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Spinnen-Krieger Der Spinnen-Zyklus, Band 1 - Roman von Gear, W. Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Spinnen-Krieger

Die letzten Wilden in einer zivilisierten Galaxis
Seit Jahrhunderten wird das gewaltige Sternenreich der Menschen von einer kleinen Gruppe beherrscht, die genetisch so verändert wurde, dass sie sich mit dem Giga-Computerverbund verbinden kann. Das Netz enthält das gesamte Wissen, und die Macht der Herrschenden über zahllose Sternensysteme wurde nie angezweifelt. Doch dann entdecken Forscher eine verlorene Kolonie. Die Nachfahren der Menschen, vor allem amerikanische Ureinwohner und Mexikaner, die vor Urzeiten mit einem gewaltigen Kolonieschiff dort abstürzten, haben sich im Laufe der Zeit zu starken und furchtlosen Kriegern entwickelt. Sie folgen ihren Propheten, die auch den Kontakt mit dem Imperium vorausgesehen haben. Sie haben ihre Elitekämpfer, die Spinnen-Krieger, auf diesen Tag vorbereitet ...

W. Michael Gear, geboren 1955 in Colorado Springs, studierte an der Colorado State University Anthropologie und arbeitete als Archäologe. Sein Spezialgebiet ist die Frühzeit menschlicher Kultur in den Rocky Mountains; er gründete eine Gesellschaft, die archäologische Studien in dieser Gegend durchführt. Seit 1984 widmet er sich ganz dem Schreiben. Zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Kathleen O'Neal Gear, verfasste er über dreißig Romane mit überwiegend historischen Bezug. Es geht ihnen vor allem um eine lebendige und korrekte Darstellung der Ureinwohner Nordamerikas. Seine Leidenschaft für Anthropologie schlägt sich auch in seinen Science-Fiction-Romanen, wie der bekannten Spinnen-Trilogie, nieder. W. Michael Gear lebt und arbeitet mit seiner Familie in Wyoming.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 28.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641188450
    Verlag: Heyne
    Größe: 954kBytes
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Spinnen-Krieger

1

Es begann mit einem Zwischenfall. Ein Milliarden von Jahren altes Band aus Gas, Molekülen und Staub schlängelte sich auf seiner Bahn durch den Kosmos auf den Kurs eines vollautomatischen FLF-Transportraumschiffs. Der Staubanteil besaß lediglich geringe Masse, gerade genug, um die Warnanlagen auszulösen. Das Schiffshirn leitete den Austritt aus dem Nichts oberhalb der Lichtgeschwindigkeit ein; der riesige Funklenkfrachter wechselte in das Universum über, das die Menschen für Realität hielten.

Es dauerte einen Moment, bis das Schiffshirn die voraus befindliche Wolke gescannt, die Zusammensetzung ermittelt und ausgerechnet hatte, dass sie für den Überlichtflug keine Gefahr verkörperte. Masse war vorhanden, jedoch zu wenig, um hinsichtlich der Sicherheit des Raumschiffs Anlass zur Sorge zu geben.

Während die Triebwerke einen Strahl greller Helligkeit ins Schwarz des Weltalls spien, fing das Schiffshirn schwache Radiowellen auf, zögerte und drosselte das Höllenfeuer, das in den Antimateriereaktoren tobte. Das Schiffshirn richtete empfindliche Antennen auf eine mindere, durch Rotverschiebung gekennzeichnete Radioquelle inmitten der verschlungenen Sternennebel und lauschte. Seine cyborgischen Elemente empfanden Überraschung; die Computer speicherten schleunigst alles, was sie von dem unzulänglichen Signal erfassen konnten.

Das Schiffshirn entschied, damit genug getan zu haben, fuhr den Antrieb wieder hoch und schaltete, während das FLF-Raumschiff erneut in den Irrsinn des Überlichtflugs hinüberglitt, die Schutzschirme ein.

Ein halbdunkler Raum, in dem himmelblaues Licht schimmerte, umgab Direktor Skor Robinson, der gewichtslos über einer großen Computerkonsole trieb, die mitten in der Luft schwebte und in allen Farbtönungen des Regenbogens schillerte. Der Direktor war ein hochgewachsener, dürrer Mann mit dem leichten Knochenbau, an dem man den Stationsgebürtigen erkannte. Trotz seiner Körpergröße stand sein enormer, knollenartiger Kopf zum Rest seiner Erscheinung in groteskem Missverhältnis; er wirkte wie ein wasserköpfiger Embryo mit der nur angedeuteten Gestalt eines Strichmännchens.

Obwohl eine helmähnliche Computer-Kontakthaube aus mattem Metall den Schädel des Direktors umhüllte, kaschierte diese Kopfbedeckung die übergroße Hirnschale nicht im geringsten; stattdessen unterstrich sie seine morphologische Unterschiedlichkeit - die Tatsache, dass er halb Mensch war, halb Maschine -, während sie seine Gehirnwellen mit dem Giga-Verbund verknüpfte und physisch sein immenses Gehirn kühlte, ein Hirn, das fünfmal so groß war wie bei einem normalen Menschen. Nur das gewichtsfreie Milieu des Kontrollraums ermöglichte es seinem zierlichen Hals, überhaupt einen solchen Kopf zu tragen.

Schläuche bildeten eine Nabelschnur, die seinen Körper ernährte, die Ausscheidungen entfernte und den Stoffwechselumsatz, das Blutbild sowie den allgemeinen Gesundheitszustand beobachtete. Diese Daten gingen in permanenter Rückkoppelung seinem enormen Gehirn und dem Giga-Verbund zu und gewährleisteten, dass seine stoffliche Existenz optimal funktionierte.

In der Nullschwerkraft bedeutete die Kontakthaube keine Last für Robinson, der die Informationen, die ihm aus dem UBM-Giga-Verbund zuströmten, ordnete und analysierte. Robinson, dessen Ausbildung schon vor der Geburt angefangen hatte, zählte zu der Handvoll von Personen, die man gentechnisch darauf spezialisiert hatte, mit dem Giga-Computerverbund per Schnittstelle kommunizieren zu können ... und zur gleichen Zeit mit der sogenannten Menschheit.

In jeder Sekunde beanspruchten Tausende von Einzeldaten seine Aufmerksamkeit. Sollte die Kaffeeproduktion auf Zymans Welt erhöht werden? Ja. Dagegen galt es die Kristallzucht der Station Hebron zu verringern. Angesichts des tendenziellen Bevölkerungswachstums musste so ein Eingriff für die Dauer der nächsten fünf Jahre als notwendige Vorsichtsmaßnahme eingestuft

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