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Die verzauberte Geige von Kjærnli, Tone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.06.2014
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
4,99 €
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Die verzauberte Geige

Johannes liebt seine Geige, aber spielen kann er leider noch nicht so gut. 'Geigenhansel' nennen ihn die anderen Kinder und lachen ihn aus, wenn er wieder mal seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht und vor sich hin träumt. Eines Tages verfolgen die Kinder ihn sogar quer durch die Stadt. Verzweifelt flüchtet Johannes in einen kleinen Laden, der ihm auf Anhieb nicht geheuer ist. Ein wunderlicher alter Geigenbauer scheint Johannes dort schon lange erwartet zu haben und überreicht ihm eine Geige und ein Medaillon. Auf dieser Geige kann Johannes plötzlich perfekt spielen - kann das mit rechten Dingen zugehen? Die verzauberte Geige ist eine gelungene Verbindung von Magie und Realität, fantasievoll und fesselnd. Pressestimmen 'So kunstvoll komponiert... wie eine Melodie, die man beim Lesen zu hören glaubt.' - Eselsohr 'Ein spannendes Buch, mit viel Fantasie, ich habe es von Anfang bis Ende in einem Rutsch durchgelesen. Ich bin ein 11jähriges Mädchen und lese eigentlich sehr viel. Dieses Buch ist bis jetzt mein Favorit! Unbedingt zu empfehlen!' Nele aus Geisfeld auf Amazon.de, fünf Sterne

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 268
    Erscheinungsdatum: 03.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711331927
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1883 kBytes
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Die verzauberte Geige

Zweites Kapitel

in dem Johannes bereuen wird, dass er nie eine Eule gesehen hat

Johannes hielt den Schirm wie einen Schild vor sich und lief, so schnell er konnte. Er erreichte den Schulhof genau in dem Moment, als es klingelte. Im Flur klappte er den Schirm schnell zusammen und hängte ihn hinter seine Jacke. Niemand hatte ihn gesehen. "In dieser Stunde wollen wir uns über die Eule unterhalten", sagte die Lehrerin.

Wenn es doch zu regnen aufhören würde, damit er in der Pause nicht mit dem Schirm dastehen musste. Kyrre würde ihn keine Sekunde in Ruhe lassen. Kyrre ist ein Arschloch, dachte Johannes und sah sich sofort hastig um, als hätte er Angst, dass jemand seine Gedanken lesen konnte. Zwar waren viele seiner Meinung, der dicke Roar zum Beispiel, der von Kyrre nur Schweinchen genannt wurde, aber niemand wagte es, sich mit Kyrre anzulegen. Er war halb norwegisch und halb chilenisch und hieß eigentlich Kyrre Marcello, aber alle sagten nur Kyrre zu ihm. Im Grunde genommen konnte er einem sogar Leid tun, denn sein Vater war zurück nach Chile gegangen. War einfach abgereist ohne weitere Erklärungen. Aber deshalb musste Kyrre ja nicht gleich so ein Mistkerl sein! Die Mädchen in der Klasse waren übrigens der Meinung, er sei hübsch. Lieber werde ich nass bis auf die Haut, als dass ich den Schirm heraushole, beschloss Johannes.

"Die Eule jagt in der Nacht", sagte die Lehrerin.

Als Kyrre herausbekam, dass Johannes Geigenunterricht nahm, begann er ihn zu ärgern. Keiner sonst in der Klasse spielte Geige. Niemand an der ganzen Schule spielte Geige. Johannes wusste, dass es einige gab, die Klavier spielten, aber das waren Mädchen. Und eines Tages hatte Mutter sich aus dem Fenster gelehnt und gerufen: "Haaansel! Du hast dein Brot vergessen!" Genau in dem Moment, als Kyrre mit seinen Kumpels direkt darunter stand und alles hörte - und da war alles zu spät. Kyrre bekam ja die Idee sozusagen frei Haus geliefert! Geigenhansel mit der Fiedel! Haha!

"Ich habe dich etwas gefragt, Johannes."

Johannes sah auf. Die Lehrerin starrte ihn an. Verärgert trommelte sie mit den Fingern auf den Tisch.

"Hä?", sagte Johannes.

"Habe ich's mir doch gedacht. Du warst ganz woanders. Jetzt musst du aber aufhören zu träumen!"

"Das tut er immer", sagte Grete, eines der beliebtesten Mädchen in der Klasse. "Er ist ganz weit weg. Johannes 'Weg', das ist er."

Die Klasse lachte. "Bzzz klick!", sagte jemand. Johannes drehte sich um. Natürlich. Kyrre. Da saß er, ganz hinten in der Türreihe, und machte Kreisbewegungen mit seiner Hand vor dem Kopf. Vor Kyrre saß Camilla. Camilla mit C. Sie hatte die blauesten Augen, die Johannes jemals gesehen hatte, und das glänzendste, braunste Haar. Alle Jungs waren verliebt in sie. Johannes auch, obwohl er es nicht einmal sich selbst eingestehen mochte. Kyrre pikste sie immer in den Rücken und kitzelte sie im Nacken, Johannes hatte es gesehen. Jetzt lächelte Camilla mit C Johannes an. Nein, das tat sie sicher nicht, bestimmt lachte sie, natürlich. Wie alle anderen.

"Schon gut", sagte die Lehrerin, "ich habe den Eindruck, ihr seid alle nicht besonders konzentriert bei der Sache, ich kenne doch meine Pappenheimer. Also. Die Eule ist ..."

Aber Johannes hörte nicht, was die Eule war. Er starrte durchs Fenster auf den Regen, der unaufhörlich auf den tristen, grauen Asphalt des Schulhofs prasselte. Einer aus der ersten Klasse überquerte den Platz Richtung Jungsklo, das eine Reihe zerbrochener Fensterscheiben aufzuweisen hatte.

Johannes seufzte. Er wünschte sich weit weg. Er schloss die Augen und ein Schwall bunter Farben explodierte hinter seinen Augenlidern. Er hielt eine leuchtende gelbe Kugel fest. Hielt sie fest, während sie durch das Klassenzimmer segelte. Raus. Fort! Weg vom Regen und all dem Grauen, Trüben. Er flog mit der leuchtenden Kugel unter einem Regenbogen hindurch, über ein glänzendes Meer, kam

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