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Schwerkraft Roman - Mit einem wissenschaftlichen Anhang von Uwe Neuhold von Clement, Hal (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.06.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Schwerkraft

Willkommen auf Mesklin! Stellen Sie sich eine Welt vor, auf der die Schwerkraft nahezu siebenhundertmal so stark ist wie auf der Erde. Eine Welt, auf der dennoch intelligentes Leben existiert, doch winzige Höhen unterschiede bereits gähnenden Abgründen gleichen. Der Planet Mesklin ist so eine Welt - und einer der Bewohner, der Forscher Barlennan, macht sich auf den Weg zum Äquator, um dort ein unerhörtes Ereignis zu untersuchen: Ein Raumschiff der Erde ist auf Mesklin gelandet ... Hal Clement, eigentlich Harry Clement Stubbs, wurde 1922 in Somerville, Massachusetts geboren und studierte Chemie und Astronomie an den Universitäten Boston und Harvard. Seit den 1940er Jahren schrieb er Science Fiction unter dem Pseudonym Hal Clement. Seine Romane 'Die Nadelsuche' und 'Schwerkraft' gehören zu den Klassikern des Genres. Hal Clement starb 2003.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 784
    Erscheinungsdatum: 09.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641139216
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Heavy Planet
    Größe: 1745 kBytes
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Schwerkraft

1 Wintersturm

Der Wind brauste über die Bucht wie ein rasendes, ungebärdiges Lebewesen. Er fegte über die Meeresoberfläche, sodass kaum noch zu erkennen war, wo das Meer aufhörte und der Himmel begann. Er versuchte, Wellenberge aufzutürmen, unter denen die Bree zerschellt wäre. Doch die Wellen zerstoben zu feiner Gischt, bevor sie eine Höhe von dreißig Zentimetern erreicht hatten.

So nässten nur die Spritzer der Gischt Barlennan, der sich auf dem Achterdeck der Bree hingekauert hatte. Sein Schiff lag sicher am Strand, eine Maßnahme, die er sofort getroffen hatte, als feststand, dass sie hier überwintern würden. Trotzdem hatte er ein ungutes Gefühl. Dieser ungewöhnlich hohe Seegang übertraf alles, was er jemals auf See erlebt hatte. Auch der Gedanke, dass das fehlende Gewicht, das den hohen Wellengang erlaubte, die Wogen gleichzeitig daran hinderte, das Schiff ernstlich zu beschädigen, auch wenn sie noch so hoch den Strand hinaufrollten, konnte ihn nicht wirklich beruhigen.

Barlennan war im Grunde nicht abergläubisch, doch hier, am "Rande der Welt", konnte man nie voraussehen, was geschehen würde. Selbst die Mannschaft, die sonst kaum durch etwas zu beeindrucken war, äußerte ihr Unbehagen. Irgendetwas stimme hier nicht. Hier ginge es nicht mit rechten Dingen zu, flüsterten sie untereinander. Wer könne schon mit Bestimmtheit sagen, welche Macht, die die wütenden Winterstürme Tausende von Kilometern über diese Welt jagte, jenseits des "Randes" auf sie lauerte. Nach jedem Unglück wurde das Gemurmel lauter, und Unfälle geschahen immer wieder. Dem Kommandanten war klar, dass jemand, der an sein normales Körpergewicht von etwa 270 Kilogramm gewöhnt war, stattdessen aber plötzlich nur noch etwas mehr als ein Kilogramm wog, einen Fehlgriff tun konnte. Anscheinend war ein gewisses Maß an Bildung oder die Fähigkeit zu logischem Denken vonnöten, um mit diesem Umstand fertigwerden zu können.

Selbst Dondragmer, der die Gefahr an sich kennen musste ... Barlennans langer Körper zog sich zusammen, und er brüllte schon einen Befehl, bevor er wirklich begriff, was auf dem übernächsten Deck vor sich ging. Der Maat beabsichtigte offensichtlich in diesem Augenblick, die Verankerung eines Mastes zu überprüfen, und nutzte die niedrige Schwerkraft aus, um seinen Körper zu fast voller Länge aufzurichten. Immer noch war es ein beeindruckender Anblick, ihn mit aufgerichtetem Körper auf seinen sechs Hinterbeinen balancieren zu sehen, obwohl den meisten Mannschaftsmitgliedern der Bree inzwischen solche Tricks geläufig waren. Doch nicht allein diese Tatsache beunruhigte Barlennan. Bei einem Gewicht von gerade einem Kilogramm genügte die kleinste Brise, um jemanden vom Deck zu wehen. Und wenn man sechs Beine gerade zum Gehen benutzte, konnte man sich wohl kaum irgendwo festklammern. Schon der nächste Windstoß konnte ... Aber das Tosen des Sturmes hätte selbst den lautesten Befehl übertönt. Der Kommandant wollte gerade über die nächste Pufferzone zum anderen Deck hinüberkriechen, als er erkannte, dass der Maat sich mit einigen Seilen gesichert hatte und ebenso an Deck verankert war wie der Mast.

Barlennan entspannte sich. Ihm wurde bewusst, weshalb Don dieses gefährliche Kunststück vorführte. Einerseits war es eine Trotzreaktion gegenüber den Naturgewalten, die diesen Sturm entfesselt hatten, andererseits wollte er mit seinem Wagemut die Mannschaft beeindrucken.

Braver Kerl, dac

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