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Wir sind die Nacht Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.09.2010
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Wir sind die Nacht

Eine Nacht verändert alles im Leben der jungen Lena. Sie wird von Louise gebissen, der Anführerin eines weiblichen Vampir-Trios, und gibt sich von nun an hemmungslos den Verlockungen der Unsterblichkeit hin. Als sie sich aber in den jungen Polizisten Tom verliebt und der Vampir-Clique den Rücken kehren will, kennt Louises Zorn auf die Verräterin keine Grenzen. Lena muss sich zwischen der Liebe und dem ewigen Leben entscheiden. Keine Falten, kein Älterwerden, kein Montagmorgen! Die drei Vampire Louise, Nora und Charlotte treiben in Berlin ihr nächtliches Unwesen. In einer Edeldisco trifft Louise eines Nachts auf Lena, die sich auf Diebestour in der Stadt herumtreibt, und beißt sie auf der Damentoilette. Lenas Körper verändert sich, und sie muss akzeptieren, dass sie zum Vampir wird. Erst genießt sie den Luxus, die Partys, die grenzenlose Freiheit, doch dann machen ihr die Mordlust und der Blutdurst ihrer Gefährtinnen immer mehr zu schaffen. Gleichzeitig sind Lenas Schwarm Tom und die Polizei den Vampirfrauen auf den Fersen. Lena offenbart sich Tom, dessen Liebe stärker als die Pflicht ist - was Louise eifersüchtig beobachtet ... Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren. Seit er 1982 gemeinsam mit seiner Frau Heike den Roman "Märchenmond" veröffentlichte, arbeitet er hauptberuflich als Schriftsteller. Mit seinen Romanen aus den verschiedensten Genres - Thriller, Horror, Science-Fiction und historischer Roman - hat er mittlerweile eine große Fangemeinde erobert und ist einer der erfolgreichsten deutschen Autoren überhaupt. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Düsseldorf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 13.09.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641050139
    Verlag: Heyne
    Größe: 609 kBytes
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Wir sind die Nacht

14 (S. 168-169)

Der Club konnte gerade erst aufgemacht haben. Der große Parkplatz, über den Charlotte den Wagen in einem halsbrecherischem Tempo gejagt hatte, wie Lena es nicht einmal Nora zugetraut hätte, war noch nicht einmal zur Hälfte besetzt. Trotzdem herrschte auf der Tanzfläche schon wieder Gedränge, und die aufpeitschende Techno-Musik kam ihr noch lauter und enervierender vor, als sie sie in Erinnerung hatte. Nora hätte vermutlich noch ein paar deutlich unangenehmere Dinge getan, hätte Charlotte sie nicht aus dem Lokal gezerrt und auf die Rückbank des Jaguars geschubst, wo Louise schon auf sie wartete.

Danach waren sie in Windeseile unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln hierher gerast. "Was gibt es für einen Grund, schon wieder Trübsal zu blasen?" Zum Beispiel dich, dachte Lena, als sie Noras Stimme auch über die peitschende Techno-Musik hinweg deutlich erkannte. Mehr noch: Sie spürte nicht nur, dass jemand nahe an sie herangetreten war, sondern auch, wer es war. Konnte es sein, dachte sie beunruhigt, dass sie sie an ihrem Geruch erkannt hatte?

Ebenso deutlich, wie sie spürte, dass jemand hinter ihr stand, spürte sie auch, dass Nora sie nicht in Ruhe lassen würde. Sie drehte sich widerwillig zu ihr um und war im ersten Moment verwirrt, weil sie zu ihr hochsehen musste. Dabei war Nora allerhöchstens so groß wie sie. Erst dann wurde ihr klar, dass Nora nicht hinter ihr stand, sondern mit angezogenen Knien auf der Bar saß, eine brennende Zigarette in der linken und ein halb gefülltes Whiskyglas in der rechten Hand. Sie selbst hielt gerade ihr viertes oder fünftes Glas in der Hand. "Nun?", sagte Nora. Lena hob die Schultern. "Tu ich nicht." "Und warum versuchst du dann, dich zu betrinken?"

"Tu ich auch nicht", behauptete Lena, erntete einen spöttischen Blick und verbesserte sich: "Also gut, ich versuche es." "Aber es funktioniert nicht." "Nein." "Weil du es nicht zulässt." "Blödsinn", sagte Lena. "Das hier ist mein fünfter. Dabei mag ich das Zeug nicht einmal." "Warum versuchst du dann seit einer Stunde, dich abzuschießen?", fragte Nora und nahm einen gewaltigen Schluck aus ihrem Glas. Bei ihr schien der Alkohol durchaus zu wirken. Ihre Stimme klang ein bisschen schleppend, und Lena fiel jetzt auch auf, dass ihre Augen trüb waren. "Wie machst du das?", fragte sie.

"Was?" Lena deutete auf ihr leeres Glas, dann auf das in Noras Hand und schließlich auf die brennende Zigarette. Der Rauch roch süßlich. "Dass das Zeug bei dir wirkt." "Das tut es bei jedem", antwortete Nora. "Du musst es nur zulassen, das ist alles. Ich verrate dir, wie es geht ... wenn du mir erzählst, warum du dich mit aller Gewalt abschießen willst." Lena schwieg. "Du weißt es selbst nicht", vermutete Nora. Lena schwieg auch dazu, aber Nora war der Wahrheit ziemlich nahegekommen.

"Du weißt auch nicht, ob du hier sein willst", fuhr Nora fort, trank ihr Glas leer und blies Lena eine Qualmwolke ins Gesicht, die durchdringend nach Marihuana roch. "Oder ob es dir gefällt. Du weißt nicht einmal, ob ich dir gefalle, oder Charlotte oder Louise. Du weißt nicht einmal mehr, ob du wirklich noch weißt, was du selbst bist." Lena deutete auf die qualmende Zigarette.

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