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Saturn Roman von Bova, Ben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Saturn

Eine Reise voller Gefahren und Wunder

Christliche und islamische Fundamentalisten haben auf der Erde einen so großen politischen Einfluss erlangt, dass Wissenschaftler und andere 'Säkularisierte' gezwungen sind, den Planeten zu verlassen. Im Mondorbit ist für sie ein riesiges Habitat, die Goddard, entstanden, das mehr als zehntausend Menschen aufnehmen kann und zum Saturn gesteuert werden soll, um dort als Außenposten der menschlichen Zivilisation und als Basis für die Erforschung des Ringplaneten und seiner Monde zu dienen. Doch niemand ahnt, dass eine Gruppe von religiösen Fanatikern mit an Bord ist, die nur ein Ziel kennt: Die Macht im Habitat zu übernehmen, die Wissenschaftler kaltzustellen und die Ungläubigen zu bekehren - und sei es mit Gewalt. Als die Goddard den Jupiter passiert, ist für sie die Zeit gekommen, um loszuschlagen ...

Ben Bova, 1932 in Philadelphia geboren, ist einer der bekanntesten Science-Fiction-Autoren unserer Zeit. Nach dem Tod von John W. Campbell jr. wurde er 1972 Herausgeber des bekannten SF-Magazins Analog Science Fact & Fiction und gewann insgesamt sechs Hugo Awards als Bester Herausgeber. Daneben legte Bova auch zahlreiche Romane vor, insbesondere mit der sogenannten Sonnensystem-Reihe, zu der unter anderem 'Mars', 'Venus', 'Jupiter', 'Saturn' sowie 'Asteroidenkrieg', 'Asteroidenfeuer' und 'Asteroidensturm' gehören, ist er außerordentlich erfolgreich. Bova lebt mit seiner Familie in Florida.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641151676
    Verlag: Heyne
    Größe: 919kBytes
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Saturn

Selene: Hauptquartier der Astro Corporation

Pancho Lane runzelte die Stirn und warf ihrer Schwester einen Blick zu. "Er heißt nicht einmal mehr Malcolm Eberly. Er hat seinen Namen geändert."

Susan lächelte wissend. "Na und. Was macht das denn für einen Unterschied?"

"Er wurde in Omaha, Nebraska, als Max Erlenmeyer geboren", sagte Pancho streng. "'84 ist er in Linz wegen Betrugs festgenommen worden, versuchte dann aus Österreich zu fliehen und ..."

"Das ist mir schnurz! Das ist doch Schnee von gestern! Er hat sich geändert. Er ist nicht mehr derselbe, der er damals war."

"Du wirst trotzdem nicht gehen."

"Werde ich doch", beharrte Susan und runzelte nun ihrerseits die Stirn. "Ich werde fliegen, und du kannst mich nicht daran hindern!"

"Ich bin dein gesetzlicher Vormund, Susie."

"Ach was! Das interessiert mich nicht die Bohne. Ich bin doch schon fast fünfzig Jahre alt."

Dabei sah Susan Lane nicht viel älter aus als zwanzig. Sie war gestorben, als sie noch ein Teenager war - getötet durch eine tödliche Injektion, die Pancho selbst ihr in den bis auf Haut und Knochen abgemagerten Arm gespritzt hatte. Dann war die klinisch tote Susan in flüssigem Stickstoff eingefroren worden, um auf den Tag zu warten, da die medizinische Wissenschaft den Krebs zu heilen vermochte, der den jungen Körper verwüstete. Pancho hatte ihren Tiefkühl-Sarg zum Mond gebracht, als sie die Stelle als Astronautin für die Astro Manufacturing Corporation antrat. Irgendwann war Pancho in den Vorstand von Astro aufgestiegen und schließlich zur Vorstandsvorsitzenden avanciert. Und derweil wartete Susan in ihrem Bad aus flüssigem Stickstoff - wartete darauf, bis Pancho sicher war, dass man sie wieder zum Leben zu erwecken vermochte.

Es dauerte über zwanzig Jahre. Und nachdem Susan wieder belebt und vom Krebs geheilt worden war, der ihren jungen Körper zerfressen hatte, glich ihr Bewusstsein einem unbeschriebenen Blatt. Pancho hatte damit gerechnet; aus dem Kälteschlaf erweckte Menschen hatten normalerweise fast alle neuronalen Verbindungen im zerebralen Kortex verloren. Sogar Saito Yamagata, der mächtige Gründer der Yamagata Corporation, war fast mit dem Bewusstsein eines Neugeborenen aus dem Kälteschlaf erwacht.

Also hatte Pancho ihre Schwester - ein Kleinkind im Körper eines Teenagers - gefüttert, gebadet und ihr wieder beigebracht, die Toilette zu benutzen. Und sie hatte die besten Neurophysiologen nach Selene geholt, damit sie dem Gehirn ihrer Schwester mit Injektionen, Gedächtnisenzymen und RNA wieder auf die Sprünge halfen. Sie zog sogar eine Nanotherapie in Erwägung, verwarf diese Idee dann aber wieder; Nanotechnik war in Selene zwar zugelassen, aber nur unter strengen Auflagen. Zumal die Experten es selbst für unwahrscheinlich hielten, dass Susan mithilfe von Nanomaschinen die verlorene Erinnerung zurückerhalten würde. Das waren schwierige Jahre, doch allmählich entwickelte sich eine junge Erwachsene, eine Frau, die wie die Susie aussah, an die Pancho sich erinnerte - nur dass ihre Persönlichkeit, ihre Einstellung und ihr Bewusstsein sich grundlegend verändert hatten. Susan erinnerte sich nicht mehr an ihr früheres Leben, doch dank der ihr verabreichten Neuro-Booster hatte sie nun ein annähernd fotografisches Gedächtnis: Wenn sie einmal etwas sah oder hörte, vergaß sie es nicht mehr. Sie vermochte sich mit einer solchen Präzision an Einzelheiten zu erinnern, dass Pancho schier schwindlig wurde.

Nun saßen die Schwestern sich gegenüber und funkelten sich an. Pancho auf der dick gepolsterten, burgunderroten Kunstledercouch in der Ecke ihres großzügigen Büros, und Susan saß angespannt auf der Kante des niedrigen Stuhls auf der anderen Seite des geschwungenen Kaffeetischs aus Mondglas. Die Ellbogen hatte sie auf die Knie gestützt.

Sie sahen sich so ähnlich, dass man sie sofort als Schwestern identifizierte.

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