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Die Müdlis Ein Gute-Nacht-Roman von Kaeding, Yvonne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2018
  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Die Müdlis

Die Müdlis sind klein wie Kürbiskerne, tragen Latzhosen und Tarnmützen und lieben Schokoladenpudding. Sie schlafen am Tag und helfen nachts den Menschen beim Einschlafen. Einfach ist diese Aufgabe nicht, weshalb alle Müdlikinder zur Schule gehen. So auch die Zwillinge Jill und Tapp. Sie haben ein Schuljahr hinter sich und stehen nun vor ihrer ersten Prüfung. Doch das Menschenkind, zu dem der Lehrer die beiden schickt, hat so großen Kummer, dass es einfach nicht einschlafen kann. So sehr Jill und Tapp sich auch Mühe geben, sie schlittern doch nur von einem Abenteuer in das nächste. 'Die Müdlis' - ein Gute-Nacht-Roman für Kinder ab 6 Jahren. Alle Illustrationen können auf der Autorenhompage ausgedruckt und von den Kindern selbst ausgemalt werden. Yvonne Kaeding wurde 1974 geboren, besuchte die Schule, das Gymnasium, die Universität. Heute arbeitet sie Vollzeit an einem Berliner Theater. Neben der Arbeit schreibt sie, werkelt im Garten, und wandert im Sommer vorzugsweise durch Skandinavien. Homepage: https://www.yvonnekaeding.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 87
    Erscheinungsdatum: 18.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742744111
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 6185 kBytes
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Die Müdlis

Glänzend wie ein Edelstein

Nach wenigen Sekunden ist der Schreck vorüber. Der Spatz ist weitergeflogen. Die Wände hören auf zu wackeln, das Haus ist nicht hinuntergefallen.

"Oh je", seufzt Mama Pantoffel. Vor Schreck sind ihre Beine so wabbelig wie Götterspeise. Eben noch war sie der Meinung, dass Häuser nicht einfach so vom Baum fallen, vor allem, wenn sie schon jahrelang daran hängen. Jetzt weiß sie: Dieser Nagel ist wirklich gefährlich. Ein neues Haus muss her. Und zwar schnell.

Jill und Tapp sind vor Angst ganz steif. Nicht einmal die kleinen Zehen bewegen sie. Nein, mit dem Haus vom Baum stürzen wollen sie gewiss nicht. Wie es wohl ist, wenn einem das Dach auf den Kopf fällt?

Tapp sieht sich mit einer großen Beule.

Jill überlegt, wie schwer so ein Haus sich anfühlt, wenn man darunterliegt.

Eine Weile ist es ganz still im Müdlihaus. Nur die vier Herzen der Pantoffels trommeln wild und laut.

Als Erster spricht Papa Pantoffel wieder. "Da haben wir aber ein großes Glück gehabt." Wieder untersucht er den Nagel; prüft, ob er noch fest genug ist oder doch gleich auseinanderbricht.

"Oh je", ruft Mama Pantoffel. "Wir haben ganz die Zeit vergessen. Tapp und Jill müssen in die Schule."

"Oh je. Die Schule", seufzt Jill.

"Oh weh", jammert Tapp. In die Schule will er heute nicht. Eigentlich geht er nie besonders gern in die Schule. Aber heute will er überhaupt gar nicht dorthin.

Heute ist die Prüfung. In der Schule lernen die Müdlikinder alles, um den Menschen beim Einschlafen zu helfen. Denn wenn ein Mensch nicht gut einschlafen kann, kommen die Müdlis zu ihm. Sie hängen sich an die Wimpern, dem Menschen werden die Augen schwer, irgendwann fallen sie zu, und er schläft ein. Natürlich ist das nicht so leicht, wie es sich anhört. Manche Menschen können trotz geschlossener Augen nicht gut einschlafen. Deshalb ist es wichtig, viel über die Menschen und das Schlafen im Allgemeinen zu wissen. Und all diese Sachen lernen die Müdlikinder in der Schule.

Jedes Schuljahr endet in der Müdlischule mit einer Prüfung. Ganz allein, also ohne die Hilfe ihres Lehrers oder der Klassenkameraden, sollen die kleinen Müdlis einem Menschen beim Einschlafen helfen.

Tapp hält sich die Wange und hüpft von einem Bein auf das andere. "Au, au, mein Zahn. Er tut so weh."

"Nicht hüpfen", mahnt sofort Papa Pantoffel.

Tapp versucht, ruhig zu stehen, aber mit so schrecklichem Zahnweh ist das gar nicht so einfach. Ganz plötzlich hat Tapp Zahnschmerzen bekommen. Den ganzen Morgen über ging es ihm gut. Auch als das Haus wackelte, war mit seinem Zahn noch alles in Ordnung. Erst als die Mama von der Schule anfing, schoss der Schmerz in Tapps Zahn, und seither kann er nur noch daran denken. Mit so einem Zahnweh kann man gar nicht in die Schule gehen und erst recht keine Prüfung bestehen.

Rasch holt Mama Pantoffel einen Krümel aus ihrer Hosentasche.

"Medizin", sagt sie und schiebt Tapp den Krümel in den Mund. Tapp mag Medizin gern. Meistens schmeckt sie nach Käse, und Käse ist sein Leibgericht. Besser als Käse schmeckt nur Schokoladenpudding. Schnell schluckt er den Medizinkrümel hinunter und reibt sich den Bauch.

"Besser?", fragt Mama Pantoffel.

Tapp schüttelt den Kopf. "Das war zu wenig Medizin. Mein Zahn tut immer noch weh."

Mama Pantoffel schmunzelt. "Ich glaube, es war genug. Du musst dich ein wenig gedulden, bis die Medizin wirkt." Sie stupst Tapp auf die Nase und gibt jedem Zwilling einen Kuss auf den Schopf. "Wenn ihr die Prüfung besteht, dann gibt es für jeden eine extragroße Portion Schokoladenpudding", verspricht sie.

"Schokoladenpudding!", staunt Tapp.

"Jeder so viel, wie er mag", sagt Mama Pantoffel.

"Auch eine ganze Badewanne voll?", fragt Tapp.

"Auch eine ganze Badewanne voll."

Tapps Zahnweh ist gleich gar nicht mehr so schlimm. Jetzt, wo

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