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Unternehmen Tiefsee Roman von Clement, Hal (eBook)

  • Verlag: Heyne
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Unternehmen Tiefsee

Unterwasserrätsel In der Zukunft gibt es keine Landesregierungen mehr - die Menschen werden vom Power Board beherrscht, denn Energie ist knapp geworden. Das Board wacht seit der großen Energiekrise streng über die Rationierung des kostbarsten irdischen Guts. Als drei Ingenieure des Power Boards im Südpazifik verschwinden, wird ihr Freund und Kollege mit den riskanten Nachforschungen beauftragt. Er begibt sich in die Tiefen des Meeres - und macht dort eine unglaubliche Entdeckung, die alles, woran er glaubt, infrage stellt ... Hal Clement, eigentlich Harry Clement Stubbs, wurde 1922 in Somerville, Massachusetts geboren und studierte Chemie und Astronomie an den Universitäten Boston und Harvard. Seit den 1940er Jahren schrieb er Science Fiction unter dem Pseudonym Hal Clement. Seine Romane 'Die Nadelsuche' und 'Schwerkraft' gehören zu den Klassikern des Genres. Hal Clement starb 2003.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641212803
    Verlag: Heyne
    Größe: 580 kBytes
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Unternehmen Tiefsee

I

Ich habe noch nie einen Psychiater konsultiert und verspüre auch keine große Neigung dazu, doch in jenem Augenblick wäre mir wohler gewesen, wenn einer sich in der Nähe befunden hätte, mit dem ich hätte reden können. Zwar war es beileibe nicht so, dass ich das Gefühl gehabt hätte, ich würde überschnappen. Keineswegs. Aber wenn man etwas Tiefsinniges zu sagen hat, dann möchte man es gebührend gewürdigt wissen, und nur ein Fachmann hätte die Bemerkung würdigen können, die ich in jenem Augenblick machen wollte.

Es gibt eine Bezeichnung für Menschen, die es nicht ertragen können, im Freien zu stehen und von Menschenmengen angestarrt zu werden. Weiter gibt es eine Bezeichnung für solche, die das große Zittern überkommt, wenn sie in engem Raum eingesperrt sind. Das sind ziemlich häufig auftretende psychische Gebrechen, und doch möchte ich wetten, dass noch nie zuvor jemand an Agoraphobie und Klaustrophobie gleichzeitig gelitten hat.

Mit einem Namen wie dem meinigen habe ich natürlich stets das Auge der Öffentlichkeit gemieden und für gewöhnlich auch der Versuchung widerstanden, in Gesellschaft mit klugen Reden zu brillieren. Und doch wünschte ich in jenem Augenblick, es wäre jemand dagewesen, der meine Gefühlsdiagnose hören könnte.

Oder vielleicht wünschte ich mir nur, es wäre überhaupt jemand bei mir gewesen.

Von dem Unwetter hörte ich nichts mehr. Die Pugnose war fast genau an der beabsichtigten Stelle zu Bruch gegangen. Sie war genau dort in die Schlechtwetterzone geraten, wo die meteorologische Abteilung es vorausgesagt hatte, und der Treibstoff war dann innerhalb von fünf Minuten ausgegangen - das hätte sogar ich voraussagen können. Man konnte sich getrost darauf verlassen, dass die Bosse der Aufsichtsbehörde nicht ein Quäntchen Energie mehr als nötig mit ihr untergehen ließen. Gut, ein wenig Batteriestrom war noch da, und ich hatte einen Loran-Check laufen, bis die Pugnose so nahe als beabsichtigt an den Punkt X herangetrieben war. Es stellte sich heraus, dass dieser etwa eine halbe Meile entfernt war. Als ich merkte, dass sie sich der Schlüsselstellung näherte, ließ ich den Zünder hochgehen, und die arme kleine Pugnose brach mittschiffs auseinander.

Zwar war sie niemals für einen anderen Zweck bestimmt gewesen, und ich hatte mich keineswegs in sie verliebt, wie es manchen vielleicht passiert wäre. Dennoch - bei diesem Anblick war mir nicht wohl. Mir kam es wie eine Verschwendung vor. Nun ja, viele Gedanken konnte ich nicht darauf verwenden. Ich verkroch mich in den Tank, machte ihn dicht und ließ der Natur ihren Lauf. In diesem Augenblick befanden der Tank und ich uns, wenn man den statischen Druckmessinstrumenten trauen durfte, in einer Tiefe von achthundert Fuß.

Hier unten herrschte absolute Stille. Ich wusste, dass das Wasser vorüberströmte, weil wir pro Sekunde um zwei Fuß sanken, aber zu hören war da nichts. Alles was an dem Kahn nicht niet- und nagelfest gewesen war, war längst weg. Was unsinkbar war, trieb über den Pazifik verstreut dahin, und was versank, war mir auf dem Weg zum Grunde des Ozeans voraus. Wäre nun etwas Festes gegen mein spezielles Stück Wrack gepoltert, so hätte es mich gleichermaßen beunruhigt und in Erstaunen versetzt. Die Stille war an sich ein gutes Zeichen, bereitete mir aber Unbehagen.

Ich war einmal draußen im Weltraum gewesen - wegen einer Abfalluntersuchung auf einer der Fusions-Forschungs-Stationen der Aufsichtsbehörde -, und da hatte ich schon einmal das totale Fehlen von Geräuschen erlebt. Schon damals hatte ich es nicht gemocht. Ich hatte dabei immer den Eindruck, das Universum zeige mir absichtlich die kalte Schulter, bis dann endlich der Zeitpunkt gekommen wäre, meine Überreste wegzufegen. Auch jetzt mochte ich es nicht, obwohl das Gefühl anders war - diesmal war mir, als würde mich jemand sorgfältig beobachten, um zu sehen, was ich vorhätte, und als versuche die

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