswegs nur Bauern.

Am unteren Ende des Angers, vor der Kirche und dem Gasthof, war der Kommandostand aufgebaut, den Felix erwähnt hatte. Wenn man drei Bretter, die auf zwei Holzböcken lagen, denn wirklich als solchen bezeichnen konnte. Um den behelfmäßigen Tisch herum standen ein Mann i

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