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Als die Tiere in den Wald zogen Starke Märchen für starke Kinder

  • Erscheinungsdatum: 16.05.2019
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Als die Tiere in den Wald zogen

Kinder lieben Märchen. Sie helfen ihnen, das Leben zu verstehen und wichtige Entwicklungsschritte zu meistern. Dafür brauchen sie Vermittler: Eltern und Großeltern, Erzieherinnen im Kindergarten und Grundschullehrer. Die bekannte Entwicklungspsychologin Barbara Senckel hat 30 Volksmärchen - darunter viele Klassiker, aber auch überraschende Funde - zu einem Entdecker- und Vorlesebuch zusammengestellt, das Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen den Zugang zur Welt der Märchen eröffnet. Rotraut Susanne Berner hat bezaubernde Bilder beigesteuert. Ein Buch, das Kinder ab vier Jahren lieben und zu dem Eltern, Erzieher und Lehrer immer wieder als einem kundigen Führer durchs Märchenland greifen werden. Barbara Senckel, Entwicklungspsychologin, Psychotherapeutin und Dozentin in der Heilpädagogik, liebt Märchen von Kindesbeinen an und verwendet sie auch in ihrer Arbeit. Bei C.H.BECK ist von ihr u. a. erschienen: 'Du bist ein weiter Baum. Entwicklungschancen für geistig behinderte Menschen durch Beziehung'. Rotraut Susanne Berner, Illustratorin, Buchgestalterin und Autorin, wurde mit ihren Kinderbüchern weltbekannt und vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Hans Christian Andersen Preis (2016) und dem Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Gesamtwerk (2006).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 16.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406731440
    Verlag: Verlag C.H.Beck
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Als die Tiere in den Wald zogen

Die drei Federn

Wer ist Anwärter auf das Reich und die Königswürde nach dem Tod des Vaters? Nur der älteste Sohn? Oder der klügste? Der beliebteste? Und welche Chance haben Kinder, die das alles nicht sind, sondern als "dumm" gelten? Manches Kind, das eher still am Rande steht und deshalb sogar verspottet wird, mag sich fragen, ob es überhaupt eine Chance hat. Da tröstet ein Märchen, das zeigt: Der königliche Vater stellt allen drei Söhnen, auch seinem als "dumm" bezeichneten jüngsten, dieselbe Aufgabe. Wer sie am besten erfüllt, der bekommt das Reich und die Königswürde. Und es ist gerade der Dummling, dem das gelingt.

Alter: ab 3-4 Jahren

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne; davon waren zwei klug und gescheit, aber der dritte sprach nicht viel, war einfältig und hieß nur der Dummling. Als der König alt und schwach ward und an sein Ende dachte, wußte er nicht, welcher von seinen Söhnen nach ihm das Reich erben sollte. Da sprach er zu ihnen: "Ziehet aus, und wer mir den feinsten Teppich bringt, der soll nach meinem Tod König sein." Und damit es keinen Streit unter ihnen gab, führte er sie vor sein Schloß, blies drei Federn in die Luft und sprach: "Wie die fliegen, so sollt ihr ziehen." Die eine Feder flog nach Osten, die andere nach Westen, die dritte flog aber geradeaus und flog nicht weit, sondern fiel bald zur Erde. Nun ging der eine Bruder rechts, der andere ging links, und sie lachten den Dummling aus, der bei der dritten Feder, da wo sie niedergefallen war, bleiben mußte.

Der Dummling setzte sich nieder und war traurig. Da bemerkte er auf einmal, daß neben der Feder eine Falltüre lag. Er hob sie in die Höhe, fand eine Treppe und stieg hinab. Da kam er vor eine andere Türe, klopfte an und hörte, wie es inwendig rief:

"Jungfer grün und klein,
Hutzelbein,
Hutzelbeins Hündchen,
Hutzel hin und her,
Laß geschwind sehen, wer draußen wär."

Die Türe tat sich auf, und er sah eine große, dicke Itsche [Kröte] sitzen und rings um sie eine Menge kleiner Itschen. Die dicke Itsche fragte, was sein Begehren wäre. Er antwortete: "Ich hätte gerne den schönsten und feinsten Teppich." Da rief sie eine junge und sprach:

"Jungfer grün und klein,
Hutzelbein,
Hutzelbeins Hündchen,
Hutzel hin und her,
Bring mir die große Schachtel her."

Die junge Itsche holte die Schachtel, und die dicke Itsche machte sie auf und gab dem Dummling einen Teppich daraus, so schön und so fein, wie oben auf der Erde keiner konnte gewebt werden. Da dankte er ihr und stieg wieder hinauf.

Die beiden andern hatten aber ihren jüngsten Bruder für so albern gehalten, daß sie glaubten, er würde gar nichts finden und aufbringen. "Was sollen wir uns mit Suchen große Mühe geben", sprachen sie, nahmen dem ersten besten Schäfersweib, das ihnen begegnete, die groben Tücher vom Leib und trugen sie dem König heim. Zu derselben Zeit kam auch der Dummling zurück und brachte seinen schönen Teppich, und als der König den sah, erstaunte er und sprach: "Wenn es dem Recht nach gehen soll, so gehört dem jüngsten das Königreich." Aber die zwei andern ließen dem Vater keine Ruhe und sprachen, unmöglich könnte der Dummling, dem es in allen Dingen an Verstand fehlte, König werden, und baten ihn, er möchte eine neue Bedingung machen.

Da sagte der Vater: "Der soll das Reich erben, der mir den schönsten Ring bringt", führte die drei Brüder hinaus und blies drei Federn in die Luft, denen sie nachgehen sollten. Die zwei ältesten zogen wieder nach Osten und Westen, und für den Dummling flog die Feder geradeaus und fiel neben der Erdtüre nieder. Da stieg er wieder hinab zu der dicken Itsche und sagte ihr, daß er den schönsten Ring brauchte. Sie ließ sich gleich ihre große Schachtel holen und gab ihm daraus einen Ring,

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