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Die alte Mühle von Gast, Lise (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2017
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Die alte Mühle

Corinna und ihre beiden Töchter, Uli und Sybille, wohnen in einer alten Mühle, fernab von der Stadt und den Dörfern. Hier haben sie es ganz gemütlich, jetzt wo es einen Ölofen gibt. Uli hatte in der Stadt einen Ölofen besorgt, denn sie konnte bei der Kälte unmöglich für das Abitur lernen. Und so ist es der erste Winter, an dem in den Wohnräumen erträgliche Temperaturen herrschen. An einem bitterkalten und verschneiten Januarabend, als die drei Frauen es sich gerade behaglich gemacht haben und einen Punch trinken wollen, klopft es unerwartet an der Tür. Ein fremder Mann hat sich mit seinem Auto im Schnee festgefahren und bittet um Hilfe. Schnell eilen die Töchter hinaus, um ihm zu helfen. Doch es nützt alles nichts. Das Auto bewegt sich keinen Zentimeter. Und so muss der Unbekannte die Nacht über in der Mühle bleiben, denn das nächste Dorf liegt fünf Kilometer entfernt und der wütende Schneesturm lässt keinen Fußmarsch zu. Doch wer ist dieser Unbekannte, der zunächst ganz schüchtern daherkommt...? DIE ALTE MÜHLE ist eine liebevolle und fröhliche Erzählung über eine gastfreundliche Familie, die mit viel Freude und Offenherzigkeit auf neue Situationen reagiert. Lise Gast (geboren 1908 als Elisabeth Gast, gestorben 1988) war eine deutsche Autorin von Kinder- und Jugendbüchern. Sie absolvierte eine Ausbildung zur landwirtschaftlichen Lehrerin. 1933 heiratete sie Georg Richter. Aus der Ehe gingen 8 Kinder hervor. 1936 erschien ihr erstes Buch 'Tapfere junge Susanne'. Darauf folgen unzählige weitere Geschichten, die alle unter dem Pseudonym Lise Gast veröffentlicht wurden. Nach Ende des zweiten Weltkriegs floh Gast mit ihren Kindern nach Württemberg, wo sie sich vollkommen der Schriftstellerei widmete. Nachdem sie erfuhr, dass ihr Mann in der Tschechoslowakei in einem Kriegsgefangenenlager gestorben war, gründete sie 1955 einen Ponyhof und verwendete das Alltagsgeschehen auf diesem Hof als Inspiration für ihre Geschichten. Insgesamt verfasste Gast etwa 120 Bücher und war neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin auch als Kolumnistin aktiv.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 01.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711508923
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1080kBytes
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Die alte Mühle

Es war ein bitterkalter Samstag im Januar. Die Sonne hatte gegen Mittag ein einziges Mal schüchtern versucht, ein wenig durch den Frostnebel zu spähen, aber die Kälte behielt das Feld. Wer nicht das Glück hatte, fernbeheizt zu sein oder wenigstens einen starken Mann zur Seite zu haben, der das Füttern der Öfen übernahm - "laß, das kannst du nicht! -", der oder besser die war übel dran.

Corinna besaß weder das eine noch das andere, und so blieb es an ihr hängen, sich und ihren Töchtern eine einigermaßen erträgliche Temperatur zu sichern, mindestens eine solche, die zuließ, daß man "geischtig schaffe" konnte, wie Uli sagte. Denn Uli - einsachtzig groß und neunzehn Jahre alt, also eigentlich schon bald eine Ulrike - arbeitete fürs Abitur, und dabei froren ihr Finger und Gehirn ein, wie sie sagte, wenn man den Hauch im Zimmer sah. Und den sah man oft ...

An jenem Samstag also kam etwas Neues in die Familie, etwas Entscheidendes: ein Ölofen. Die alte Mühle, in der sie wohnten, bot wenig Komfort, die Öfen waren am Ende ihrer Kraft und die Wände dünn, und im Flur hatte man das Gefühl, als käme man nach Sibirien.

"Da muß man dann wenigstens in ein warmes Wohnzimmer hereinkommen können", sagte Uli zu ihren Klassenkameraden mit jener Energie, die sie immer entfaltete, wenn ihr etwas wichtig schien, "los, Jungs, nun zeigt mal, was ihr könnt."

Die mit "Jungs" angeredeten waren zwei Mitschüler, die sich erboten hatten, ihr im Kampf gegen die diesjährige scharfe Kälte entscheidend zu helfen. Nach Schluß des Unterrichts waren sie mit ihr losgegangen und hatten im Städtchen, wo sie zur Schule gingen, einen Ölofen erstanden. Der wurde auf einen mittelgroßen Schlitten geladen, den man zu dritt ziehen konnte, ein paar Kanister Heizöl dazu und ihre Schulmappen oben drauf.

"Wir bleiben dann bei euch, bis es warm ist", verhießen sie, "Zahnbürsten haben wir eingesteckt!" Das aber konnte Uli nicht schrecken.

"Ich bringe Samstagsbesuch mit", hatte sie schon am Morgen der Mutter gemeldet, und Corinna freute sich. Oft kamen ein paar aus der Klasse mit und blieben über den Sonntag, im Sommer, um in der Mulde zu schwimmen, im Winter, um Ski zu laufen, wenn auch die Hügel hier nur mäßig steil waren. Diesmal also würden es zwei sein, und Corinna hatte mit dem Essen vorgesorgt. Kaum aber waren die Gabeln weggelegt, da machten sich die beiden jungen Männer daran, den alten Ofen - es war einer aus weißem Porzellan mit dünnen Beinchen und Messingbeschlägen - aus dem Wohnzimmer zu räumen und den modernen an seine Stelle zu bringen. Das dauerte bis gegen fünf, dann waren sie fertig und sehr stolz, und eine neue, trokkene, herrliche Wärme zog durch das bis dahin immer etwas klamme Zimmerchen. Uli seufzte zufrieden auf und schenkte den beiden Helfern je ein Glas wasserhelle Flüssigkeit ein.

"Zum Dank für die tatkräftige Hilfe", sagte sie, und die beiden lachten und tranken. Dann aber verabschiedeten sie sich, um, wie sie sagten, mit der inneren Wärme noch recht weit zu kommen, möglichst bis heim. Die Zahnbürsten seien "eitel Dunst und Prahlerei" gewesen. Bis zum Städtchen waren es etwa fünf Kilometer.

"Wenn ihr stramm marschiert, höchstens eine Stunde", verhieß Uli und brachte sie noch bis auf die Bundesstraße, die etwas oberhalb der Mühle entlanglief. "Vielleicht lächelt euch das Glück, und ihr kriegt sogar ein Auto."

Und siehe da, da hielt schon eins! Uli hatte "kaum" gewinkt. Der freundliche Fahrer lud die beiden Jungen gutmütig ein. Uli lief befriedigt über den hartgetretenen Schnee zurück und huschte ins Haus. Ha, herrlich warm, endlich! Gleich darauf kam Sybille, die bis zum Schloß mit Onkel Hanjo gefahren war. Sie staunte gehörig.

"Welch ein Komfort! Wir werden direkt noch feine Leute", sagte sie, und Corinna warnte:

"Nicht diesen Ton, bitte! Feine Leute sind wir sowieso, man kann auch vornehm frieren."

"Das haben wir lange genug geübt", lachte Sybille u

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