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Keine Nachricht von Kami von Bruheim, Magnhild (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2017
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Keine Nachricht von Kami

Bente ist in großer Sorge. Ihre Freundin Kami (15) ist vom einen auf den anderen Tag spurlos verschwunden. Sie geht nicht ans Handy, es kommen keine Nachrichten, nichts. Alle sind in großer Aufregung und wenig später wird Kami sogar bei der Polizei als vermisst gemeldet. Wo kann Kami nur stecken? Bente beschließt, Kami auf eigene Faust zu suchen und findet sie tatsächlich vor der Polizei. Doch damit fangen die ganz großen Schwierigkeiten erst an. Denn Kami steht mit zwielichtigen Typen in Kontakt, die es auf Nacktfotos junger, hübscher Mädchen abgesehen haben. Eine dramatische Flucht beginnt. AUTORENPORTRÄT Magnhild Bruheim wurde 1951 geboren. Die Schriftstellerin und Journalistin lebt im norwegischen Lillehammer und schreibt vor allem Krimis und Romane für Jugendliche und Erwachsene. REZENSION 'Ein 'Großstadtkrimi', wie er überall passieren könnte, spannend vor allem auch deshalb, weil er zeigt, welchen Stellenwert das Handy im Leben heutiger Jugendlicher einnimmt.' - Süddeutsche Zeitung, 06.07.2007

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 30.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711462676
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1619 kBytes
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Keine Nachricht von Kami

1

Das Model auf dem Bild starrte sie mit großen, stark geschminkten Augen an, die eine Hand hatte sie leicht auf der Hüfte liegen. Das Mädchen war super dünn. Die Stimmung von Bente Vessel trübte sich gleich noch etwas mehr. Sie beschloss, auf das Abendessen zu verzichten, und blätterte mutlos weiter.

Eine Sekunde nach dem ersten Klingelton hatte sie schon das Handy ergriffen, das neben ihr auf dem Bett lag.

"Hei, jetzt stehen wir draußen vor dem Kino", sagte Kari-Marie in ihr Ohr.

"Wer ist alles dabei?", fragte Bente.

"Gunn, Martine, Kristoffer, Benjamin und ... Jonna."

"Was macht ihr gerade?"

"Wir gehen gleich rein. Der Film fängt in zwei Minuten an."

Ein störendes Klopfen an ihrer Tür unterbrach das Gespräch. Die Mutter steckte ihren Kopf herein: "Das Abendessen ist fertig."

Eigentlich wollte Bente antworten, dass sie nichts essen würde, aber sie hatte jetzt keine Lust auf Diskussionen. Deshalb setzte sie nur eine ungeduldige Miene auf und zeigte auf das Telefon. Die Mutter sah doch, dass sie gerade mit Wichtigerem beschäftigt war.

"Komm, sobald du fertig bist", meinte die Mutter, bevor sie die Tür hinter sich schloss.

"Geht ihr danach noch woanders hin?", fragte Bente ihre Freundin.

"Vielleicht. Schade, dass du nicht dabei bist."

"Total schade", seufzte Bente, die über die neuen Familienregeln genervt war. Vor kurzer Zeit hatten die Eltern nämlich die grandiose Idee, dass alle den Mittwochabend gemeinsam verbringen sollten. Das würde den Zusammenhalt stärken, meinten sie, doch das war die dümmste Idee, die Bente seit langem gehört hatte. Es wäre ja in Ordnung, wenn sie diese Regel eingeführt hätten, als sie zehn oder zwölf war, aber nicht jetzt, wo sie bald fünfzehn wurde.

Ein Teil des Mittwochabends sollte damit verbracht werden, zusammen zu essen und zu reden. "Man kann ja noch andere nette Sachen machen", meinten die Eltern. Sie wollten damit irgendwie zeigen, dass sie sich kümmerten. Bente verbrachte ja gerne ab und zu Zeit mit der Familie, das war nicht der Punkt. Aber wenn sie andere Pläne hatte, so wie heute Abend, machte es sie wütend. Ihre Eltern hatten ihr nicht erlaubt, mit der Clique ins Kino zu gehen, und es war ihnen ganz egal, ob sie den Abend lieber mit den Freunden verbringen wollte. Wenn das so weiterging, dann wurde sie ja immer mehr zur Außenseiterin!

"Du ... jetzt gehen wir rein ..." Bente hörte an der Stimme von Kami, dass sie lief. "Ich habe übrigens was Spannendes zu erzählen ... ich schreibe dir 'ne SMS." Dann legte sie auf. Bente war sich selbst und einem langweiligen Abend überlassen.

Ihr Bruder Sven war der Nächste, der störte. "Essen ist fertig."

"Ich will nichts essen", antwortete Bente, obwohl sie keine große Hoffnung hatte, dass es etwas nützen würde, nein zu sagen.

"Du musst aber", sagte der Zwölfjährige überlegen. "Es ist Mittwochabend."

"Ich komme gleich", sagte Bente, um ihn loszuwerden.

J.A. will wieder mit dir zusammen sein , lautete die SMS auf ihrem Handy. Sie wusste nicht, was sie davon halten sollte. Mit Jon-Arne wieder zusammen zu sein kam nicht infrage. Das war für immer zu Ende. Vor allem nach dem, was vor ein paar Wochen passiert war. Aber im Grunde war es okay, dass er noch wollte.

Und weiter? , schrieb sie zurück, in der Hoffnung, ausführliche Informationen zu bekommen.

Es kam keine Antwort. Wahrscheinlich, weil der Film angefangen hatte. Der Film, den sie nicht sehen durfte. Lustlos griff sie wieder nach der Zeitschrift, in der sie gerade gelesen hatte.

Aber die Mutter gab nicht auf: "Bist du sauer, oder was ist los?", fragte sie und kam wieder ins Zimmer.

"Ich habe keinen Hunger."

"Das geht so nicht. Komm jetzt." Die Mutter war manchmal unerträglich bestimmend.

Bente sagte nichts, dachte sich aber ihren Teil: Sie würde auf keinen Fall etwas essen. Niemand konnte si

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